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21.10.14

Seminyak-Stipendium: Ausschreibung 2014


Einsendeschluss: Montag, 1. Dezember 2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Seminyak-Stipendium geht in die vierte Runde. Insgesamt acht junge Journalistinnen und Journalisten sowie ein Team wurden bislang bei aufwendigen Recherchen in aller Welt gefördert. Meine Bilanz nach drei Jahrgängen ist mehr als gut. Die Teilnehmer des ersten und des zweiten Jahrgangs haben wunderbare Recherchen gemacht und ihre Texte in erstklassigen Medien untergebracht, darunter ZEIT, stern, Magazin der Süddeutschen Zeitung. Auch vom dritten Jahrgang habe ich bereits zwei Texte gelesen, einer davon ist schon verkauft. Es gibt keine Ausfälle, das ist sehr erfreulich für mich. Ich bin stolz auf die Journalistinnen und Journalisten, die mit dem Stipendium unterwegs waren. Vor allem freue ich mich, dass sie Reisen machen konnten, von denen sie begeistert berichtet haben. So hatte ich mir das vorgestellt. Ihre Erzählungen und Texte bereichern auch mein Wissen von der Welt.

Claus Kleber beendet sein Engagement für das Seminyak-Stipendium. Er hatte von vornherein gesagt, dass er für je drei Jahre 5000 Euro spenden werde. Ich danke ihm sehr dafür. Lieber Claus Kleber, das war phantastisch, dass Sie so spontan und großzügig mitgemacht haben.

Für den vierten Jahrgang stehen nun 5000 Euro zur Verfügung. Das heißt, dass wir ein bis zwei Stipendiaten in die Welt schicken können, nicht mehr drei. Sollten sich andere Spender finden, können wir das jederzeit ausbauen. An den Bedingungen der Ausschreibung ändert sich nur eine Sache: Das Ziel der Recherche sind nicht mehr ausschließlich Texte für Print, sondern auch Texte für Online-Medien. Das Höchstalter von 35 Jahren bleibt.

Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2014. Die Stipendiaten werden im Januar 2015 bekanntgegeben.

Lebenslauf, zwei Arbeitsproben, Expose und Kostenplan bitte an:

Dirk_Kurbjuweit@spiegel.de

oder:

z.H. Dirk Kurbjuweit

Pariser Platz 4a

10117 Berlin

Ich freue mich auf die Bewerbungen.

Zur Idee des Stipendiums geht es HIER.

Herzlich

Dirk Kurbjuweit

 

 


Jury des Reporterpreises benannt

Copyright: Ullrich Fichtner ©Thomas Rusch; Michael Krüger ©Peter-Andreas Hassiepen; Axel Hacke ©Thomas Dashuber;


Die Jury setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Journalisten, Autoren und professionellen Lesern, die auf sehr unterschiedliche Weise Experten sind für die Beurteilung von Reportagen, Essays und Interviews.

Es sind die Journalisten Matthias Eberl, Ullrich Fichtner, Timm Klotzek, Hania Luczak, Evelyn Roll, Sabine Rückert, Margrit Sprecher, Britta Stuff, Jessica Schober und Rainer Hank; die Autoren Axel Hacke, Sascha Lobo, Denis Scheck, Jörg Thadeusz, Christine Westermann; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; und die TV-Journalisten Friedrich Küppersbusch und Caren Miosga.

Der 20. Juror ist der große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.


Rekord: So viele Einreichungen wie noch nie


1109 Beiträge
sind in diesem Jahr für den Deutschen Reporterpreis eingereicht worden. So viele wie noch nie! Das freut uns sehr.

Es gibt also viele Tausend Seiten Lesestoff für unsere 60 Vorjuroren - bei denen wir uns an dieser Stelle sehr, sehr herzlich bedanken möchten. Es sind:

Robert Arsenschek (Münchner Merkur), Sonja Banze (Capital), Katja Bauer (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Patrick Bauer (SZ-Magazin), Anita Blasberg (Die Zeit), Barbara Bollwahn (frei), Bernhard Borgeest (Focus), Finn Canonica (Das Magazin), Ulrike Demmer (Focus), Michael Ebert (SZ-Magazin), Julia Encke (FAZ), Joachim Fahrun (Berliner Morgenpost), Jochen Förster (Hamburger Abendblatt), Dieter Fuchs (Stuttgarter Zeitung), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Johannes Gernert (sonntaz), Volker ter Haseborg (Bilanz), Jan Heidtmann (Süddeutsche Zeitung), Stefan Heijnk (HS Hannover), Ralf Hoppe (Der Spiegel), Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung), Steffi Kammerer (frei), Jürgen Kaube (FAZ), Beate Lakotta (Der Spiegel), Holger Liebs (Monopol), Heinrich Löbbers (Sächsische Zeitung), Philipp Maußhardt (Zeitenspiegel), Georg Meck (FAZ), Fabian Mohr (Die Zeit), Kai Müller (Tagesspiegel), Barbara Nolte (Tagesspiegel), Bastian Obermayer (Süddeutsche Zeitung), Andreas Öhler (Christ und Welt), Khuê Pham (Die Zeit), Carolin Pirich (frei), Ismene Poulakos (frei), Wolfgang Prosinger (Der Tagesspiegel), Ole Reißmann (Spiegel Online), Jan Rübel (Zeitenspiegel), Jörg Sadrozinski (DJS Deutsche Journalistenschule), Stefan Schirmer (Die Zeit), Rainer Schmidt (frei), Dieter Schnaas (Wirtschaftswoche), Inka Schneider (NDR), Jens Schröder (GEO), Vera Schroeder (Süddeutsche Zeitung), Johannes Schweikle (frei), Jana Simon (Die Zeit), Karin Stawski (stern), Michael Streck (stern), Regine Sylvester (Berliner Zeitung), Dagmar von Taube (Welt am Sonntag), Christian Thiele (frei), Karin Truscheit (FAZ), Hanne Tügel (GEO), Jennifer Wilton (Die Welt), Martina Wimmer (frei), Christine Zerwes (stern), Felix Zimmermann (sonntaz).

DANKE für Euer Engagement!


Wir haben die Vorjuroren in Gruppen unterteilt und einer Kategorie zugewiesen. Ab heute beginnen sie nun mit der Lektüre und benennen die Nominierten, die wir dann Ende Oktober an dieser Stelle veröffentlichen werden - fünf in der Kategorie "Beste Webreportage", jeweils sechs in "Bester freier Reporter", "Bestes Interview "und "Freistil", acht in den Kategorien "Bester Essay" und "Beste politische Reportage", neun in "Beste Lokalreportage" und 16 in "Beste Reportage".

Am 1. Dezember wird dann die Jury aus allen Nominierungen die Siegertexte bestimmen.


Nominierte aus dem Vorjahr: Freistil

Nominierte 2013: Benjamin von Stuckrad-Barre, Annette Ramelsberger, Georg Diez (v.l.)


Freistil: In dieser Kategorie sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle und neue Weise die Formen des herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen.

Drei nominierte Texte aus 2013:
Benjamin von Stuckrad-Barre: "Nüchtern"
Georg Diez: "Alexanderplatz"
Annette Ramelsberger: "Tatort Deutschland: Eine Reise auf den Spuren des rechten Terrors"

 


Nominierte aus dem Vorjahr: Bester freier Reporter

Nominierte 2013: Andrea Jeska, Roland Schulz, Martina Keller (v.l.)


Bester freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Drei nominierte Texte aus 2013:

Roland Schulz: "Zwei gegen Pi"
Andrea Jeska: "Der Mann, der die Wüste aufhielt"
Martina Keller: "Herz auf Bestellung"


Nominierte aus dem Vorjahr: Beste Webreportage

Nominierte 2013: Kay Meseberg, Lela Ahmadzai, Felix Zeltner (oben, v.l.), Nils Mertens, Katharina Weiss, Maria Menzel, Sarah Borufka (Axel Springer Akademie)


Beste Webreportage: Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

Drei nominierte Webreportagen aus 2013:
Lela Ahmadzai: "Stille Nacht"
Kay Meseberg / Felix Zeltner: "Big Data"
Axel Springer Akademie: "Auf der Strecke"


Nominierte aus dem Vorjahr: Bestes Interview

Nominierte 2013: Patrick Bauer, Sascha Chaimowicz, Katja Gloger, Moritz von Uslar


Bestes Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Formen des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Drei nominierte Texte aus 2013:
Moritz von Uslar: "99 Fragen an Werner Herzog"
Katja Gloger: "Die ganze Welt im Verdacht"
Sascha Chaimowicz / Patrick Bauer: "Ich bin ein einfach zu beobachtendes Kind"


Nominierte aus dem Vorjahr: Bester Essay

Nominierte 2013: Barbara Hardinghaus, Katrin Kuntz, Malte Welding, Miriam Meckel, Dialika Neufeld


Bester Essay:
Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Drei nominierte Texte aus 2013:
Barbara Hardinghaus / Katrin Kuntz / Dialika Neufeld: "Mutter Staat"
Miriam Meckel: "Links. Rechts. Halt. Zurück."
Malte Welding: "Der Mann stillt keine Kinder"

 


Nominierte aus dem Vorjahr: Beste Reportage

Nominierte 2013: Sandro Mattioli, Dialika Neufeld, Raphael Geiger


Beste Reportage: Auch in großen Redaktionen überregionaler Blätter wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Drei nominierte Texte aus 2013:

Raphael Geiger: "Da drüben, unter dem Wrack, liegt seine Frau"
Sandro Mattioli: "Mafioso außer Dienst"
Dialika Neufeld: "Ein Mensch, ein Wunder"


Nominierte aus dem Vorjahr - Beste Lokalreportage

Die Nominierten 2013: Eva Sudholt, Nina Brnada, Maris Hubschmid (v.l.)


Beste Lokalreportage:
Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.

Drei nominierte Texte aus 2013:
Eva Sudholt: "Mein Freund Jürgen"
Nina Brnada: "Am Nachtfenster der Apotheke"
Maris Hubschmid: "Ist doch wahr"


Nominierte aus dem Vorjahr - Politische Reportage

Die Nominierten 2013: Barbara Supp, Takis Würger, Jana Simon (v.l.)


Die Ausschreibung zum Deutschen Reporterpreis 2014 ist angelaufen, täglich erreichen uns Dutzende Einreichungen. Wenn Sie auch einen Text einreichen wollen oder Ihnen bei der täglichen Zeitungslektüre Texte auffallen, reichen Sie sie gerne bis Mittwoch, 1. Oktober 2014, 12 Uhr bei uns ein.

Als Anregung veröffentlichen wir in den nächsten Tagen für jede der acht Kategorien jeweils drei nominierte Texte aus dem Vorjahr.

Beste politische Reportage: Es gibt eine große Tradition der politischen Reportage in Deutschland, die durch Reporter wie Hans Ulrich Kempski, Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann und Kurt Kister begründet wurde. Sie haben politische Vorgänge verständlich und Politiker durchschaubar gemacht. In den letzten Jahren spielt die Reportage in den Politikteilen der Tageszeitungen und Wochenblättern eine immer geringere Rolle, darum will das Reporterforum mit dem Preis für die beste politische Reportage junge Reporter motivieren, über den Politikbetrieb wieder mehr durch Reportagen zu berichten.

Jana Simon: "Das explodierte Ich"
Barbara Supp: "Die Enkelin"
Takis Würger: "Der Bürgermeister"


Ausschreibung: Deutscher Reporterpreis 2014


Zum sechsten Mal schreibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis aus, den Preis von Journalisten für Journalisten.

Einsendeschluss ist Mittwoch, 1. Oktober 2014, 12 Uhr. Bitte formatieren Sie Ihren Text nach dieser Vorlage und senden Sie ihn an reporterpreis@reporter-forum.de.

(Hinweis: Bitte TATSÄCHLICH das Format der Vorlage übernehmen!)

Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser - weil die Leser blöder werden oder weil die Journalisten sie langweilen? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews und Essays des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte zur Diskussion gestellt werden.

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen. Der Preis ist nicht dotiert, zukünftig wollen wir aus unseren Einnahmen lieber das ReporterLab finanzieren, mit dem neue Formen des Journalismus gefördert und präsentiert werden.

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1000 Texte eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Printmedienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. Wir hoffen auf ähnliche Resonanz in diesem Jahr.

Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in acht Kategorien vergeben:

Beste politische Reportage: Es gibt eine große Tradition der politischen Reportage in Deutschland, die durch Reporter wie Hans Ulrich Kempski, Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann und Kurt Kister begründet wurde. Sie haben politische Vorgänge verständlich und Politiker durchschaubar gemacht. In den letzten Jahren spielt die Reportage in den Politikteilen der Tageszeitungen und Wochenblättern eine immer geringere Rolle, darum will das Reporterforum mit dem Preis für die beste politische Reportage junge Reporter motivieren, über den Politikbetrieb wieder mehr durch Reportagen zu berichten. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Beste Lokalreportage: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Beste Reportage:
Auch in großen Redaktionen überregionaler Blätter wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Bester Essay: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Bestes Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Formen des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Beste Webreportage: Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Bester freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Freistil: In dieser Kategorie sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle und neue Weise die Formen des herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen. Alle Formate, Texte, Grafiken, Fotos, und die Mischung aus alldem, sind willkommen. (Als Beispiel: Drei nominierte Beiträge aus 2013)

Eingereicht werden können alle deutschsprachigen Texte und Multimedia-Beiträge, die zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 30. September 2014 erschienen sind.

60 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten, Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor.

Die nominierten Reportagen, Essays und Interviews werden auf der Website vorgestellt, in der Kategorie "Beste Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 1. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.


Ausschreibung: China-Stipendien für deutsche Journalisten


Die Robert Bosch Stiftung und das International Media Center (IMC) schreiben zum achten Mal Stipendien für einen dreimonatigen Aufenthalt in China aus. "Medienbotschafter China - Deutschland" heißt das Programm, für das sich deutsche Journalisten bis zum 15. Oktober bewerben können.

Das Austauschprogramm findet vom 1. April bis 29. Juni 2015 statt und umfasst sämtliche mit dem Programm verbundene Reisekosten, Studiengebühren an der Tsinghua Universität sowie ein monatliches Stipendiengeld in Höhe von 1350 Euro.

Weitere Informationen zum Programm und zur Bewerbung gibt es HIER.

 


Wir trauern um Frank Schirrmacher


Völlig überraschend ist am Donnerstag der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gestorben. Er wurde nur 54 Jahre alt. Mit ihm verlieren wir einen einzigartigen Kollegen, einen furchtlosen Journalisten, der etwas bewegen wollte, der nach vorne drängte, jemanden, der schon früh nach einem Weg aus der Krise des Journalismus suchte.

Wie die Zukunft des Journalismus aussehen könnte, darüber sprach er schon auf dem Reporter-Workshop vor zwei Jahren. Eine Videobotschaft - und eine Erinnerung an einen großen Publizisten.

Wir verlieren einen langjährigen Förderer des Reporter-Forums. Lieber Frank, Ihre Intelligenz, Ihre Leidenschaft, Ihre Freundlichkeit werden uns fehlen, liebe Rebecca, wir trauern mit Ihnen.


"ReporterLAB" für innovativen Journalismus


Sind wir so schlecht, wie die Zahlen vermuten lassen? Der Print-Journalismus in Deutschland verliert Leser, Vertriebserlöse und Anzeigenerlöse und damit auf Dauer die Mittel, die nötig sind, um unabhängigen Journalismus zu finanzieren. Die ersten Zeitungen sind eingestellt, andere verkauft, wieder andere werden zusammengelegt. In vielen Redaktionen folgt eine Sparrunde auf die andere, journalistische Arbeitsplätze gehen auf Dauer verloren.

Es ist höchste Zeit, dass wir Journalisten die Zukunft unserer Branche nicht Verlagen überlassen, die zu lange an überkommenen Geschäftsmodellen und publizistischen Konzepten festhalten, die bisher keine überzeugenden Lösungen für bezahlten Journalismus im Netz gefunden haben. Wir müssen Einfluss nehmen darauf, was mit unseren Zeitungen, Zeitschriften und Websites passiert.

Indem wir
- neue Ideen für ungewöhnliche journalistische Formen entwickeln,
- stärker crossmedial denken und arbeiten,
- uns an der Entwicklung von neuen digitalen Medien beteiligen,
- journalistische Projekte auch außerhalb der Verlage wagen.


Um diesen Prozess der journalistischen Erneuerung anzuregen und zu begleiten, wird das Reporter-Forum mit dem "ReporterLAB" Beispiele für innovativen Journalismus im In- und Ausland, Analysen über Gegenwart und Zukunft der Branche, besorgniserregende wie ermutigende Nachrichten kontinuierlich zusammentragen. Das "ReporterLAB" soll vor allem eine Plattform werden für all das, was innerhalb und außerhalb von Redaktionen an Neuem und Ungewöhnlichem gewagt wird. Und so zur Nachahmung anregen.

Wir wollen Partner gewinnen für beispielhafte journalistische Projekte: Die "Masterclass Zukunft des Wissenschaftsjournalismus", die wir zusammen mit der Robert Bosch Stiftung einrichten, um 15 Stipendiaten konzeptionelle und finanzielle Unterstützung zu geben, ist ein erstes Beispiel. Nicht nur Stiftungen, auch Firmen sollen gewonnen werden, ebenso private Geldgeber: Dirk Kurbjuweit und Claus Kleber haben es mit ihrem Seminyak-Stipendium schon vorgemacht.


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Reportagen der Woche


Aktualisiert jeden Freitag, 12 Uhr

N. Ahr und C. Hawranek: "Die gespendeten Kinder" (Die Zeit · 25.9.2014, jetzt online · 25 Minuten Lesezeit) ASie hatten sich gerade ein Haus gekauft und wollten Kinder, als der Arzt sagte: “Es tut mir sehr leid, aber Sie werden auf natürlichem Weg kein Kind bekommen können.” Dann hörten sie von dieser neuen Methode: Embryonenspende. Aber ist es richtig, ein fremdes Kind auszutragen als wäre es das eigene?

Boris Kartheuser: "Ist das ein Portrait?" (NZZ Folio · 10/2014 · 10 Minuten Lesezeit) Jeff Goosby, Immobilienmakler aus New York, mag die Tea-Party. Und er mag es, am Wochenende mit Abendkleid und Perücke tanzen zu gehen. Reporter Boris Kartheuser schreibt ein Portrait über Goosby – ohne ihn zu treffen. Eine Internetrecherche die zeigt, was man über jemanden online erfahren kann…

Moritz Herrmann: "Das wird ja immer Döner" (Tagesspiegel · 5.10.2014 · 15 Minuten Lesezeit) Da stehen sie im Lagerhallenneon. Im Großküchenkachelweiß. Die Männer, die den Döner herstellen. Doktern am Fleisch herum und sehen in ihren weißen Kitteln aus wie Ärzte. Götter in Schweiß. Reporter Moritz Herrmann kalauert sich durch die Berliner Welt des Döners. Ein Spießroutenlauf…

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Termine 2014


Ende Oktober
Bekanntgabe der Nominierten des Reporterpreises
Montag, 1. Dezember:
Verleihung Deutscher Reporterpreis



Workshop 2013 - die Videos



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg