Am Montag, 30. November, wird in Berlin der Deutsche Reporter:innen-Preis 2026 vergeben.
Mit dem Preis sollen herausragende Reportagen, Interviews und Essays ausgezeichnet und vorbildliche Texte, Podcasts und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden. Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn der Auszeichnung. Denn wir glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus – und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die ein großes Publikum finden.
Einsendeschluss ist der 30. September 2026.
Bitte reicht eure Arbeiten über das Formular auf reporterpreis.de ein. Dort findet ihr auch ein FAQ mit den wichtigsten Antworten.
Jede:r kann nur einmal pro Kategorie mit dem Preis ausgezeichnet werden. Ausgenommen sind Teams, in denen vier oder mehr Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet haben.
Wir bitten um ein Making-of, das den Rechercheweg offenlegt. Kontaktadressen von Protagonisten müssen nicht beigefügt werden, es kann aber sein, dass unser Dokumentar danach fragt. Die nominierten Arbeiten werden stichprobenartig überprüft, die prämierten vollständig. Außerdem bitten wir um eine Stellungnahme dazu, inwiefern KI bei der Erstellung des Beitrags geholfen hat.
Für den Reporter:innen-Preis können alle deutschsprachigen journalistischen Texte und Web-Projekte eingereicht werden, die zwischen dem 1. Oktober 2025 und dem 30. September 2026 in Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen oder auf Websites veröffentlicht wurden. Zweitveröffentlichungen, Übersetzungen, Buchveröffentlichungen und Manuskripte sind ausgeschlossen. Jeder Beitrag kann nur in einer Kategorie eingereicht werden.
Und das sind die Kategorien:
Große Geschichten entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen dort, wo Reporterinnen und Reporter den Raum bekommen dranzubleiben, Umwege zu gehen und genau hinzusehen – bis aus Beobachtung Erkenntnis wird. Der Preis für die Beste Reportage soll Ansporn sein, immer wieder neu aufzubrechen, um die großen Geschichten unserer Zeit zu suchen und meisterhaft zu erzählen.
Freie stemmen lange Recherchen und akribische Textarbeit oft auf eigenes Risiko. Diese Auszeichnung soll ihnen den Rücken stärken: dranzubleiben an den Stoffen, die zählen, auch wenn das Honorar es nicht hergibt. Diese Kategorie zeichnet jene aus, die hauptberuflich frei arbeiten. Journalistenschüler und jene, die eine Pauschale im gleichen Unternehmen haben, bewerben sich bitte in anderen Kategorien.
Web-Stories kombinieren Text, Daten, Bilder, Tonspuren und Videosequenzen, lassen sich interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Sie sprengen klassische Genre-Konventionen und können Komplexes plastisch darstellen. Großartiger Journalismus entsteht im Team – das gilt mehr denn je für diese technisch anspruchsvollen Storys, bei denen Reporterinnen, Programmierer, Designerinnen und Datenjournalisten zusammenarbeiten.
Das Feuilleton liebt das Urteil: Es rezensiert, doziert, seziert und verwirft. Umso kostbarer sind Texte, in denen der Autor, die Autorin den Schreibtisch verlässt und dorthin geht, wo Kultur tatsächlich entsteht, ganz gleich ob im Probenraum des Orchesters oder in der VR-Community. Dieser Preis feiert Reportagen, die Kultur nicht besprechen, sondern miterleben, von Bildhauerei bis Graffiti, von Kammermusik bis Deutschrap.
Die größten Recherchen beginnen oft beiläufig, mit einem Dokument, einer Quelle, einer Beobachtung. Recherche-Teams bleiben dran, legen Netzwerke offen und bringen Dinge ans Licht, die verborgen bleiben sollen. Ausgezeichnet wird die beste investigative Arbeit des Jahres: eine Recherche, die Neues enthüllt und die Wirklichkeit nicht nur beschreibt, sondern verändert.
Podcasts haben dem Journalismus eine neue Form des langen Erzählens gegeben, über Stunden und viele Folgen hinweg. Die besten nutzen diese Freiheit, ohne sich in ihr zu verlieren. Sie recherchieren genau, erzählen mit Sound, Stimme, Szene und überraschenden Wendungen und erzeugen einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Gesucht wird also: der beste journalistische Storytelling-Podcast des Jahres.
Die neuesten, oft abstrakten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu vermitteln, dass es sich gleichermaßen unterhalten und informiert fühlt; Debatten und Streit in Unis und Laboren transparent zu machen; Betrüger:innen im Forscherkittel durch aufwendige Recherchen zu entlarven – all das ist beispielhaft guter Wissenschaftsjournalismus, den wir mit einem eigenen Preis würdigen wollen.
Wer in einer Lokalredaktion arbeitet, füllt jeden Tag ein Blatt – und trotzdem erkämpfen sich manche den Raum für die große Story, die besonders genau hinschaut, weil das Publikum direkt vor der Tür sitzt. Dieser Preis gehört den Kolleginnen und Kollegen fernab der Medienzentren. Wer für Redaktionen in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt schreibt, bewirbt sich bitte in den anderen Kategorien.
Manche Phänomene unserer Gegenwart lassen sich nicht allein über die Szene greifen, sie fordern auf zur Reflexion. Wo präzise Beobachtung auf essayistische Schärfe trifft, entstehen neue Formen des Erzählens: Texte, die in der Wirklichkeit beginnen und sich den Raum zum Reflektieren, Deuten und Weiterdenken nehmen. Halb Reportage, halb Essay – diese Kategorie zeichnet Texte aus, die beides meisterhaft verbinden.
Das lange Interview ist mehr als Frage und Antwort. Reporterinnen und Reporter haben daraus eine eigene Form gemacht: Sie geben ihrem Gegenüber Raum, verweben Szene und Dialog, ordnen ein und halten dagegen. Und fragen so beharrlich und präzise, dass sie einen Menschen, und sei er noch so prominent, auf neue Weise porträtieren.
Das war der Reporter:innen-Preis 2025