Deutscher Reporter:innen-Preis 2022: Die Nominierten

An die 900 Arbeiten wurden in diesem Jahr eingereicht und von versierten Kolleginnen und Kollegen in mehr als 35 Vorjurys gesichtet.
Hier sind ihre Nominierungen - für den Deutschen Reporter:innen-Preis  2022, der am Abend des 5. Dezember in Berlin verliehen wird.

 

Reportage

In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum von Reporter:innen beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.


Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Reportage sind:

Christopher Piltz - "Oma, das ist nichts wert"

Alexandra Rojkov - Der letzte Zeuge

Raphael Geiger - Das zerrissene Land

Tina Kaiser - Baum fällt

Vivian Pasquet - Alle für einen

Maik Großekathöfer - 1:373500

Christoph Hickmann - Am Ende der Gewissheiten

Christian Schweppe - Ihr Leben nach der Luftbrücke

Frauke Hunfeld, Nicola Naber, Rafael Buschmann - Stroh zu Gold

Eva Schläfer - Ihr Leben war ein Fest. Dann hatten sie genug.

Marc Neller, Sascha Lübbe - Das Heimatlos

Rudi Novotny - Ella

Emilia Smechowski - Das schwerste Verbrechen der Welt

Laura Cwiertnia - Die Vergessenen

Elisa Schwarz - Das Leben der anderen

Bastian Berbner - KSK

Josef Wirnshofer - Der stille Passagier

 

Essay

Bisweilen ist die Reportage eine zu szenische, zu gedankenarme journalistische Form, um die Gegenwart zu deuten. Zunehmend schreiben Autor:innen deshalb essayistische Reportagen, Texte, die in der Wirklichkeit beginnen, aber dann dem Gedanken, der Reflexion, nicht der Beschreibung folgen. So entstehen beispielhaft kluge Texte, die weniger Reportage sind, mehr Essay - und es verdienen, mit einem eigenen Preis gewürdigt zu werden.
 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Essay sind:

Maik Großekathöfer und Katja Thimm - Kaputt

Timofey Neshitov - Der russische Patient

Jost Maurin - Mein Krieg mit der Waffe

Nele Pollatschek - Der Preis, den man dafür zahlt, als Jude in Deutschland zu leben

Pia Ratzesberger - Mutter Natur

Juliane Schiemenz - Letzte Ruhe

Dmitrij Kapitelman - «Die Krim ist russisch! Sie war schon immer russisch! Putin hat recht!», sagte meine Mutter 2014

Jakob Simmank - Zwei Jahre Corona – und wir haben so wenig verstanden

Harald Martenstein - Die Reifeprüfung

Michael Allmaier - Bye-bye, Winnetou?

 

Freie Reportage

Immer mehr Kollegen arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Medienhäuser veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf freie Autor:innen auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit. Sie wollen wir mit dieser Auszeichnung ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.


Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Freie Reportage sind:

Sarah Bioly - Unerreichbar

Valerie Schönian - Die Krisenmanagerin

Marlene Knobloch - Was soll ich hier?

Tobias Scharnagl - Pius, der Wilderer

Franziska Tschinderle - Ein Jahr am Strand

Charlotte Köhler - Im Stich gelassen

Tobias Scharnagl - Ist der Staat schuld an seinem Tod?

Paul-Jonas Hildebrandt und Lucia Heisterkamp - Die Jägerin der Jäger

Verena Randolf - Ein Jahr ohne Elena

Linda Tutmann - Chronologie einer Rettung

 

Interview

Reporter:innen haben neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie pflegen wieder das lange Gespräch, kommentieren die Antworten des Gesprächspartners, kombinieren erzählerische Passagen mit Interview-Teilen. Und fragen bei alldem so geschickt und präzise nach, dass sie einen Menschen, und sei er noch so prominent, auf ganz neue Weise porträtieren.

 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Interview sind:

Moritz Aisslinger und Malte Henk - "Wie kamen die darauf, die Frauen schweigen zu lassen?"

Kerstin Kohlenberg und Tanja Stelzer - "Ich verschwende meine Zeit nicht ans Hassen"

Nicolas Richter, Bernd Kastner, Annette Zoch - "Da haben wir Schuld auf uns geladen"

Thomas Bärnthaler und Patrick Bauer - „Das Blut klebt an diesen schönen Spielen“

Max Fellmann - "Ich war mutig wider meinen Willen"

Paul Middelhoff und Stephan Lebert - "Ich leide an der Erfahrung, wozu Menschen fähig sind, auch ich"

Marc Hujer - Der Leinwandheld

Moritz Honert und Cornelius Dieckmann -"Krieg macht süchtig"

Barbara Nolte - "Wie liebt die Jugend?"

Yves Bellinghausen - „Wenn wir Technik aus einem Gefühl heraus verbieten, führt das zu absolutem Stillstand“

 

Investigation

Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.


Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Investigation sind:

Jan C. Wehmeyer - RBB-Affäre

Annika     Joeres, Justus von Daniels, Frederik Richter - Die Gazprom-Lobby

Christoph Giesen, Markus Becker, Alexander Epp, Georg Fahrion, Matthias Gebauer, Simon Hage, Roman Höfner, Martin Knobbe, Lina Moreno, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Dawood Ohdah, Michael Sauga, Christoph Schult, Matthias Stahl, Achim Tack, Gerald Traufetter, Wolf Wiedmann-Schmidt, Bernhard Zand - Xinjiang Police Files

Alexander Nabert, Christina Brause, Bryan Bender, Nick Robyns-Early - Die Teenager-Terroristen

Stefan    Willeke und Ingo Malcher - Putins bester Mann

Luisa Hommerich - "Endlich frei"; "Freiheitskampf mit Sektenmethoden"

Mauritius Much, Sophia Baumann, Nina Bovensiepen, Emilia Garbsch, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Jörg Schmitt, Ralf Wiegand - Suisse Secrets

Astrid Geisler und Hannah Knuth - Ein Strauß leerer Versprechen

Eva Hoffmann - Die Schattenfänger

Anne Fromm und Sebastian Erb - Rechte Retter

Konstantin von Hammerstein und Matthias Gebauer - »Elf Tage in Kabul – Die abenteuerliche Flucht der Deutschen aus Afghanistan«

 

Multimedia

Neueste Web-Stories kombinieren Text, Bild, Tonspuren, Videosequenzen, sie lassen sich interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten sprengen die Arbeiten dabei die klassischen Genre-Konventionen und binden die Zuschauer:innen auf ganz neue Weisen ein. So loten Journalist:innen zunehmend aus, wie sich spannende Stoffe neu erzählen lassen - und nutzen den Sog, den Serien entfalten können.
 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Multimedia sind:

Jonathan Sachse, Miriam Lenz, Max Donheiser, Antonia Groß, Pia Siber, Sophia Stahl, Mohamed Anwar, Belén Ríos Falcón, Hatice Kahraman, Emilia Garbsch, Valentin Zick - „Plötzlich gehört dir dein Körper nicht mehr“

Helena Wittlich, Nina Breher, Tamara Flemisch, Hendrik Lehmann, Thomas Lewton, David Meidinger, Khatondi Soita Wepukhulu, Thomas Weyres, Cordula Eubel, Isaac Kasamani, Moritz Honert, Benedikt Brandhofer, Eric Beltermann, David Meidinger - Die EACOP-Pipeline: Was Totals Pläne in Uganda für die Menschen bedeuten und wer vom neuen Öl profitiert

Helena Wittlich, Sophie Ahrens, Inga Barthels, Kuan-Chen Chen, Kristof Gerega, Sara Halvova, Daeng Khamlao, Fabian Kalker, Manuel Kostrzynski, Hendrik Lehmann, David Meidinger, Alaha Safdari, Anton Yaremchuk - Papaya & Pommes: Die Videoserie mit interaktiven Grafiken und der Klimarechner für deine Küche

Lea Weinmannm, Sebastian Gierke, Lea Gardner, Jonas Jetzig, Stefan Kloiber - Wo Putins Truppen stehen

Julius Tröger, Paul Blickle, Annick Ehmann, Linda Fischer, Moritz Klack, Maria Mast, Julian Stahnke, Claudia Vallentin - So hoch ist die Ansteckungsgefahr mit Delta in Innenräumen

Julius Tröger, Paul Blickle, Christian Endt, David Gutensohn, Carla Grefe-Huge, Julian Stahnke, Benja Zehr - Was man in Deutschland wo verdient

Karsten Polke-Majewski, Kai Biermann, Paul Blickle, Annick Ehmann, Dorothea Fiedler, Christian Fuchs, Carla Grefe-Huge, Yassin Musharbash, Andreas Prost, Christina Schmidt, Julian Stahnke, Holger Stark, Julius Tröger, René Wiesenthal, Sascha Venohr, Anna Zhoukovets, Fritz Zimmermann - Die Schlacht um Mariupol

 

Kulturreportage

In deutschen Feuilletons wird viel besprochen, gedacht, erörtert, verworfen, die Rezension ist die beherrschende Stilform. Selten wird erzählt, wird die Entstehung kultureller Leistungen in Augenschein genommen, werden Künstlerinnen, Orchester, VR-Gamer über einen längeren Zeitraum begleitet. Ausgezeichnet werden soll die beste Reportage über klassische Künste oder neueste Kultur, von Bildhauerei bis Graffiti, von Kammermusik bis Deutschrap.

 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Kulturreportage sind:

Marvin Ku - Die Hände des Maestros

Cathrin Schmiegel und Katharina Meyer zu Eppendorf - Dieses Kunstwerk soll an die Morde von Hanau erinnern. Die ganze Stadt ist dafür.

Claudia Voigt - Frau Laugwitz kann das

Hannes Vollmuth und Philipp Bovermann - Game On

Alexandra Rojkov - Wer hat Angst vor der Critical Race Theory?

Xaver von Cranach - African Hustle

Marlene Knobloch - Der Hintergrundmusiker

 

Datenjournalismus

Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Aufgabe von Datenjournalisten ist es, relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und geschickt zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams, erzählen gemeinsam mit Programmiererinnen, Designern und versierten Reportern datengestützte Stories, die gesellschaftliche Verhältnisse in einem anderen Licht erscheinen lassen.

 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Datenjournalismus sind:

Holger Dambeck, Arvid Haitsch, Patrick Stotz, Gerald Traufetter - Deutschland, einig Raserland

Manuel Daubenberger und Florian Guckelsberger (STRG_F), Satelliten-Analyse: Marcus Pfeil und Michael Anthony (Vertical52), Jan Schwochow (Scrollytelling GmbH)- Was Zwangsarbeit mit deinem T-Shirt zu tun hat / Film

André Pätzold, Ida Flik, Benja Zehr - Wo unsere Erde unbewohnbar wird

Marie-Louise Timcke, Berit Kruse, Natalie Sablowski, Barbara Vorsamer - Gegenderte Kinderkleidung: Hotpants für Mädchen, Shorts für Jungs

Julius Tröger, Jakob Bauer, Paul Blickle, Annick Ehmann, Christian Endt, Elena Erdmann, Carla Grefe-Huge, Valentin Peter, Julian Stahnke - Der ZEIT ONLINE-Energiemonitor

 

Lokalreportage

Reporter:innen in kleinen Redaktionen arbeiten unter erschwerten Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck, sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Texte, umso mehr Respekt verdienen all jene Kolleg:innen, die nicht nur ihre Seiten zusammenzimmern, sondern sich ins Handgemenge begeben, in die Welt ihrer Leser und zurückkommen mit erzählenswerten Geschichten.

 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Lokalreportage sind:

Niklas Liebetrau - "Warum bist du so spät noch unterwegs?"

Katja Demirci - Hart auf Hart

Deike Diening und Marie Rövekamp - Nina fehlt

Denise Peikert - Herr Giese kauft ein

Julia Ruhnau - Endlevel Hass

Henning Rasche - Bleib nicht so lange

Anina Ritscher - Unschuldig hinter Gittern

Sebastian Dalkowski - Niemand kann überall sein, Walter schon

 

Sportreportage

Sportreporterinnen gehen durch eine besonders harte Schule. Der Zeitdruck und die Konkurrenz durchs Fernsehen haben ihre Fähigkeit zur originellen Themensuche, zur präzisen Recherche, zur packenden, anschaulichen Sprache geschärft — Qualitäten, die sich exemplarisch wiederfinden sollten in jener Sportreportage, die mit dem Reporter:innen-Preis geehrt wird.

 

Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Sportreportage sind:

Marc Neller - Sie waren Helden

Björn Stephan - Im freien Fall

Jonas Weyrosta - In seiner Ecke

Henning Sußebach - Der Profi

Alexander Neumann-Delbarre - Für immer Nummer eins


Wissenschaftsreportage

Die neuesten, oft abstrakten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu vermitteln, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, Betrüger im Forscherkittel durch aufwändige Recherchen zu entlarven, Debatten und Streit in Unis und Laboren transparent zu machen — das ist beispielhaft guter Wissenschaftsjournalismus, den wir mit einem eigenen Preis würdigen wollen.


Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Wissenschaftsreportage sind:

Svenja Beller - Dem Meer entrissen

Timofey Neshitov - "Komm schnell, sie holen ihn jetzt!"

Bernhard Albrecht - Impfnebenwirkungen - Was wissen wir... und was nicht?

Andrea Böhm - Einer für Alle

Fabian Federl - Der Preis der Himbeere

Stefan Willeke - Die Königin der Flüsse

Wolfgang Bauer - Die Nacht über Afghanistan

Christopher Bonnen - Transmittergewitter

Robert Gast - Ein All für alle

Reto Schneider - Wie lange braucht es uns noch?

 

Podcast

Der erzählende Podcast hat sich eigens als Gattung etabliert, am Markt und im Journalismus. Gesucht werden Produktionen, die relevante Stories so plastisch und fesseld erzählen, dass sie das Publikum zum Dranbleiben geradezu zwingen; Podcasts, die ein Thema vom Hören her denken und Inhalt und Effekt sorgfältig ausbalancieren; die vom Radio lernen und sich vom Radio emanzipieren; die den Sog seriellen Erzählens nutzen und dennoch keine Episode zu lang sind.


Nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis 2022 in der Kategorie Podcast sind:

Philip Meinhold - Mein Freund Floh

Tatjana Thamerus, Jasmin Körber Aylin Doğan - Inside Kabul Luftbrücke

Laskus Marcel, Marisa Gierlinger, Patrick Bauer, Till Krause, Carlo Sarsky - 71 Schüsse Mein Leben nach dem Amoklauf von Erfurt

Antonia Märzhäuser, Stefanie Delfs - Der Schuss von Porz - Ein Politiker drückt ab

Patrizia Schlosser - Himmelfahrtskommando - Mein Vater und das Olympia-Attentat

Fabian Federl, Fabian Federl, Yannic Hannebohn - The Cure - Heilung aus dem Grab

Caroline Schmidt, Moritz Luppold, Katharina Mahrenholtz - "Irene, wie hast Du den Holocaust überlebt?"

 

Die Ausschreibung

Seit 2009 verleihen wir am ersten Montag im Dezember den Reporter:innen-Preis - aktuell in zwölf Kategorien, von Reportage bis Investigation, von Essay bis Datenjournalismus. Inzwischen ist der schwere Messingstift - er erinnert an einen vielfach angespitzten Bleistift - eine begehrte Trophäe im deutschsprachigen Journalismus.

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Die Jury

Ein Journalistenpreis kann nur so gut sein wie seine Jury. Wer über die besten Texte des Jahres urteilen will, braucht ein feines Ohr. Und das haben unsere Jurorinnen und Juroren. Einige entstammen dem Printjournalismus, aber es sind auch Fernsehleute dabei, Schauspieler, Wissenschafterinnen, Unternehmer.

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