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26.06.16

Mehr Referentinnen beim Reporter-Workshop 2017


Am vorigen Freitag und Samstag kamen über 300 Journalisten aus vielen Redaktion des Landes zum Reporter-Workshop in Hamburg zusammen. Wieder einmal stieß das Programm auf Begeisterung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Einer der 35 Workshops beschäftigte sich mit der Frage, warum in diesem Jahr so wenig Referentinnen Workshops hielten. Nach zehn Jahren wirkt das schwer anachronistisch, deshalb hatte die Jahreshauptversammlung schon vor dem Workshop eine Frauenquote beschlossen: Im nächsten Jahr müssen mindestens 30 Prozent der Workshops von Frauen gegeben werden, in den nächsten zwei Jahren soll das auf 50 Prozent gesteigert werden.

12 Teilnehmerinnen haben sich bereit erklärt, am Programm des nächsten Jahres kontinuierlich mitzuarbeiten, und auch alle anderen möchten wir bitten, uns mit Vorschlägen zu überschütten:

Wir suchen Journalistinnen (zur Not auch Journalisten), die euch in den nächsten Monaten auffallen durch besondere Leistungen, die in einem Workshop an alle weitergegeben werden sollten. Ebenso Textkundige, die besonders gut redigieren, und Topleute, deren Karriere einmal erfragt werden sollte, und Journalistinnen, die Vorbild sind für andere.

Bitte die Vorschläge schicken an:

workshop[at]reporter-forum[.]de


Workshop 2016 - Die Fotos


Mehr als 300 Journalisten sind am vergangenen Wochenende zusammengekommen, um zu diskutieren, um sich auszutauschen, um voneinander zu lernen und um gemeinsam zu feiern. Dabei sind viele schöne Fotos entstanden, die wir euch nicht vorenthalten wollen. 

Fotos: Maria Feck


Workshop 2016 - Die Website



Wir haben für den Workshop 2016 eine neue Website gebaut - mit Programm, Fotos und Infos zu unseren Referenten und ihren Workshops.

Einfach auf das Foto klicken - oder hier entlang:
http://reporter-forum.de/rw16/


Reporter-Workshop 2016 in Hamburg


Der diesjährige Reporter-Workshop findet statt am 3. und 4. Juni beim SPIEGEL.

Unser Motto in diesem Jahr lautet:
Handwerk, Haltung, Hoffnung

Die Anmeldung ist möglich ab Montag, 2. Mai, 12 Uhr.

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 100 Euro.

Weitere Infos erfahren Sie hier oder über unseren Newsletter, für den Sie sich unter kontakt[at]reporter-forum[Punkt]de anmelden können.


Masterclass Wissenschaftsjournalismus

 

Vor drei Jahren haben wir gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung die "Masterclass Wissenschaftsjournalismus" ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich Geschichten mit den Mitteln neuester Technik lebendiger, anschaulicher und lesernäher erzählen lassen. Zehn Stipendiaten(-teams) wurden ausgewählt und haben, betreut von dem Kollegen Christian Schwägerl, zehn starke Projekte umgesetzt. Ihr findet sie hier.

Jetzt startet die Ausschreibung zur zweiten Masterclass.


Bewerbt Euch bis Mitte März auf einen der 30 Ausbildungsplätze und lernt von Referenten mit internationalem Renommée, welche Tools, welche Techniken es gibt, um Wissenschaftsthemen zeitgemäß umzusetzen. Am Ende winken zehn mit bis zu 7000 Euro dotierte Stipendien, um das eigene Projekt zu realisieren.

Alle Termine, Details findet ihr hier. Bitte weitersagen!


Die besten Reportagen des Reporterpreises als Buch



Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis. Jetzt ist in Kooperation mit dem Ankerherz Verlag ein Buch mit preisgekrönten Reportagen entstanden. Es trägt den Titel "Ins Herz der Welt" und bringt einige der besten Reporter zusammen, die in den letzten Jahren mit dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sind. 

Aus dem Vorwort:

"Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden. Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, in acht Kategorien werden die besten Reportagen, Essays und Interviews ausgezeichnet.
Die besten Reportagen der sechs Jahre sind in diesem Buch versammelt, nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, auch, weil sie große Geschichten erzählen, die es wert sind, wieder aufgetaut zu werden. Einen Moment der Wahrheit einzufangen und einzufrieren, der etwas Wichtiges erzählt über die Menschen, über die Geschichte, über die Welt, das ist die Aufgabe der Reportage und das verbindet diese Texte.
Martin Walser hat über Reportagen geschrieben, sie lieferten eine „Tatsachennähe, die nicht zur Meinung schrumpft, sondern zur Erfahrung wird“, besser kann man nicht sagen, was eine gute Reportage leisten muss. Jede gute Reportage beginnt mit guter Recherche, nicht nur schöne Sprache macht eine Reportage gut, sondern die Geschichte, die mit der schönen Sprache erzählt wird.

[...]

Gibt es große Trends in der Entwicklung der Reportage? Ja, vier Trends verändern die Reportage, machen sie noch interessanter und vielseitiger. Zum Ersten: Die Entdecker sind dabei, die Tautologen zu verdrängen. Die Tautologen, das sind die Edelfedern und die Schönschreiber, die glauben, allein die Kraft ihrer Sprache reicht, um immer wieder dieselben Geschichten erzählen zu können, vom Tod, vom Verbrechen, vom Alkohol, Geschichten aus dem Altersheim, dem Arbeitsamt, der Bahnhofsmission, also diese Sozialreportagen, die heute jeder Computer von allein schreiben kann. Lange saß ich in der Jury des Egon-Erwin-Kisch-Preises und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten beobachten, wie sich unter den besten Reportern der Republik immer mehr Entdecker profilierten, Reporter also, die an ihre Texte kommen durch einen investigativen Spürsinn für das Unerzählte.
Das ist der heroische Impetus der Reporter: Man will dort sein, wo sich die Gischt der Geschichte bricht. Kisch hat damals vom gesellschaftlichen Experiment in der Sowjetunion erzählt, aus dem dynamischen Amerika, vom Aufbruch in Asien, und heute ist Asien wieder ein großer Steinbruch für Geschichten, aber auch die Hirnforschung oder die Finanzwelt.
Die Sujets vieler Reportagen stammen noch aus der guten alten Männerwelt: Boxen, Krieg, Industriekapitäne, und es gibt immer noch wesentlich mehr Reporter als Reporterinnen. Aber, zweitens, das ändert sich. Denn Frauen haben bessere Voraussetzungen für den Beruf des Reporters, jeder Mann erzählt seine Geschichte lieber einer Frau, und jede Frau doch sowieso. Wir haben viele Reporterinnen, die in Krisengebiete wollen. Derzeit werden in den Journalistenschulen zwei Drittel Frauen aufgenommen und nur ein Drittel Männer.
Der Mythos will ja, dass der Reporter der Einzelgänger ist, der lonesome cowboy, auch das, drittens, ändert sich. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein sehr großes Thema wie den 11. September, den Irakkrieg oder die Finanzkrise im Team zu erzählen, weil nur so die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit erzählt werden konnte. Der durch die Welt ziehende einsame Cowboy ist da überfordert. Die moderne Reportage braucht die Gang und den Einzelgänger.
Der Leser will die Authentizität, die aus gelebter Zeitzeugenschaft resultiert. Ein Reporter soll mir als denkende Kamera vermitteln, was er erlebt hat, sodass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein. Das ist wie bei einem Unfall, den man im Vorbeifahren sieht: Man will alles wissen, Teil werden eines Vorgangs, der eigentlich schon abgeschlossen ist. Um Texte zu schreiben, die für Leser zur Erfahrung werden können, muss der Reporter ihm wie eine denkende Kamera Wirklichkeit vermitteln. Das Wort war dabei immer der Stolz des Reporters, dann kamen Fotos dazu, zunächst misstrauisch betrachtet vom Reporter, weil er sein Handwerk bedrängt und bedroht sah. Bald musste der schreibende Reporter mitansehen, wie ein mächtiger Konkurrent ihm die Leser stahl: der filmende Reporter des Fernsehens, der vieles konnte, was das gedruckte Wort nicht kann.
Und gerade erleben wir, viertens, die nächste kühne Stufe in der Evolution des Reporters: Die Digitalisierung des Journalismus verändert ihn, sein Handwerk, meinetwegen auch seine Kunst, auf revolutionäre Weise. Wenn der Reporter das Netz nicht als Bedrohung sieht, sondern als Herausforderung, dann kann er erzählen wie kein Reporter vor ihm. Er kann Wort, Foto und Video so mischen, dass für den Leser und Betrachter Wirklichkeit vielschichtiger wirksam wird als je zuvor.

[...]

Reporter aller Länder, schreibt um euer Leben, verändert euch! Ihr geht spannenden, stürmischen, ruhmreichen Zeiten entgegen, wenn eure Texte herausragen aus dem Brei all jener Reportägchen, die sich so ähneln wie ein Big Whopper dem anderen. Herausragende Texte zur Diskussion zu stellen, das ist der eigentliche Sinn des Deutschen Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen."


Neugierig geworden?


Hier geht's zum Buch: 


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus. mehr




Termine 2016


Mo, 2. Mai, 12 Uhr
Anmeldung Reporter-Workshop

Fr./Sa., 3./4. Juni
Reporter-Workshop in Hamburg

Anfang September
Start Ausschreibung
Deutscher Reporterpreis 2016

Anfang November
Bekanntgabe der Nominierten

Mo, 5. Dezember
Verleihung Deutscher Reporterpreis

 


Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg