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Rekordbeteiligung beim Deutschen Reporterpreis

Foto: Daniel Wolcke



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Texte, Web-Videos und Multimedia-Projekte bewerben sich in diesem Jahr um den vom Reporter-Forum ausgelobten Deutschen Reporterpreis. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

In der 38-köpfigen Jury urteilen in diesem Jahr zum ersten Mal Teresa Bücker, Chefredakteurin der EDITION F, Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, Kristina Dunz, Reporterin der Rheinischen Post, die freie Reporterin Doreen Reinhard, die Journalistinnen Çiğdem Akyol und Elisabeth Niejahr und der Fotograf Uwe H. Martin.

Die ARD-Moderatorin Jessy Wellmer, der Journalist Marcel Reif und der Autor Micky Beisenherz bestimmen über die Vergabe des in diesem Jahr neu zu vergebenden Preises für die beste Sportreportage.

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Vorjuroren aus 49 Redaktionen werden in den nächsten Wochen aus den eingereichten Reportagen, Interviews, Essays und Multimedia-Projekten diejenigen Arbeiten nominieren, die am 3. Dezember von der Jury ausgezeichnet werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für das Engagement unserer Vorjuroren bedanken! Es sind:

Robert Arsenschek (Akademie der Bayerischen Presse), Sonja Banze (frei), Katja Bauer (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Patrick Bauer (SZ-Magazin), Sven Behrisch (Das Magazin), Axel Bojanowski (Spiegel Online), Bernhard Borgeest (Focus), Annika Bunse (Die Welt), Javier Cáceres (Süddeutsche Zeitung), Finn Canonica (Das Magazin), Georg Dahm (frei), Swantje Dake (Stuttgarter Nachrichten), Denis Dilba (frei), Stefan Domke (WDR), Anette Dowideit (Die Welt), Daniel Drepper (Buzzfeed), Michael Ebert (SZ-Magazin), Ingrid Eißele (Zeitenspiegel), Joachim Fahrun (Berliner Morgenpost), Jochen Förster (C3), Julia Friedrichs (frei), Dieter Fuchs (Stuttgarter Zeitung), Nora Gantenbrink (stern), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Astrid Geisler (Zeit Online), Johannes Gernert (Die Zeit), Pit Gottschalk (Funkesport), Volker ter Haseborg (Wirtschaftswoche), Jan Heidtmann (Süddeutsche Zeitung), Stefan Heijnk (FH Hannover), Laura Himmelreich (VICE), Ruth Hofmann (sport1), Nicola von Hollander (NDR), Claus Hornung (frei), Frauke Huber (Bombay Flying Club), Katharina Jakob (frei), Carsten Jasner (frei), Jörn Kabisch (taz), Steffi Kammerer (frei), Alard von Kittlitz (Die Zeit), Egmont Koch (frei), Stefan Kruecken (Ankerherz), Beate Lakotta (Der Spiegel), Katrin Langhans (Süddeutsche Zeitung), Diana Laarz (GEO), Holger Liebs (Hatje Cantz), Judith Liere (stern), Heinrich Löbbers (Sächsische Zeitung), Dirk Lübke (Mannheimer Morgen), Dagny Lüdemann (Die Zeit), Marin Majica (C3), Arno Makowsky (frei), Lorenz Matzat (Lokaler), Philipp Maußhardt (Zeitenspiegel), Georg Meck (FAS), Daniel Müller (Die Zeit), Kai Müller (Der Tagesspiegel), Marc Neller (Welt am Sonntag), Barbara Nolte (Der Tagesspiegel), Bastian Obermayer (Süddeutsche Zeitung), Andreas Öhler (Christ & Welt), David Ohrndorf (WDR), Marta Orosz (Correctiv), Michalis Pantelouris (frei), Jana Petersen (frei), Carolin Pirich (frei), Ismene Poulakos (Kölner Stadt-Anzeiger), Ole Reißmann (Spiegel Online), Jan Rübel (Zeitenspiegel), Anja Rützel (frei), Jörg Sadrozinski (DJS), Julia Saldenholz (NDR), Paula Scheidt (Das Magazin), Stefan Schirmer (Die Zeit), Rainer Schmidt (frei), Dieter Schnaas (Wirtschaftswoche), Inka Schneider (NDR), Jens Schröder (pm), Thomas Schumann (stern), Johannes Schweikle (frei), Jana Simon (Die Zeit), Emilia Smechowski (frei), Julian Stahnke (Zeit Online), Alexandra Stark (frei), Karin Stawski (stern), Simon Sticker (Bombay Flying Club), Maria Stöhr (frei), Carsten Stormer (Zeitenspiegel), Michael Streck (stern), Judka Strittmatter (frei), Britta Stuff (Die Zeit), Kurt Stukenberg (greenpeace Magazin), Barbara Supp (Der Spiegel), Dagmar von Taube (Welt am Sonntag), Christian Thiele (frei), Julius Tröger (Zeit Online), Karin Truscheit (FAZ), Maren Urner (perspective daily), Bernd Volland (stern crime), Lorenz Wagner (SZ Magazin), Simone Wendler (Lausitzer Rundschau), Jennifer Wilton (Die Welt), Martina Wimmer (frei), Eva Wolfangel (frei), Tilman Wörtz (frei), Oliver Wurm (frei), Christine Zerwes (stern), Felix Zimmermann (taz), Florian Zinnecker (Die Zeit).

Wir haben die Vorjuroren in Gruppen unterteilt und einer Kategorie zugewiesen. Jetzt beginnen sie mit der Lektüre und benennen die Nominierten, die wir dann im November an dieser Stelle veröffentlichen werden.


Jury des Deutschen Reporterpreises benannt

Copyright: Teresa Bücker ©Jennifer Fey; Caren Miosga ©NDR/Thorsten Jander; Ines Pohl ©DW/P.Böll; Axel Hacke ©Thomas Dashuber; Ildikó von Kürthy ©Frank Grimm; Jörg Thadeusz ©Jenny Sieboldt; Michael Krüger ©Peter-Andreas Hassiepen; Helge Malchow ©Bettina Flitner; Gesine Cukrowski ©Mirjam Knickriem; Ulrich Matthes ©privat



In diesem Jahr entscheiden 38 Jurorinnen und Juroren über die Preisträger des Deutschen Reporterpreises. Neu hinzugekommen sind Teresa Bücker, Chefredakteurin der EDITION F, Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, Kristina Dunz, Reporterin der Rheinischen Post, die freie Reporterin Doreen Reinhard, die Journalistinnen Çiğdem Akyol und Elisabeth Niejahr und der Fotograf Uwe H. Martin.

Die ARD-Moderatorin Jessy Wellmer, der Journalist Marcel Reif und der Autor Micky Beisenherz bestimmen über die Vergabe des in diesem Jahr neu zu vergebenden Preises für die beste Sportreportage.

Bis zum 1. Oktober um 12:00 Uhr können noch Arbeiten in den insgesamt 13 Kategorien eingereicht werden unter http://reporter-forum.de/ (Ausschreibung und Bewerbungsformular weiter unten auf dieser Seite).

110 Vorjuroren wählen aus den eingereichten Arbeiten diejenigen aus, unter denen die Jury am 3. Dezember die Preisträgerinnen und Preisträger bestimmt. Am Abend des 3. Dezember werden sie im Tipi am Kanzleramt in Berlin geehrt.

Die Jurorinnen und Juroren sind:

die Journalist/innen Çiğdem Akyol, Nikolaus Brender, Teresa Bücker, Astrid Csuraji, Kristina Dunz, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Timm Klotzek, Uwe H. Martin, Caren Miosga, Elisabeth Niejahr, Ines Pohl, Marcel Reif, Doreen Reinhard, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Jessy Wellmer, Dominik Wichmann, Armin Wolf und Diana Zinkler; die Autor/innen Micky Beisenherz, Axel Hacke, Ildikó von Kürthy, Sascha Lobo und Jörg Thadeusz; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; die Schauspielerin Gesine Cukrowski und der Schauspieler Ulrich Matthes; der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling.

Der 38. Juror ist der/die große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.


Ausschreibung: Deutscher Reporterpreis 2018



Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser und Reputation, Onlinejournalismus wird kritisiert für Oberflächlichkeit und Klickfixiertheit – sind wir Journalisten so schlecht, wie man uns gelegentlich vorwirft? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews, Essays und Innovationen des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen. Der Preis ist nicht dotiert, zukünftig wollen wir aus unseren Einnahmen lieber Workshops finanzieren, in denen neue Formen des Journalismus gefördert und präsentiert werden.

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1600 Arbeiten eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Print-Medienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. In diesem Jahr wollen wir noch mehr als bisher neue Formen des Print- und des Online-Journalismus auszeichnen.


BEWERBUNG

Für den Deutschen Reporterpreis 2018 können alle deutschsprachigen journalistischen Texte und Web-Projekte eingereicht werden, die zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018 in Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen und (aktualitätsbezogenen) Websites veröffentlicht wurden. Zweitveröffentlichungen, Übersetzungen, Buchveröffentlichungen und Manuskripte sind ausgeschlossen.

Wichtig: Jeder Beitrag darf nur in einer Kategorie eingereicht werden!

Beiträge können von den Autoren selbst, von Redaktionen oder von Lesern eingereicht werden.


BEWERBUNGSFORMULAR

Die Einreichungen werden nur online entgegen genommen unter:
https://reporterpreis2018.reporter-forum.de


EINSENDESCHLUSS

Montag, 1. Oktober 2018, 12 Uhr.


Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in 13 Kategorien vergeben. Neu dazugekommen ist die Kategorie Sportreportage.


Reportage: In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue, unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Investigation: Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Sportreportage: Viele erfolgreiche Reporter haben als Sportreporter angefangen. Der Zeitdruck und die Konkurrenz durchs Fernsehen haben ihre Fähigkeit zur originellen Themensuche, zur genauen Recherche und zur packenden, anschaulichen Sprache geschärft. Genau durch diese Eigenschaften sollten sich Sportreportagen auszeichnen, die mit dem Reporterpreis geehrt werden.

Datenjournalismus: Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Die Aufgabe der Datenjournalisten ist es, journalistisch relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams mit Programmierern und Grafikdesignern zusammen, um gesellschaftliche Zusammenhänge aus Daten herauszulesen und diese verständlich zu erzählen - offline oder im Netz. Die Kraft des Datenjournalismus liegt am Ende nicht in einer bestimmten Erzählform, sondern im Wahrheitsgehalt seiner Geschichten.

Wissenschaftsreportage: Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Lokalreportage
: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Wichtig: Bitte in dieser Kategorie nur Reportagen von Lokalzeitungen einreichen.)

Hauptstadt-Preis
: Der politische Betrieb der Berliner Republik wird von Reportern, Kommentatoren und Essayisten beschrieben und analysiert, in den Texten von Journalisten wie Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann oder Nina Grunenberg wurde deutsche Politik beispielhaft durchsichtig gemacht. In dieser Tradition sollen Texte ausgezeichnet werden, die neue Einsichten und Ansichten auf die Regierungs-, Parlaments- und Behördenarbeit erlauben.

Essay
: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Kulturkritik
: Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Interview
: In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Freier Reporter
: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Multimedia
: Im Web werden Geschichten multimedial erzählt und sind doch ganz anders: Sie kombinieren Text, Foto, Ton und Video, lassen sich dabei interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten verlassen sie dabei die klassischen Genre-Konventionen der Reportage oder sie binden den Rezipienten auf neuartige Weisen in die Geschichte ein.

Web-Video
: Video wird im digitalen Journalismus immer wichtiger. Dabei hat sich das Medium längst von den klassischen Fernsehkriterien gelöst. In dieser Kategorie sollen Webvideos prämiert werden, die in ungewöhnlichen und neuen Formaten erzählen, die die Stärken des Internets gekonnt ausspielen oder mit neuen Zielgruppen in den Dialog treten.


108 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten. Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor. Die nominierten Arbeiten werden auf der Website des Reporter-Forums vorgestellt, in der Kategorie "Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 3. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.




Web-Akademie für Journalismus gegründet



Seit einigen Monaten basteln wir und andere an einem größenwahnsinnigen Projekt: wir bauen im Netz eine Web-Akademie des Journalismus auf, für Nicht-Journalisten und Journalisten. Sie heißt „Reporterfabrik“ und hat vier Ziele: Grundlagen des journalistischen Handwerks vermitteln, die Funktionsweise von sozialen und klassischen Medien durchschaubar machen, Versuche der Desinformation erkennbar machen, Fortbildung und Erfahrungsaustausch von Journalisten.

Es ist der Versuch, die aufklärerische, konstruktive, solidarische Vision des Netzes zu verteidigen gegen die dunkle Seite, gegen Hass, Fake-News, Desinformationen und Trash, eine Plattform zu schaffen für eine redaktionelle Gesellschaft, in der Vierte und Fünfte Gewalt nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander recherchieren, kritisieren, aufklären. Reporterforum und Correctiv sind die Träger des Projekts, der Kreis der Unterstützer reicht von Chefredakteuren wie Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), Klaus Brinkbäumer („Der Spiegel“), Christian Lindner („Rhein-Zeitung“), Mathias Müller von Blumencron („FAZ“), Wolfgang Krach („Süddeutsche Zeitung“) bis zu Bloggern wie Richard Gutjahr oder Netzjournalisten wie Teresa Bücker („Edition F“) oder Constantin Seibt (Projekt R); vom Telekom-Vorstand Claudia Nemat bis zur Schriftstellerin Doris Dörrie; vom Medienunternehmer Sebastian Turner bis zu den Professoren Dr. Christoph Meinel (Hasso-Plattner-Institut), Dr. Bernhard Pörksen (Uni Tübingen), Dr. Sönke Knutzen (Hamburg Open Online University) und dem Leiter der Henri-Nannen-Schule, Andreas Wolfers; von den TV-Moderatoren Claus Kleber (ZDF) und Armin Wolf (ORF) bis zur Werbeunternehmerin Karen Heumann (Thjnk) und der CEO Julia Jäkel (Gruner+Jahr).

Wir wollen mit Journalistenschulen und Volkshochschulen kooperieren. In dieser Phase sind wir damit beschäftigt, die nötigen Gelder aufzutreiben und mit eLearning-Spezialisten die Tools der Reporterfabrik zu entwickeln.

Wer glaubt, durch spezielle Kenntnisse, journalistische oder pädagogische Kompetenz einen Beitrag leisten zu können, bitte melden, bei Cordt Schnibben oder David Schraven, beim Reporterforum oder bei Correctiv. Und bitte das Konzept teilen!


HIER geht es zum Konzept.


HIER gibt es aktuelle Infos und Broschüren zur Reporterfabrik.




Die besten Reportagen des Reporterpreises als Buch



Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis. Jetzt ist in Kooperation mit dem Ankerherz Verlag ein Buch mit preisgekrönten Reportagen entstanden. Es trägt den Titel "Ins Herz der Welt" und bringt einige der besten Reporter zusammen, die in den letzten Jahren mit dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sind. 

Aus dem Vorwort:

"Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden. Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, in acht Kategorien werden die besten Reportagen, Essays und Interviews ausgezeichnet.
Die besten Reportagen der sechs Jahre sind in diesem Buch versammelt, nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, auch, weil sie große Geschichten erzählen, die es wert sind, wieder aufgetaut zu werden. Einen Moment der Wahrheit einzufangen und einzufrieren, der etwas Wichtiges erzählt über die Menschen, über die Geschichte, über die Welt, das ist die Aufgabe der Reportage und das verbindet diese Texte.
Martin Walser hat über Reportagen geschrieben, sie lieferten eine „Tatsachennähe, die nicht zur Meinung schrumpft, sondern zur Erfahrung wird“, besser kann man nicht sagen, was eine gute Reportage leisten muss. Jede gute Reportage beginnt mit guter Recherche, nicht nur schöne Sprache macht eine Reportage gut, sondern die Geschichte, die mit der schönen Sprache erzählt wird.

[...]

Gibt es große Trends in der Entwicklung der Reportage? Ja, vier Trends verändern die Reportage, machen sie noch interessanter und vielseitiger. Zum Ersten: Die Entdecker sind dabei, die Tautologen zu verdrängen. Die Tautologen, das sind die Edelfedern und die Schönschreiber, die glauben, allein die Kraft ihrer Sprache reicht, um immer wieder dieselben Geschichten erzählen zu können, vom Tod, vom Verbrechen, vom Alkohol, Geschichten aus dem Altersheim, dem Arbeitsamt, der Bahnhofsmission, also diese Sozialreportagen, die heute jeder Computer von allein schreiben kann. Lange saß ich in der Jury des Egon-Erwin-Kisch-Preises und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten beobachten, wie sich unter den besten Reportern der Republik immer mehr Entdecker profilierten, Reporter also, die an ihre Texte kommen durch einen investigativen Spürsinn für das Unerzählte.
Das ist der heroische Impetus der Reporter: Man will dort sein, wo sich die Gischt der Geschichte bricht. Kisch hat damals vom gesellschaftlichen Experiment in der Sowjetunion erzählt, aus dem dynamischen Amerika, vom Aufbruch in Asien, und heute ist Asien wieder ein großer Steinbruch für Geschichten, aber auch die Hirnforschung oder die Finanzwelt.
Die Sujets vieler Reportagen stammen noch aus der guten alten Männerwelt: Boxen, Krieg, Industriekapitäne, und es gibt immer noch wesentlich mehr Reporter als Reporterinnen. Aber, zweitens, das ändert sich. Denn Frauen haben bessere Voraussetzungen für den Beruf des Reporters, jeder Mann erzählt seine Geschichte lieber einer Frau, und jede Frau doch sowieso. Wir haben viele Reporterinnen, die in Krisengebiete wollen. Derzeit werden in den Journalistenschulen zwei Drittel Frauen aufgenommen und nur ein Drittel Männer.
Der Mythos will ja, dass der Reporter der Einzelgänger ist, der lonesome cowboy, auch das, drittens, ändert sich. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein sehr großes Thema wie den 11. September, den Irakkrieg oder die Finanzkrise im Team zu erzählen, weil nur so die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit erzählt werden konnte. Der durch die Welt ziehende einsame Cowboy ist da überfordert. Die moderne Reportage braucht die Gang und den Einzelgänger.
Der Leser will die Authentizität, die aus gelebter Zeitzeugenschaft resultiert. Ein Reporter soll mir als denkende Kamera vermitteln, was er erlebt hat, sodass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein. Das ist wie bei einem Unfall, den man im Vorbeifahren sieht: Man will alles wissen, Teil werden eines Vorgangs, der eigentlich schon abgeschlossen ist. Um Texte zu schreiben, die für Leser zur Erfahrung werden können, muss der Reporter ihm wie eine denkende Kamera Wirklichkeit vermitteln. Das Wort war dabei immer der Stolz des Reporters, dann kamen Fotos dazu, zunächst misstrauisch betrachtet vom Reporter, weil er sein Handwerk bedrängt und bedroht sah. Bald musste der schreibende Reporter mitansehen, wie ein mächtiger Konkurrent ihm die Leser stahl: der filmende Reporter des Fernsehens, der vieles konnte, was das gedruckte Wort nicht kann.
Und gerade erleben wir, viertens, die nächste kühne Stufe in der Evolution des Reporters: Die Digitalisierung des Journalismus verändert ihn, sein Handwerk, meinetwegen auch seine Kunst, auf revolutionäre Weise. Wenn der Reporter das Netz nicht als Bedrohung sieht, sondern als Herausforderung, dann kann er erzählen wie kein Reporter vor ihm. Er kann Wort, Foto und Video so mischen, dass für den Leser und Betrachter Wirklichkeit vielschichtiger wirksam wird als je zuvor.

[...]

Reporter aller Länder, schreibt um euer Leben, verändert euch! Ihr geht spannenden, stürmischen, ruhmreichen Zeiten entgegen, wenn eure Texte herausragen aus dem Brei all jener Reportägchen, die sich so ähneln wie ein Big Whopper dem anderen. Herausragende Texte zur Diskussion zu stellen, das ist der eigentliche Sinn des Deutschen Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen."


Neugierig geworden?


Hier geht's zum Buch: 


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus.

Es wird unterstützt vom Augustinum und der Robert Bosch Stiftung.

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Termine 2018



3. Dezember
Verleihung
Deutscher Reporterpreis 2018



Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg