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23.05.16

Deutscher Reporterpreis 2013 in Berlin verliehen

Die Gewinner (v.l.n.r.): Alexandros Stefanidis, Alfred Steffen, Eva Sudholt, Hajo Schumacher, Andrea Jeska, Dirk Gieselmann, Bernhard Albrecht, Kerstin Kohlenberg, Wolfgang Uchatius, Meral Al-Mer, Claas Relotius, Lucas Vogelsang, Benjamin von Stuckrad-Barre; es fehlen: Anita Blasberg und Tobias Haberl


In Berlin ist am 2. Dezember der Deutsche Reporterpreis vergeben worden - der Preis von Journalisten für Journalisten. Zwei prominent besetzte Jurys hatten am gleichen Tag über die 66 nominierten Texte debattiert, ehe der Preis am Abend vor 300 Gästen im Meistersaal am Potsdamer Platz verliehen wurde.

Beste Reportage
Der Deutsche Reporterpreis für die „Beste Reportage“ 2013 geht an den freien Journalisten Claas Relotius für sein Stück „Der Mörder als Pfleger“, erschienen im Schweizer Magazin „Reportagen“. Relotius beschreibt minutiös, wie in einem US-amerikanischen Gefängnis mit dementen Inhaftierten umgegangen wird. Eine große Geschichte, ein aufregender Stoff, dramaturgisch und sprachlich meisterhaft erzählt, lobte die Jury – eine perfekte Erzählung.
 
Beste politische Reportage
Anita Blasberg und Kerstin Kohlenberg von der „Zeit“ erhalten den Preis für die „Beste politische Reportage“. Ihr Stück „Die Klimakrieger“ schildert die Arbeit eines PR-Managers, der im Dienst mächtiger Konzerne den Klimawandel leugnet – entgegen jeder wissenschaftlichen Wahrheit. Der exzellent recherchierte Text zeige, was für perfide Waffen Lobbyisten einsetzen, um die Wirklichkeit zu verdrehen, sagte die Jury. Ein Stück Aufklärung, das das Urteilsvermögen der Leser schärft.

Beste Lokalreportage
In der Kategorie „Beste Lokalreportage“ zeichnet die Jury in diesem Jahr gleich zwei Texte aus. Der erste: „Sie nannten sie Titten-Gitti“, geschrieben von Meral Al-Mer und Lucas Vogelsang, erschienen im „Tagesspiegel“. Die Autoren jagen in der Geschichte einem Phantom hinterher, einer Frau, die zu DDR-Zeiten eine Legende im Prenzlauer Berg war. Dabei lassen sie unsentimental und facettenreich eine Epoche wiederauferstehen. Ebenfalls ausgezeichnet: „Mein Freund Jürgen“ von Eva Sudholt, erschienen in der „Berliner Morgenpost“, eine Reportage über einen Obdachlosen. Solche Stücke habe man oft gelesen – aber selten so anrührend aufgeschrieben wie hier, urteilte die Jury.
 
Bester freier Reporter
In der Kategorie „Bester freier Reporter“ gewinnt Andrea Jeska mit ihrer Reportage „Der Mann, der die Wüste aufhielt“, erschienen in der „Zeit“. Jeska erzählt die Lebensgeschichte eines Bauern aus Burkina Faso, der gegen alle Widerstände Bäume pflanzt und so das verdörrte Land fruchtbar macht. Die Jury lobte Rhythmus und Aufbau der Reportage, es sei „ein Text mit stiller Kraft“, bei dem man am Ende dankbar sei, dass es solche Menschen gäbe – und Reporter, die von ihnen erzählen.

Beste Web-Reportage
Dirk Gieselmann hat den 11Freunde-Live-Ticker legendär gemacht. Jetzt wird er dafür mit dem Titel „Beste Web-Reportage“ ausgezeichnet – und zwar für sein Stück „Werbung für den Handball“, ein Ticker zum Länderspiel Ecuador gegen Deutschland. Dieser Ticker habe ein geradezu "Oscar Wildesches Maß an Humor" urteilte die Jury. Gieselmann ließ den Ticker fast zehn Stunden vor dem Anstoß beginnen und spickte ihn auch während des Spiels mit sehr geistreichen und komischen Anspielungen. Live und auf den Punkt.

Bestes Interview

Benjamin von Stuckrad-Barre und Hajo Schumacher erhalten den Preis für das „Beste Interview“ für "Ohne unsere Frauen wären wir jetzt tot", erschienen in der "Welt am Sonntag". Die beiden Autoren befragten den Theaterregisseur Jürgen Flimm und den CDU-Politiker und General a. D. Jörg Schönbohm über deren kürzlich erlittene Schlaganfälle. Zwei alte Männer, zwei große Egos, ein ernstes Thema. Dennoch sei es den beiden Autoren mit gelungen, nicht zuletzt dank wohl dosierter Respektlosigkeiten, ein Interview zu führen, das „so unterhaltsam ist wie ein gutes Theaterstück“, so die Jury.

Freistil
In der neu geschaffenen Kategorie „Freistil“ gewinnt die Reportage "Und Frieda lebt doch" von Bernhard Albrecht, erschienen im SZ-Magazin. Albrecht rekonstruiert die Geschichte eines Mädchens, das in der 22. Schwangerschaftswoche geboren wurde, laut Lehrbuch nicht hätte überleben dürfen und heute zwei Jahre alt ist. Es ist eine Geschichte, die dem Leser sehr nahe geht, weil Albrecht, selbst Arzt, die medizinischen Fakten meisterhaft mit den Emotionen der Beteiligten verknüpft.

Bester Essay
„Zeit“-Redakteur Wolfgang Uchatius erhält den Preis für den besten Essay. Sein Stück "Jan Müller hat genug", ein Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus, konnte sich knapp gegen die anderen Arbeiten durchsetzen

Zudem entschied die Jury, in diesem Jahr einen Sonderpreis zu vergeben - an Alfred Steffen, Tobias Haberl und Alexandros Stefanidis für "Sagen Sie jetzt nichts, Peer Steinbrück", erschienen im SZ-Magazin. Juror Dennis Scheck: "Was die Alltagsfloskel „mir fehlen die Worte“ zum Ausdruck bringt, erhebt das Bildinterview „Sagen Sie jetzt nichts“ des SZ-Magazins zur Kunstform."


Beste Reportage - die Nominierten


Auch in großen Redaktionen überregionaler Blätter wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Nominiert wurden:

Marc Brost / Mark Schieritz / Wolfgang Uchatius, "Verrechnet"; Finn Canonica / Birgit Schmid, "Und dann kam Lindsey"; Heike Faller, "Der Getriebene"; Julia Friedrichs, "Die geteilte Straße"; Raphael Geiger, "Da drüben, unter dem Wrack, liegt seine Frau"; Mario Kaiser, "Der lange Abschied"; Erwin Koch, "Eigentlich eine Liebesgeschichte"; Kuno Kruse, "Schiffbruch"; Michael Martens, "Müll"; Sandro Mattioli, "Mafioso außer Dienst"; Dialika Neufeld, "Ein Mensch, ein Wunder"; Michael Obert, "Im Reich des Todes"; Claas Relotius, "Der Mörder als Pfleger"; Stefan Willeke, "Verdammt, wo bin ich?"; Takis Würger mit "Angst"


Freistil - die Nominierten


In dieser Kategorie sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle und neue Weise die Formen des herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen.

Nominiert wurden:

Andreas Albes / Lukas Heiny / Andreas Hoffmann, "16. März, 4.30 Uhr – Europa macht ernst"; Bernhard Albrecht, "Und Frieda lebt doch"; Georg Diez, "Alexanderplatz"; Alfred Steffen / Tobias Haberl / Alexandros Stefanidis, "Sagen Sie jetzt nichts, Peer Steinbrück"; Annette Ramelsberger, "Tatort Deutschland: Eine Reise auf den Spuren des rechten Terrors"; Kathrin Spoerr, "Geschiedene Leute"; Benjamin von Stuckrad-Barre, "Nüchtern"


Beste Webreportage - die Nominierten


Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

Nominiert wurden:

Steffen Dobbert, "Am Berg der Fahrrad-Verrückten"; Dirk Gieselmann, "Werbung für den Handball"; Sara Maria Manzo / Benjamin Braden / Hanz Sayami / Timo Zett / Jörg Diehl, "Duisburg, Stadt der verlorenen Wähler"; Kay Meseberg / Felix Zeltner, "Big Data"; Lela Ahmadzai, "Stille Nacht"; Dietmar Telser / Thorsten Schneiders, "Arabellion"; Axel Springer Akademie, "Auf der Strecke"


Bestes Interview - die Nominierten


In den letzten Jahren haben Reporter neue Formen des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Nominiert wurden:

Thomas Bärnthaler / Malte Herwig, "Ich würde wieder genauso handeln"; Sascha Chaimowicz / Patrick Bauer, "Ich bin ein einfach zu beobachtendes Kind"; Max Fellmann / Kerstin Greiner / Claudio Musotto, "Ich fände es seltsam, wenn mein Vater eine Freundin hätte"; Katja Gloger, "Die ganze Welt im Verdacht"; Jarka Kubsova / Oliver Schröm, "Ein Schuss. Und fertig."; Benjamin von Stuckrad-Barre / Hajo Schumacher, "Ohne unsere Frauen wären wir jetzt tot"; Moritz von Uslar, "99 Fragen an Werner Herzog"


Bester Essay - die Nominierten


Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Nominiert wurden:

Timour Chafik; "Kein schöner Land"; Georg Diez; "Wowis Legoland"; Johannes Gernert; "Edward Snowden und ich"; Jan Grossarth; "Ein Hoch auf das Huhn"; Barbara Hardinghaus / Katrin Kuntz / Dialika Neufeld, "Mutter Staat"; Miriam Meckel, "Links. Rechts. Halt. Zurück."; Elisabeth Raether, "Miss Verstanden"; Wolfgang Uchatius, "Jan Müller hat genug"; Malte Welding, "Der Mann stillt keine Kinder"


Beste politische Reportage - die Nominierten


Es gibt eine große Tradition der politischen Reportage in Deutschland, die durch Reporter wie Hans Ulrich Kempski, Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann und Kurt Kister begründet wurde. Sie haben politische Vorgänge verständlich und Politiker durchschaubar gemacht. In den letzten Jahren spielt die Reportage in den Politikteilen der Tageszeitungen und Wochenblätter eine immer geringere Rolle, darum will das Reporterforum mit dem Preis für die beste politische Reportage junge Reporter motivieren, über den Politikbetrieb wieder mehr durch Reportagen zu berichten.

Nominiert wurden:

Anita Blasberg / Kerstin Kohlenberg, "Die Klimakrieger"; Markus Feldenkirchen, "Unter Eierköppen"; Alexander Osang, "Der Exhibitionist"; Jana Simon, "Das explodierte Ich"; Barbara Supp, "Die Enkelin", Peter Wenig, "Der lange Weg nach Berlin"; Takis Würger, "Der Bürgermeister"


Bester freier Reporter - die Nominierten


Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Nominiert wurden:

Bernhard Bartsch, "Die Macht der alten Männer"; Dennis Betzholz, "Das Märchen vom guten Spiel"; Thomas Feix, "Lenken statt denken"; Andrea Jeska, "Der Mann, der die Wüste aufhielt"; Martina Keller, "Herz auf Bestellung"; Roland Schulz, "Zwei gegen Pi"; Carsten Stormer, "Mein Kumpel, der Islamist"


Beste Lokalreportage - die Nominierten


Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Um so bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.

Nominiert wurden:

Meral Al-Mer / Lucas Vogelsang, "Sie nannten sie Titten-Gitti"; Nina Brnada, "Am Nachtfenster der Apotheke"; Jan Haarmeyer / Volker ter Haseborg, "Die Akte Hegestraße"; Maris Hubschmid, "Ist doch wahr"; Konrad Litschko, "Fluchtpunkt Görlitzer Park"; Eva Sudholt, "Mein Freund Jürgen"; Dietmar Telser, "Wie ich einmal Deutscher wurde"


66 Texte für den Deutschen Reporterpreis 2013 nominiert

Die Juroren


Vier Wochen lang haben 57 Vorjuroren die eingereichten 1076 Reportagen, Interviews und Essays gelesen und diskutiert, nun stehen die Nominierungen in den acht Kategorien fest. Es sind in diesem Jahr Arbeiten aus 31 Redaktionen, ein neuer Rekord.

Nominiert wurden:

In der Kategorie "Bester Essay":
Timour Chafik mit "Kein schöner Land"; Georg Diez mit "Wowis Legoland"; Johannes Gernert mit "Edward Snowden und ich"; Jan Grossarth mit "Ein Hoch auf das Huhn"; Barbara Hardinghaus, Katrin Kuntz und Dialika Neufeld mit "Mutter Staat"; Miriam Meckel mit "Links. Rechts. Halt. Zurück."; Elisabeth Raether mit "Miss Verstanden"; Wolfgang Uchatius mit "Jan Müller hat genug" sowie
Malte Welding mit "Der Mann stillt keine Kinder"

In der Kategorie "Beste politische Reportage":

Anita Blasberg und Kerstin Kohlenberg mit "Die Klimakrieger"; Markus Feldenkirchen mit "Unter Eierköppen"; Alexander Osang mit "Der Exhibitionist"; Jana Simon mit "Das explodierte Ich"; Barbara Supp mit "Die Enkelin", Peter Wenig mit "Der lange Weg nach Berlin" sowie Takis Würger mit "Der Bürgermeister"

In der Kategorie "Bestes Interview":
Thomas Bärnthaler und Malte Herwig mit "Ich würde wieder genauso handeln"; Sascha Chaimowicz und Patrick Bauer mit "Ich bin ein einfach zu beobachtendes Kind" Max Fellmann, Kerstin Greiner und Claudio Musotto mit "Ich fände es seltsam, wenn mein Vater eine Freundin hätte"; Katja Gloger mit "Die ganze Welt im Verdacht"; Jarka Kubsova und Oliver Schröm mit "Ein Schuss. Und fertig."; Benjamin von Stuckrad-Barre und Hajo Schumacher mit "Ohne unsere Frauen wären wir jetzt tot" sowie Moritz von Uslar mit "99 Fragen an Werner Herzog"

In der Kategorie "Beste Reportage":
Marc Brost, Mark Schieritz und Wolfgang Uchatius mit "Verrechnet"; Finn Canonica und Birgit Schmid mit "Und dann kam Lindsey"; Heike Faller mit "Der Getriebene"; Julia Friedrichs mit "Die geteilte Straße"; Raphael Geiger mit "Da drüben, unter dem Wrack, liegt seine Frau"; Mario Kaiser mit "Der lange Abschied"; Erwin Koch mit "Eigentlich eine Liebesgeschichte"; Kuno Kruse mit "Schiffbruch"; Michael Martens mit "Müll"; Sandro Mattioli mit "Mafioso außer Dienst"; Dialika Neufeld mit "Ein Mensch, ein Wunder"; Michael Obert mit "Im Reich des Todes"; Claas Relotius mit "Der Mörder als Pfleger"; Stefan Willeke mit "Verdammt, wo bin ich?" sowie Takis Würger mit "Angst"

In der Kategorie "Bester freier Reporter":
Bernhard Bartsch mit "Die Macht der alten Männer"; Dennis Betzholz mit "Das Märchen vom guten Spiel"; Thomas Feix mit "Lenken statt denken"; Andrea Jeska mit "Der Mann, der die Wüste aufhielt"; Martina Keller mit "Herz auf Bestellung"; Roland Schulz mit "Zwei gegen Pi" sowie Carsten Stormer mit "Mein Kumpel, der Islamist"

In der Kategorie "Beste Lokalreportage":
Meral Al-Mer und Lucas Vogelsang mit "Sie nannten sie Titten-Gitti"; Nina Brnada mit "Am Nachtfenster der Apotheke"; Jan Haarmeyer und Volker ter Haseborg mit "Die Akte Hegestraße"; Maris Hubschmid mit "Ist doch wahr"; Konrad Litschko mit "Fluchtpunkt Görlitzer Park"; Eva Sudholt mit "Mein Freund Jürgen" sowie Dietmar Telser mit "Wie ich einmal Deutscher wurde"

