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26.05.16

Seminyak-Stipendiaten gewinnen Axel-Springer-Preis

Sagen Danke: Jonathan Sachse und Daniel Drepper (von links)



"Lieber Herr Kurbjuweit:
Lieber Herr Kleber:

Wir wollten uns noch einmal für das Seminyak-Stipendium bedanken, für das Sie uns im Jahr 2013 ausgewählt hatten. Mit der daraus entstandenen Geschichte zu den Spendengerichten haben wir den Axel-Springer-Preis gewonnen. Das wäre ohne Ihre Unterstützung nicht möglich gewesen.

Hier finden Sie die Infos zum Axel-Springer-Preis:

http://www.axel-springer-preis.de/2015/preistraeger/internet/2-preis/

Und hier finden Sie alle Geschichten zur Recherche bei CORRECT!V (wir sind dort mittlerweile beide fest angestellte Reporter):

https://correctiv.org/recherchen/spendengerichte/

Beste Grüße aus Berlin
Jonathan Sachse und Daniel Drepper"


Die Stipendiaten stehen fest


Die Jury des Seminyak-Stipendiums hat getagt:

Konstanze Fassbinder und Barbara Bachmann sind die glücklichen Siegerinnen.

Sie dürfen sich über Stipendien in einer Gesamthöhe von 6000 Euro freuen.

Herzlichen Glückwunsch!


Seminyak-Stipendium - Jetzt noch bewerben!



Das Seminyak-Stipendium ist zum vierten Mal ausgeschrieben. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2014. Ich freue mich sehr, dass mein Freund aus Schülertagen Elham Setareh, Arzt, Galerist und Teppichhändler in Essen und Düsseldorf, 1000 Euro gespendet hat. Somit können wir Stipendien in einer Gesamthöhe von 6000 Euro vergeben.

Dirk Kurbjuweit



Seminyak-Stipendium: Ausschreibung 2014


Einsendeschluss: Montag, 1. Dezember 2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Seminyak-Stipendium geht in die vierte Runde. Insgesamt acht junge Journalistinnen und Journalisten sowie ein Team wurden bislang bei aufwendigen Recherchen in aller Welt gefördert. Meine Bilanz nach drei Jahrgängen ist mehr als gut. Die Teilnehmer des ersten und des zweiten Jahrgangs haben wunderbare Recherchen gemacht und ihre Texte in erstklassigen Medien untergebracht, darunter ZEIT, stern, Magazin der Süddeutschen Zeitung. Auch vom dritten Jahrgang habe ich bereits zwei Texte gelesen, einer davon ist schon verkauft. Es gibt keine Ausfälle, das ist sehr erfreulich für mich. Ich bin stolz auf die Journalistinnen und Journalisten, die mit dem Stipendium unterwegs waren. Vor allem freue ich mich, dass sie Reisen machen konnten, von denen sie begeistert berichtet haben. So hatte ich mir das vorgestellt. Ihre Erzählungen und Texte bereichern auch mein Wissen von der Welt.

Claus Kleber beendet sein Engagement für das Seminyak-Stipendium. Er hatte von vornherein gesagt, dass er für je drei Jahre 5000 Euro spenden werde. Ich danke ihm sehr dafür. Lieber Claus Kleber, das war phantastisch, dass Sie so spontan und großzügig mitgemacht haben.

Für den vierten Jahrgang stehen nun 5000 Euro zur Verfügung. Das heißt, dass wir ein bis zwei Stipendiaten in die Welt schicken können, nicht mehr drei. Sollten sich andere Spender finden, können wir das jederzeit ausbauen. An den Bedingungen der Ausschreibung ändert sich nur eine Sache: Das Ziel der Recherche sind nicht mehr ausschließlich Texte für Print, sondern auch Texte für Online-Medien. Das Höchstalter von 35 Jahren bleibt.

Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2014. Die Stipendiaten werden im Januar 2015 bekanntgegeben.

Lebenslauf, zwei Arbeitsproben, Expose und Kostenplan bitte an:

Dirk_Kurbjuweit@spiegel.de

oder:

z.H. Dirk Kurbjuweit

Pariser Platz 4a

10117 Berlin

Ich freue mich auf die Bewerbungen.

Zur Idee des Stipendiums geht es HIER.

Herzlich

Dirk Kurbjuweit


Die Stipendiaten 2013


Berlin, 5. Februar 2014

Die Jury - Ulrike Demmer vom Focus, Markus Feldenkirchen vom Spiegel und ich - hat getagt, wir können auch in diesem Jahr drei starke Projekte fördern:

Alexandra Rojkov recherchiert eine Geschichte rund um das Thema Prostution und Menschenhandel.

Jenni Roth begleitet eine Leihmutter.

Matthias Fiedler geht dubiosen Praktiken der amerikanischen Pharmaindustrie nach.

Insgesamt vergeben wir rund 10.000 Euro aus Spenden von Claus Kleber vom ZDF, Beate Lakotta vom Spiegel und mir. Zudem laden wir die Stipendiaten Mitte Februar nach Berlin ein.

Dirk Kurbjuweit


Die Stipendiaten 2012


Daniel Drepper, 27, Anja Perkuhn, 27, und Jonathan Sachse, 27, haben sich eine aufwändige Recherche in der deutschen Justiz vorgenommen.

Hannes Opel, 28, rekonstruiert das Leben eines Mannes, der deutsche Konzentrationslager und den sowjetischen Gulag aushalten musste.

Christoph Grabitz, 30, will über Umerziehung in der muslimischen Welt berichten.

Näheres soll hier nicht verraten werden, um die Themen zu schützen. Wir gratulieren den Gewinnern und bedanken uns bei allen Bewerbern für ihren Einsatz.

Die Jury - Ariel Hauptmeier von Geo, Nils Minkmar von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ich - hatte es einerseits schwer und andererseits leicht. Wir konnten uns über 67 Bewerbungen freuen, 40 mehr als in der ersten Runde, und über ein hohes Niveau. Ein Viertel der Kandidaten hätte ein Stipendium verdient gehabt. In der Sitzung war dann aber rasch klar, wer die drei Besten sind. Sie bekommen insgesamt 10.500 Euro aus Spenden von Claus Kleber vom ZDF, Beate Lakotta vom Spiegel und mir. Wie auch im letzten Jahr laden wir die Gewinner zu einem Abendessen in Berlin ein. Ich betreue die Recherchen und, wenn gewünscht, auch die Arbeit an den Texten. Ich freue mich darauf.

Dirk Kurbjuweit


Jonathan Sachse


... arbeitet als freier Journalist in Berlin. Von dort recherchiert er zu hintergründigen Themen, primär im Sport. Dabei arbeitet er stets crossmedial: Seine Geschichten erscheinen in Print (Berliner Zeitung, Rhein Main Post, Edito+Klartext...), Online (ZDF, SPON, ZEIT...), TV (ZDF) und Radio (Deutschlandfunk). Weitere Infos auf www.jonathansachse.de



Hannes Opel


... geboren 1984 in Rostock, Studium Philosophie/Kreatives Schreiben/Kulturjournalismus/Kulturpolitik in Hildesheim und Rom. Freie Mitarbeit für Ostsee-Zeitung und Norddeutsche Neueste Nachrichten in Rostock. Redaktionsmitglied des Glück und Schiller Verlags und des Online-Kulturmagazins Subpool.de. Seit 2010 freie Mitarbeit für NDR.de in Hannover. Gründungsmitglied der Nichtregierungsorganisation German Sudanese Association for Development.


Anja Perkuhn


... ist in Berlin geboren und lebt inzwischen in München. Seit ihrem Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung arbeitet sie als Pauschalistin und freie Autorin für verschiedene Ressorts des Verlags, vor allem schreibt sie dabei über Sport und Medienthemen.



Daniel Drepper


... arbeitet als freier Reporter vor allem für das Recherche-Ressort der WAZ-Mediengruppe, für den Deutschlandfunk und den WDR. Für seine Arbeit hat der 27-Jährige diverse Recherchestipendien bekommen und wurde im vergangenen Jahr vom "medium magazin" als "Newcomer des Jahres" ausgezeichnet sowie unter die "Top 30 bis 30" gewählt.


Christoph Grabitz


... geb. 1982, hat am King's College London und an der HU-Berlin Jura studiert und am ifp in München als Stipendiat Journalismus gelernt. Ausbildungsstationen u.a. bei Associated Press, Kulturradio vom RBB, Financial Times Deutschland und SPIEGEL Gesellschaft. Derzeit Referendar am Kammergericht in Berlin mit dem Schwerpunkt Strafverteidigung. Daneben freier Autor im Bereich Reportage, u.a. für NZZ am Sonntag, NEON, Nido, chrismon, ZEIT


Die Stipendiaten 2011



Die Arbeit mit dem ersten Jahrgang hat viel Spaß gemacht und zu wunderbaren Ergebnissen geführt.

Massimo Bognanni veröffentlichte seine Flüchtlingsreportage im "stern".

Elisabeth Weydt
berichtete im Wirtschaftsmagazin "Enorm" darüber, wie bolivianische Kinder für das Recht auf Arbeit kämpfen.

Dritter Gewinner ist Hauke Friederichs. Sein Stück über die deutsche Waffenfirma Fritz Werner und ihr zweifelhaftes Engagement in Myanmar ist in der "Zeit" erschienen.





Die Idee dieses Stipendiums



Seminyak ist ein kleiner Ort auf der indonesischen Insel Bali. Es gibt einen schönen Strand, aber der Ort selbst ist keine Schönheit, überquellender Tourismus hat ihn geprägt. Gleichwohl kann man dort entspannte Tage verbringen. Im April 2011 war ich in Seminyak, weil ein Freund dort seine Hochzeit gefeiert hat. Es waren einige Journalisten dort, und natürlich haben wir viel über Journalismus geredet. In letzter Zeit sind solche Gespräche oft deprimierend. Die Print-Journalisten rechnen aus, ob es Print bis zur ihrer Rente noch geben wird. Die Online-Journalisten fragen sich, ob sie jemals den Lebensstandard und die Arbeitsbedingungen von Print-Journalisten erreichen werden. Der Strukturwandel macht uns unsicher und pessimistisch.

Solche Gespräche gab es auch in Seminyak, aber sie stehen immer im Kontrast zu meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Journalismus. Es ist mir immer gut gegangen, es geht mir gut, und ich habe die Hoffnung, dass es mir weiterhin gut gehen wird. In Seminjak fiel mir ein, dass ich davon etwas weitergeben könnte, ein bisschen spät vielleicht, aber immerhin folgte den ersten Überlegungen ein rascher Entschluss:Je Ich möchte in Zusammenarbeit mit dem Reporterforum ein Recherchestipendium einrichten, und es soll Seminyak-Stipendium heißen. Dort wurde die Idee geboren, und es soll um Reisen gehen, um Recherchen in der Ferne. Auch deshalb passt der Name.

Ich rede häufig mit Journalistenschülern, und im SPIEGEL-Büro sind viele Praktikanten, die zum Teil schon bei Regionalzeitungen gearbeitet haben. Sie berichten mir, dass es fast unmöglich sei, aufwendige Recherchen zu machen, weil sie niemand bezahlen will oder kann. Ähnliches erzählen Kollegen selbst von großen Zeitungen. Am Rechercheetat wird offenkundig gerne gespart.

Jeder weiß, dass sich die Welt mehr und mehr vernetzt und rasend schnell zusammenwächst. Internet, Klimawandel, Terrorismus, Finanzmärkte - das sind schon vier starke Kräfte, die uns abhängig machen von dem, was in weiter Ferne geschieht. Wir haben zum Beispiel 2008 lernen müssen, dass unser Wohlstand bedroht ist, wenn Hausbesitzer in Oklahoma oder Michigan unsolide wirtschaften. Und neuerdings hören wir genau zu, wenn Nachrichten aus dem kleinen Griechenland verlesen werden.

Früher hat man gerne den Witz gemacht, dass einen dies oder jenes genauso interessiere, als wäre in Peking ein Fahrrad umgefallen. Gemeint war ein Interesse von Null. Ich habe diesen Witz lange nicht mehr gehört. Vielleicht ist man sich nicht mehr so sicher. Wer weiß, was in einer globalisierten Welt alles passieren kann, wenn ich Peking ein Fahrrad umfällt.

Für mich ist es ein fürchterlicher Gedanke, dass die Welt rasch zusammenwächst, der Journalismus aber nicht Schritt halten kann, weil kaum ein Verlag noch aufwendige Recherchen finanzieren will. Wir könnten dann den Anspruch, die kontrollierende Gewalt zu sein, nicht mehr aufrecht erhalten.

Wie gesagt, ich habe Glück gehabt. Ich wurde 1962 geboren, früh genug, um einen finanziell gut ausgestatteten Journalismus erleben zu können. Und ich war immer bei Medien, ZEIT und SPIEGEL, die sich aufwendige Recherchen leisten konnten und können.

2001 habe ich mit meinem Kollegen Dietmar Hawranek eine Geschichte über DaimlerChrysler recherchiert. Die beiden Unternehmen hatten fusioniert und dann noch Mitsubishi mit ins Boot geholt. Der Konzern-Chef Jürgen Schrempp behauptete, dieses Gebilde habe eine wunderbare Zukunft vor sich. Dietmar Hawranek und ich waren in Auburn Hills bei Chrysler, in Tokio bei Mitsubishi und in Stuttgart bei Daimler-Benz. Wir waren in Rom, in Sindelfingen, in Los Angeles, in Graz. Am Ende hatten wir den Eindruck, dass dieses Gebilde nicht gut funktionieren wird, weil die Autokulturen der drei Länder zu verschieden sind. Es ist so gekommen, der Konzern fiel auseinander.

Diese Geschichte hat dem Reiseetat des SPIEGEL eine Menge zu verdanken. Wir konnten zu unseren Erkenntnissen nur kommen, weil wir mit Amerikanern, Japanern und Deutschen geredet und ihre jeweiligen Auto-Welten erlebt haben. Wir brauchten das Gespräch und die Anschauung, um zu einem kompetenten Urteil kommen zu können.

Ich will nicht einem bombastischen Journalismus das Wort reden. Ich weiß, dass man mit einem Straßenbahn-Ticket enorm wichtige und wunderbare Geschichten recherchieren kann. Ich finde sie immer wieder in den Zeitungen und Zeitschriften. Dieser Journalismus ist nicht bedroht. Selbst eine verarmte Zeitung wird lesenswert sein, wenn sie gute Reporter hat, die in ihrer Umgebung Augen und Ohren offenhalten.

Ich habe aber den Eindruck, dass sich die aufwendige Recherche auf ganz wenige Medien konzentriert, und das finde ich bedauerlich und auch ein bisschen bedrohlich. Eine kleine Antwort darauf soll das Seminyak-Stipendium sein. Da mein Einkommen auch das Einkommen meiner Familie ist, kommt das Stipendium von mir wie von meiner Frau Bettina und unseren Kindern Marja und Jonas. Sie haben in Seminyak als erste von dieser Idee erfahren und tragen sie gerne mit.

Ich habe keine Erfahrung mit einer solchen Sache. Ich habe Angst vor bürokratischen Hemmnissen, vor Missbrauch und allen möglichen Pannen. Aber ich bin auch zuversichtlich und fest entschlossen, das Seminyak-Stipendium zu einem Erfolg zu machen.

Dirk Kurbjuweit



Ausschreibung 2013



Einsendeschluss: Dienstag, 5. November 2013


Das Stipendium soll zwei bis drei Recherchen finanzieren. Die Höchstsumme für eine Recherche liegt bei 5000 Euro.

In der Jury sitzen Nils Minkmar von der Frankfurter Allgemeinem Zeitung, Ariel Hauptmeier von Geo und ich.

Die Stipendiaten werden, soweit sie das wünschen, von mir betreut, bis es einen druckbaren Text gibt.

Das Höchstalter liegt bei 35 Jahren.

Es soll um Geschichten gehen, die für ein Print-Medium vorgesehen sind.

Es können sich freie und angestellte Journalisten bewerben, ausgeschlossen sind angestellte Redakteure von überregionalen Zeitungen und großen Magazinen.

Einen Abdruck der Geschichten im SPIEGEL wird es nicht geben.

Die erste Hälfte des Stipendiums wird sofort ausgezahlt, die zweite Hälfte nach einem ersten Recherchebericht, der mit Belegen unterfüttert sein sollte.

Geld, das nicht abgerufen oder zurückgezahlt wird, fließt in den Topf des folgenden Jahres.

Die Jury braucht:

- einen Lebenslauf
- ein Exposé der Geschichte mit Angaben zu einem Medium, das für diesen Text infrage kommt
- einen Rechercheplan
- eine Kostenschätzung. Das alles soll maximal je eine Seite umfassen. Dazu bitte
- drei Textproben.

Die Arbeitsproben müssen lesbar sein, alle einzelnen Dokumente bitte zu einem einzigen Gesamtdokument (Word oder PDF) zusammengefasst werden.

Bitte mailen oder schicken an: Stefanie_Golla@spiegel.de oder Der Spiegel, Hauptstadtbüro, Stefanie Golla, Pariser Platz 4a, 10117 Berlin


Termine


Die Ausschreibung für das Seminyak-Stipendium 2014 verschicken wir im Spätsommer per Mail, Facebook und Twitter.

Außerdem kündigen wir sie hier auf dieser Seite an.



Die Stifter


2011 startete Dirk Kurbjuweit, politischer Autor des Spiegel, seine ganz persönliche Initiative gegen die Medienkrise - und begründete, gemeinsam mit seiner Familie, das Seminyak-Stipendium, benannt nach einem Urlaubsort auf Bali. Er spendet nicht nur 5000 Euro - sondern betreut die Autoren auch beim Recherchieren und Schreiben. Hier ein Interview mit Dirk Kurbjuweit.

ZDF-Journalist Claus Kleber, dem Reporter-Forum seit langem verbunden, fand Kurbjuweits Idee so gut, dass er spontan beschloss, seinerseits jährlich 5000 Euro zu stiften und das Volumen des Recherche-Stipendiums somit zu verdoppeln. Auch das ein wunderbares Beispiel für bürgerschaftliches Engagment.

Wir ermuntern zur Nachahmung.

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg