2007 gewann Lawrence Wright für sein Buch „The Looming Tower“ (dt: Der Tod wird euch finden) den Pulitzer-Preis in der Kategorie General Nonfiction. Im Interview erzählt er, wie er Themen findet, wie besessen und akribisch er recherchiert, wie er Recherche-Gespräche führt, wie er gewaltige Massen von Informationen mit Hilfe von Karteikarten bändigt und wie er, selbst während des Schreibens, weiter recherchiert:
„In the past, one of my major mistakes was starting to write too soon. I didn’t really know what I was trying to say, and had to stop, go back to my sources, and fill in the gaps. So even when I’m officially “writing,” my day is probably divided evenly between writing and doing additional interviewing.“
Für "Der Tod wird euch finden", sein Buch über Al Qaeda, sprach Wright mit mehr als 600 Menschen und bereiste monatelang den Mittleren Osten. Entstanden ist eine 500 Seiten starke, ungemein detailreiche Chronik der Ereignisse, die zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 führten. Wrights Großreportage kreist um vier Männer: Osama Bin Laden und seinen Stellvertreter und Mentor Ayman al-Zawahiri; ihnen gegenüber stehen John O`Neill, oberster Terroristenfahnder des FBI, und der ehemalige saudische Geheimdienstchef Turki al-Faisal. Gekonnt verknüpft Wright die Lebenswege seiner vier Helden zu einem facettenreichen Gesamtbild der Versäumnisse, der Zufälle und Fehleinschätzungen auf dem Weg zum 11. September 2001.
Wir entnehmen das Interview dem Buch „The New New Journalism“, in dem der New Yorker Journalismus-Professor Robert S. Boynton sich mit 19 profilierten amerikanischen Reporter über ihr Arbeit unterhält, von John Krakauer bis Susan Orlean - jenen Schreibern also, die dem Aufruf von Tom Wolfe gefolgt sind, einen neuen, erzählenden Journalismus zu begründen.
Das Interview wurde geführt am 3. November 2002 - als Lawrence Wright bereits mitten in der Recherche zu „The Looming Towers“ steckte.
Robert S. Boynton: What kinds of subjects are you drawn to?
Lawrence Wright: I'm interested in why people believe what they believe. America has a huge supermarket of beliefs to choose from. It's liberating, but there's also a terrifically dangerous quality to it. The times when people are led into trouble—via political or religious movements—they're always animated by strong beliefs.
Yet reporters rarely take beliefs seriously. The status of a religion reporter at a newspaper is comparable to that of an obituary writer’s. Reporters are skeptics, so the whole idea of belief is a little repugnant to them. When they are confronted with someone who is genuinely captivated by belief, reporters take pity on them by not writing about their beliefs.
RSB: How do you develop your general interest in belief into a story idea?
LW: I often stumble onto them mehr..
Wie beschreibt Lawrence Wright Personen? Diese Frage untersucht Roy Peter Clark. Clark ist Vizepräsident und „Director of the Writing Center“ am Poynter Institute in St. Petersburg, USA mehr...

Lawrence Wright ist mehrfach ausgezeichneter Autor, Drehbuchschreiber und Journalist. Seit 1992 ist er „Staff-Writer“ beim New Yorker. Er wurde 1948 in Oklahoma geboren, verweigerte den Kriegsdienst in Vietnam und unterrichtete stattdessen zwei Jahre lang an der American University in Kairo. Er lebt in Austin, Texas, wo er auch als Keyboarder in der Blues-Band Who Do spielt.