In der Kategorie "Beste Webreportage":
Steffen Dobbert mit "Am Berg der Fahrrad-Verrückten"; Dirk Gieselmann mit "Werbung für den Handball"; Sara Maria Manzo, Benjamin Braden, Hanz Sayami, Timo Zett und Jörg Diehl mit "Duisburg, Stadt der verlorenen Wähler"; Kay Meseberg und Felix Zeltner mit "Big Data"; Lela Ahmadzai mit "Stille Nacht"; Dietmar Telser und Thorsten Schneiders mit "Arabellion" sowie die Axel Springer Akademie mit "Auf der Strecke"

In der Kategorie "Freistil":
Andreas Albes, Lukas Heiny und Andreas Hoffmann mit "16. März, 4.30 Uhr – Europa macht ernst"; Bernhard Albrecht mit "Und Frieda lebt doch"; Georg Diez mit "Alexanderplatz"; Alfred Steffen, Tobias Haberl und Alexandros Stefanidis mit "Sagen Sie jetzt nichts, Peer Steinbrück"; Annette Ramelsberger mit "Tatort Deutschland: Eine Reise auf den Spuren des rechten Terrors"; Kathrin Spoerr mit "Geschiedene Leute" sowie Benjamin von Stuckrad-Barre mit "Nüchtern"


Am 2. Dezember kommt die Jury in Berlin zusammen, um die Preisträger zu bestimmen. Die Juroren sind die Journalisten Matthias Eberl, Ullrich Fichtner, Timm Klotzek, Hania Luczak, Stefanie Müller-Frank, Evelyn Roll, Sabine Rückert, Margrit Sprecher, Britta Stuff, Jan Christoph Wiechmann; die Autoren Axel Hacke, Sascha Lobo, Denis Scheck, Jörg Thadeusz, Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger, Antje Kunstmann, Helge Malchow; und die TV-Journalisten Friedrich Küppersbusch und Caren Miosga.


Wir stellen die nominierten Reportagen in den nächsten Tagen auf die Website, jeder Teilnehmer des Reporterforums kann sich an der Internetabstimmung beteiligen.


Jury des Reporterpreises benannt


Die Jury setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Journalisten, Autoren und professionellen Lesern, die auf sehr unterschiedliche Weise Experten sind für die Beurteilung von Reportagen, Essays und Interviews.

Es sind die Journalisten Matthias Eberl, Ullrich Fichtner, Timm Klotzek, Hania Luczak, Evelyn Roll, Sabine Rückert, Margrit Sprecher, Britta Stuff, Jan Christoph Wiechmann; die Autoren Axel Hacke, Sascha Lobo, Denis Scheck, Jörg Thadeusz, Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger, Antje Kunstmann, Helge Malchow; und die TV-Journalisten Friedrich Küppersbusch und Caren Miosga.

Der 20. Juror ist der große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.

Journalisten und Leser können noch bis zum 1. Oktober Texte für den Deutschen Reporterpreis einreichen, bitte senden an reporterpreis@reporter-forum.de


Die Vorjury


In diesem Jahr sind 1076 Beiträge für den Deutschen Reporterpreis eingereicht worden.

Es gibt also viele Tausend Seiten Lesestoff für die 57 Vorjuroren - bei denen wir uns an dieser Stelle sehr, sehr herzlich bedanken möchten. Es sind:

Robert Arsenschek, Sonja Banze, Katja Bauer, Wolfgang Bauer, Anita Blasberg, Bernhard Borgeest, Silke Burmester, Finn Canonica, Ulrike, Demmer, Michael Ebert, Julia Encke, Joachim Fahrun, Jochen Förster, Dieter Fuchs, Dirk von Gehlen, Johannes Gernert, Volker ter Haseborg, Jan Heidtmann, Stefan Heijnk, Laura Himmelreich, Jörn Kabisch, Cathrin Kahlweit, Steffi Kammerer, Jürgen Kaube, Roland Kirbach, Kerstin Kohlenberg, Holger Liebs, Heinrich Löbbers, Raoul Löbbert, Georg Löwisch, Arno Makowsky, Philipp Mausshardt, Georg Meck, Kai Müller, Barbara Nolte, Carolin Pirich, Ismene Poulakos, Karin Prummer, Ole Reißmann, Sabine Rennefanz, Jörg Sadrozinski, Stefan Schirmer, Rainer Schmidt, Dieter Schnaas, Inka Schneider, Jens Schröder, Vera Schroeder, Thomas Schumann, Michael Streck, Britta Stuff, Dagmar von Taube, Christian Thiele, Hanne Tügel, Simone Wendler, Jennifer Wilton, Martina Wimmer, Felix Zimmermann

DANKE für Euer Engagement!!

(Ende Oktober findet Ihr an dieser Stelle die Nominierungen - sieben pro Kategorie, 15 bei der "Besten Reportage")



Deutscher Reporterpreis 2013



Zum fünften Mal schreibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis aus, den Preis von Journalisten für Journalisten.

 

Einsendeschluss ist Dienstag, 1. Oktober 2013, 12 Uhr. Bitte formatieren Sie Ihren Text nach dieser Vorlage und senden Sie ihn an reporterpreis@reporter-forum.de. (Hinweis: Bitte TATSÄCHLICH das Format der Vorlage übernehmen!)

 

Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser - weil die Leser blöder werden oder weil die Journalisten sie langweilen? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews und Essays des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte zur Diskussion gestellt werden.

 

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen.

 

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1000 Texte eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Printmedienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. Wir hoffen auf ähnliche Resonanz in diesem Jahr.

 

Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in acht Kategorien vergeben.

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Ausschreibung: Deutscher Reporterpreis 2013



Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser - weil die Leser blöder werden oder weil die Journalisten sie langweilen? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews und Essays des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte zur Diskussion gestellt werden.

 

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen.

 

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1000 Texte eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Printmedienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. Wir hoffen auf ähnliche Resonanz in diesem Jahr.

 

Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in acht Kategorien vergeben:

 

Beste politische Reportage: Es gibt eine große Tradition der politischen Reportage in Deutschland, die durch Reporter wie Hans Ulrich Kempski, Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann und Kurt Kister begründet wurde. Sie haben politische Vorgänge verständlich und Politiker durchschaubar gemacht. In den letzten Jahren spielt die Reportage in den Politikteilen der Tageszeitungen und Wochenblätter eine immer geringere Rolle, darum will das Reporterforum mit dem Preis für die beste politische Reportage junge Reporter motivieren, über den Politikbetrieb wieder mehr durch Reportagen zu berichten.

 

Beste Lokalreportage: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Um so bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.

 

Beste Reportage: Auch in großen Redaktionen überregionaler Blätter wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neu unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

 

Bester Essay: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

 

Bestes Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Formen des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

 

Beste Webreportage: Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

 

Bester freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

 

Freistil: In dieser Kategorie sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle und neue Weise die Formen des herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen.

 

Eingereicht werden können alle deutschsprachigen Texte und Multimedia-Beiträge, die zwischen dem 1. Oktober 2012 und dem 30. September 2013 erschienen sind.

 

60 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten, Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor.

 

Die nominierten Reportagen, Essays und Interviews werden auf der Website vorgestellt, in der Kategorie "Beste Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

 

Am 2. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.


Publikumsjurorin beim Reporterpreis 2013


In jedem Jahr stimmen die Teilnehmer des Reporter-Workshops mit ab über die "Beste Reportage". Dieses Mal vertrat Stefanie Müller-Frank ihr Votum in der Jury. Sie hatte, wie die Mehrzahl, für die Reportage von Michael Obert gestimmt - konnte sich mit diesem Votum aber in der Hauptjury nicht durchsetzen. Am Ende gewann dort der Text von Claas Relotius.

Ein klassischer Vorwurf an Preis-Jurys lautet, das hinter verschlossenen Türen die vorderen Plätze ausgekungelt werden. Um zu zeigen, dass dieser Vorwurf nicht stimmt, ist die Sitzung der Reporterpreis-Jury stets öffentlich.

Bitte finden Sie hier den Bericht von Stefanie Müller-Frank, die beim Deutschlandradio volontierte und dort heute als freie Reporterin arbeitet.


Diaschau: Preisverleihung


Diaschau: Die Jurysitzung


Reader: Reporterpreis 2013


Der Reader zum Reporterpreis 2013. Alle zehn ausgezeichneten Texte, jeweils eingeleitet von der Laudatio. Viel Spaß beim Lesen!


Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg