
Workshop B5: Was tun, wenn dein Protagonist ein Tier ist?
Freitag, 13. September: 12:15 - 13:45 Uhr
(mit Johannes Böhme)
Die amerikanische Journalistin Susan Orléans, hat mal gesagt, dass das Schreiben über Tiere so großartig sei, weil es so sei, als ob man einen Marsmenschen vor der eigenen Tür gefunden habe. Man schreibt über Lebewesen, die unendlich fremd sind. Es sind absurde und tragische Begegnungen, die Stoff bieten für Missverständnisse, für Komik, und hin und wieder für Erkenntnisse über uns selbst, die wir sonst nie erlangt hätten. Wie also schreibt man über Uhus, Austern, Zebramangusten, Wale, Dachse, Igel und Löwen? Wie stellt man es an, wenn die Protagonisten nicht sprechen können? Wie nähert man sich dem Tier, mit Empathie, aber ohne Kitsch?
Geboren 1980 in Bremerhaven, Studium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft. Seit 2009 Literaturredakteur von ZEIT ONLINE, war zwischendurch Reporter im Schwerpunktressort "X" und stellvertretender Leiter der Kulturressorts. War mehrmals nominiert für den Deutschen Reporterpreis, zuletzt erhielt er den Siegfried-Kracauer-Preis für Filmkritik. Seit 2023 Kulturkorrespondent der ZEIT und ZEIT ONLINE. Lebt in Berlin.