Benjamin Piel

Workshop: KI, die große Chance für Lokalmedien?

(mit Louisa Riepe)

Chefredakteure und Manager von Lokalmedien blicken in eine Zukunft, in der künstliche Intelligenz ihre Lokalangebote menschennäher, hyperlokaler, diverser, zielgenauer, effizienter, politischer, analytischer, journalistischer machen soll. Markus Knall, Chefredakteur von Ippen Media (Frankfurter Rundschau, Münchner Merkur und 18 andere Lokalblätter), schwärmt von einer KI, die rasend tausende Artikel aus dem Archiv auswertet; die in einer Wahlnacht parallel 11 000 verschiedene Texte für 11 000 Gemeinden schreibt, ohne „human in the loop“, ohne „den weltanschaulichen Bias, den Journalisten haben“. Für ihn ist der Journalist in der KI-Ära ein „Komponist“, der die KI füttert und dirigiert. Wie weit gehen andere in ihren Erwartungen? 

Für den Chefredakteur des „Weser Kurier“, Benjamin Piel, sollte die KI nicht mehr sein als ein „Sparringspartner“, der Texte verbessert, Argumente prüft, Einwände liefert, Strukturen vorschlägt und „gnadenlos redigiert wie kaum jemand“. Wenn der Mensch die „Schlaunutzung“ der Maschine der „Dummnutzung“ vorziehe, dann ändere künstliche Intelligenz nichts daran, dass der Journalist alle Fakten absichert, Gedanken entwickelt, verständlich formuliert, Verantwortung übernimmt. 

Auch Louisa Riepe, Chefredakteurin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, gehört zum Team „Schlaunutzung“. Ihre Redaktion hat viele intelligente Anwendungsformen von künstlicher Intelligenz entwickelt, die sie kürzlich auf der „European Publishing Conference“ in Wien vorgestellt hat. In dem Workshop gibt sie diese Ideen weiter und diskutiert mit Benjamin Piel über die Chancen und Risiken der KI für Lokalzeitungen.

 

Vita

Benjamin Piel (42), studierte in Tübingen, volontierte bei der Schweriner Volkszeitung, war Chefredakteur von Elbe-Jeetzel-Zeitung und Mindener Tageblatt, bevor er in gleicher Funktion zum Weser-Kurier nach Bremen wechselte. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis.