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25.05.15

Workshop 2015 - Die Website

Wir haben für den Workshop 2015 eine neue Website gebaut - mit Programm, Fotos und Infos zu unseren Referenten und ihren Workshops. Einfach auf das Foto klicken.

Reporter-Workshop 2015 - Anmeldung


Am Freitag und Samstag 5./6. Juni 2015 findet beim "Spiegel" in Hamburg das diesjährige Reportertreffen statt.

Das Motto in diesem Jahr lautet:

        "Die Kritik am Journalismus, die neue Macht der Leser"


Unter diesem Beitrag finden Sie das aktuelle Programm.

Wer teilnehmen möchte, schicke bitte am Montag, 4. Mai, ab 12 Uhr eine formlose Mail an workshop@reporter-forum.de Die Teilnehmerzahl ist auf 300 begrenzt. Sollten in dieser Zeit mehr Anmeldungen eingehen, entscheidet das Los. Sind noch Plätze frei, läuft die Anmeldung weiter.

Die Teilnehmergebühr beträgt 100 Euro.


Workshop 2015 - Programm

 

Die Kritik am Journalismus, die neue Macht der Leser

 

Die Kritik an der Arbeit von Journalisten nimmt zu, der Absturz der German-Wings-Maschine, der Konflikt in der Ukraine und andere Ereignisse sind Anlass für die Auseinandersetzung der Leser mit unserer Arbeit. Haben sie recht oder liegt es vor allem an den sozialen Medien, die dieser Kritik mehr Öffentlichkeit und mehr Wucht verleihen? Wie gehen wir mit der neuen Macht der Leser um? Wie beziehen wir Leser in unsere Arbeit mit ein? Und wie reagieren wir darauf, dass sich manche Leser in ihrem Medienkonsum schneller verändern als wir? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Reporter-Workshops.



Freitag/Samstag 5./6. Juni 2015, Spiegel



09:00 Uhr // Check-In

09:30 Uhr // Begrüßung, Keynotes


Keynotes: 3x6 Minuten

1) Stephan Weichert (Hochschule Macromedia): Die fünfte Gewalt

2) Karin Zintz Volbracht (Corporate Grassroots): Unterstützer statt Käufer: Ein anderer Blick auf Leser

3) Max Fisher (Vox): Wie sehr kann man Journalismus entschleunigen?


10:00 Uhr //
Talk im Atrium mit Mathias Döpfner (Axel Springer) Krise oder Aufbruch - zur Lage des kritischen Gewerbes



11:00 Uhr // WORKSHOPS 1


1A) Cordt Schnibben (Der Spiegel), Karin Zintz Volbracht (Corporate Grassroots), Stephan Weichert (Hochschule Macromedia): Unsere Leser entwickeln sich schneller als wir - was folgt daraus?
Ein Thema, drei Perspektiven - die Medienberaterin, der Medienforscher und der Journalist finden Antworten auf die Frage, warum sich Redaktionen und Verlage so schwer damit tun, ihre Arbeit und ihre Medien so zu verändern, dass sie die Chancen der Digitalisierung nutzen statt vor den Risiken zu zittern. Und diskutieren, wie Journalisten zu Vorreitern des Wandels werden können.

1B) Torsten Beeck (Der Spiegel): Facebook Instant Articles - Hintergründe und Auswirkungen auf journalistische Inhalte

1C) Jonathan Stock (Der Spiegel), Christian Werner (frei), Isabelle Buckow (frei): Ukraine, Irak, Madagaskar - aus Krisengebieten berichten
Krieg, Krankheiten, psychischer Druck: Wer als Reporter in Krisengebiete reist, muss sich besonderen Herausforderungen stellen. Die Recherche ist häufig erschwert, manchmal lebensgefährlich. Wie arbeite ich in Krisenregionen im Ausland? Welche Probleme gibt es? Wie verhalte ich mich, wenn mich eine Situation emotional besonders berührt? Oder wenn ich selbst in Gefahr gerate? Drei Journalisten, drei Krisengebiete, drei Grenzsituationen.

1D) Karsten Lohmeyer (Lousy Pennies): Wie werde ich zum journalistischen Blogger - eine Einführung
Sind Blogger die neuen und besseren Journalisten? Jedenfalls hat sich das Bloggen als neue journalistische Darstellungsform etabliert - meint Karsten Lohmeyer, Betreiber des Medienblogs Lousypennies.de. In seinem Workshop zeigt er, wie Journalisten mit einem Blog zu "selbstbestimmten Publizisten" und zu eigenen Medienmarken werden.

1E) Mark Lee Hunter (Paris, Journalist/scholar): Wie man Recherchen plant 

Der preisgekrönte amerikanische Investigativjournalist Mark Lee Hunter stellt seine Recherchemethoden vor. Wie finde ich Hypothesen für meine Recherche? Wie ordne ich meine Funde? Wie lege ich eine Erzählstruktur für investigative Geschichten an? Und wie mache ich meine Geschichten zu Geld?

1F) Tanja Stelzer (Die Zeit): Textworkshop - warum erzähle ich das?
Was eine gute Szene ist und was nicht – und warum der Reporter nicht nur gucken, sondern auch denken muss.


12:00 Uhr // Kaffeepause


12:15 Uhr // WORKSHOPS 2


2A) Mika Baumeister (Schüler aus Haltern), Özlem Gezer (Der Spiegel): Wie wir erleben, was ihr Recherche nennt

Was passiert mit den Menschen in einem Ort, wenn sie von Journalisten belagert werden, warum tun sich Journalisten das an?

2B) Iggy Ostanin (Bellingcat): Social media als Recherchetool, mit Facebook, Instagram und Twitter investigativ arbeiten
Iggy Ostanin will talk about how he was able to find the Buk system used to down MH17 in Russia and discovering the unit that he had come from. He intends focus to use some detailed examples of the work and research in the following piece: https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2014/09/08/images-show-the-buk-that-downed-flight-mh17-inside-russia-controlled-by-russian-troops/
He will also talk about the joint report produced by the Bellingcat MH17 investigation team. For both of these he will cover the methods used to find information on social networks and the ways in which we were able to verify the evidence and separate fact. He will also talk about other work Bellingcat has done in relation to the conflict, for instance in looking at the presence of Russian soldiers and military equipment in Ukraine, as well as question of saving and archiving evidence on social media.

2C) Henning Sußebach (Die Zeit): Große Stoffe vor der Haustür
Große Dramen... spielen sich nicht nur in der Ferne ab. Wer genau hinschaut, findet Reportagestoff auch im deutschen Alltag. Wie man seine Leserschaft auch mit buchstäblich Naheliegendem fesselt, soll in diesem Seminar erklärt werden.

2D) Yassin Musharbash (Die Zeit): Über Terrorismus recherchieren und schreiben 
Terroristen trifft man nicht im Café Einstein, sondern meistens gar nicht. Wie robbe ich mich also an sie heran, auf welche Informanten und Quellen verlasse ich mich dabei, und zu welchem Grad? Wie können wir News von Propaganda unterscheiden, und wie verhindern wir, dass Geheimdienste oder Terrorsympathisanten uns instrumentalisieren? Welche Werkzeuge und Fertigkeiten sind unverzichtbar, um Unabhängigkeit zu bewahren und zu eigenen Urteilen zu kommen? Diese Fragen lassen sich nicht eindeutig beantworten, aber gelungene Beispiele weisen den Weg. Die Diskussion soll dazu beitragen, dass wir als Journalisten uns dem Thema Terrorismus souverän und reflektiert nähern.

2E) Claudius Seidl (FAS): Schwärmen. Preisen. Verzaubern.
Runtermachen kann jeder. Schwärmen, ohne peinlich zu sein, ist das Schwerste. Eine Anleitung.

2F) Michael Ebert (SZ-Magazin): Textworkshop - Warum es so viele miserable Interviews gibt und wie wir es besser machen können
Warum ist die Qualität vieler Interviews in der deutschen Presse eigentlich so schlecht? Diese Frage stellt sich Michael Ebert, Chefredakteur des SZ-Magazins, schon länger. Deshalb bespricht er in seinem Textworkshop ausschließlich Interviews – und zwar diejenigen, die die Teilnehmer vorab als Textproben einreichen. Ebert wird Tipps geben, auf welche Dinge man beim Führen und Aufschreiben von Interviews achten sollte, damit am Ende ein spannender und wirkungsvoller Beitrag entsteht. 



13:15 Uhr // WORKSHOPS 3


3A) Max Fisher (Vox Media): Nachrichten für das 21. Jahrhundert


3B) Özlem Gezer, Sven Röbel (Der Spiegel): Wie man im Rudel recherchiert
Ein Schüler läuft Amok, ein Teenie wird Dschihadist, ein Flugzeug fällt vom Himmel - wie findet man die Geschichte, die das Ereignis erklärt statt es nur auszuschlachten?

3C) Ezra Eeman (Journalism Tools), Tim Verheyden (How To Story): Storytooling - die besten neuen Tools für Journalisten
Ein interaktiver Workshop, der die neuesten digitalen Tools präsentiert, die uns eine völlig neue Art der Berichterstattung ermöglichen. Es geht um intelligente Recherche-Werkzeuge, Social-Media-Analyse und Storytelling-Tools. Der Workshop beginnt mit einem kurzen Blick auf die Auswirkungen, die die neuesten Technologien auf die Medien, den Nachrichtenkonsum und die Interaktion mit dem Leser haben. Anschließend präsentieren Eaman und Verheyden intelligente digitale Tools, die uns dabei helfen können, die richtige Story zu finden. Und es geht darum, die richtigen Tools auszuwählen, um eine Geschichte ansprechender und interaktiver zu gestalten. 

3D) Martin Spiewak (Die Zeit): Komplexe Stoffe recherchieren und erzählen

Nicht jedes Thema erzählt sich von allein - zumal dann nicht, wenn man als Fachjournalist (langweilig!) den Anspruch hat, objektiv (altmodisch!) zu berichten. Fast alle Bildungsthemen gehören dazu. In dem Workshop soll es darum gehen, wie man es manchmal dennoch schaffen kann, Leser zu finden.

3E) Diana Zinkler (Berliner Morgenpost), Hardy Prothmann (Rheinneckarblog),  Jessica Schober (Wortwalz): Der Lokaljournalist und seine Leser
Lokalreporter ist der schwerste journalistische Job der Welt. Denn man trifft die, die man kritisiert, am nächsten Tag wieder. Beim Seniorenkaffee, auf dem Stadtfest, in der Sitzung, beim Fußball. Und die, die man wiedertrifft, sind keine Nobelpreisträger, Ikonen, herausragende Persönlichkeiten, Stars - aber sie verhalten sich so, sie sind die Macht. Vor Ort. Und oft mächtiger als ein Kanzlerin im fernen Berlin. Eine nicht-fassbare NSA oder ein vollkommen weltfremdes Davos. Lokal ist Infight. Überall. In vielen Ländern der Welt bezahlt man den zunehmend mit seinem Leben. Und die Bezahlung ist Scheiße. Die Freiheit aber ein großer Spaß.

3F) Ullrich Fichtner (Der Spiegel): Textworkshop - Fünf Grundformen eines guten Einstieges


14:15 Uhr // Mittagessen


15:30 Uhr // WORKSHOPS 4


4A) Amrai Coen, Malte Henk (Die Zeit): Die Spur des Virus - wie man in einem medizinischen Notstandsgebiet recherchiert
In der Berichterstattung über Ebola vermischt sich Krisen- und Wissenschaftsjournalismus. Wer im Herbst 2014 als Reporter nach Westafrika aufbrach, stand vor einer neuen und völlig fremden Bedrohung. Erfahrung aus zwei Recherchen in Westafrika - über gründliche Vorbereitung, den schmalen Grad zwischen Aufklärung und Übertreibung und den Umgang mit der eigenen Angst.

4B) Danielle Batist (Constructive Journalism Project): Wie kommen wir von einem Journalismus, der kritisiert, zu einem Journalismus, der verändert?
Viele von uns sind Journalist geworden mit dem Wunsch, die Welt zu verändern. Doch die Arbeit in traditionellen Medien ist oft frustrierend. Redaktionen sind nicht wirklich an der Lösung von Problemen in unserer Gesellschaft interessiert. Das macht es schwer für uns Journalisten, den Kreis aus negativen Nachrichten zu durchbrechen. Oft gibt es auch eine ganz andere Seite einer Geschichte, über die wir berichten können: Beispiele für positive Veränderungen, Stabilität und Transformation, und andere spannende Möglichkeiten. Wir wissen, dass unser Publikum auch positive Geschichten gerne hört. Immer mehr Medien auf der Welt erkennen, dass sie in einer viel inspirierenden Weise berichten können, wenn sie nicht nur Nachrichten liefern, sondern die Lösung gleich dazu. Konstruktiver Journalismus bietet die Möglichkeit, ein umfassenderes Bild innerhalb der konventionellen Berichterstattung aufzuzeigen. Ein Bild, das das Publikum mehr anspricht und einbezieht – und damit von einem größeren Nutzen für die Gesellschaft ist.

4C) Robb Montgomery (IREX Multimedia Education Center): Erzählen mit dem iPhone - eine Anleitung in Zeiten von meerkat und periscope

Robb Montgomery zeigt die besten Techniken zum Finden, Erzählen und Austauschen von Geschichten mit dem Smartphone. Inklusive Tipps zum Live-Streaming von Videos mit der neuen App periscope.

4D) Sebastian Esser (Krautreporter): Kraut-Journalismus - Was sich ändert, wenn man seine Leser kennt

Mit den Lesern ins Gespräch kommen, das klingt wie ein dufte Idee, wird oft und gern gefordert, und am guten Willen der meisten Journalisten soll es auch nicht scheitern. Aber wie geht das ganz konkret? Und warum? Und was verändert das eigentlich genau? Bei Krautreporter versuchen wir uns seit ein paar Monaten an Community-Journalismus mit jeder Menge Leserdialog und haben eine Lernprozess hinter uns, aus dem sich einige Tu's und Tu's-nichts ergeben. Anhand konkreter Beispiele erzählen wir in diesem Workshop davon.

4E) Christoph Reuter (Der Spiegel): Wie man ISIS auf den Fersen bleibt

Über Terrorgruppen wie den "Islamischen Staat" lässt sich nicht aus der Ferne akkurat berichten. Dafür, wie kaltblütig und technisch brillant die irakischen Ex-Geheimdienstoffiziere an der Spitze ihren Siegeszug unter dem Label des Gottesstaates planten, dafür waren „gefundene“ handschriftlichen Pläne ein grandioser Ausgangspunkt, um anschließend zielgerichtet an vielen Orten und mithilfe weiterer Akten aus den erbeuteten Archivbeständen des IS belegen zu können, dass diese Pläne auch akribisch umgesetzt wurden.

4F) Ariel Hauptmeier (Correct!v): Gemeinsam redigieren

Redigieren ist so individuell wie Schreiben, ja, es ist vermessen, hier allgemeine Grundsätze zu formulieren. Ich möchte mich darum in diesem Praxis-Workshop auf drei Schwerpunkte beschränken. Erstens: Wie motiviere ich Autoren? Wie formuliere ich Kritik? Zweitens: Wie erfasse ich die innere Logik eines Textes - und ändere sie? Drittens wollen wir in die Mikrostruktur von Texten einsteigen - und einige langweilige Absätze gemeinsam so lange umschreiben, bis daraus interessante Absätze werden.


16:30 Uhr // Kaffeepause


16:45 Uhr // WORKSHOPS 5


5A) Hans Hoff (frei): Abschied vom Journalismus?
Was soll man tun, wenn man nicht mehr zur Meute der Witwenschüttler, der schnellen Gewissträger und rücksichtslosen Trauergemeindenbelästiger gezählt werden möchte? Wenn man mit ansehen muss, wie das eigene Gewerbe bei jedem Ernstfall wieder an besinnungsloser Routine zu ersticken droht?

5B) Andrew Losowsky (Coral Project): Das Medium der fünften Gewalt
Andrew stellt eine neue Kooperation von New York Times, Washington Post und Mozilla OpenNews vor, mit der für Leser ein komplett neues Community-Erlebnis geschaffen werden soll, weit jenseits der bloßen Kommentarfunktion.

5C) Christian Fuchs (Die Zeit): Was kommt nach Recherche und Schreiben? Die unterschätze dritte Halbzeit einer Story
Endet die Arbeit an einem Text mit dem letzten Punkt am letzten Satzende? Oder beginnt dann nicht erst die dritte Phase nach Recherche und Schreiben? Die Geschichte muss zum Leben erweckt werden. In Zeiten von sinkenden Auflagen und schwindender Markentreue von Medien können auch Reporter von Viral-Hits, Filmproduzenten und Spammern lernen, wie sie Menschen zu Lesern ihrer Geschichten machen. Ich bin auch kein Experte darin, würde aber gern mit den Teilnehmern nach sinnvollen und unaufdringlichen Methoden forschen, wie unsere Stücke auch in Zukunft noch wahrgenommen werden.

5D) Pauline Tillmann (frei): Wie sich in den USA der Journalismus neu erfindet

Insgesamt drei Monate hat Pauline Tillmann im Herbst 2014 Antworten auf die Frage "Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus?" gesucht. Dafür ist sie in den USA von Ost nach West, von West nach Ost gereist. Die Ergebnisse bündelte sie jetzt in ihrem eBook "10 Trends für Journalisten von heute". In dem Workshop geht sie auf einige dieser Trends exemplarisch ein und erklärt, warum sie auch für Journalisten in Deutschland immer wichtiger werden.

5E) Paul Radu (Investigative Dashboard): Die wichtigsten Recherchetechniken für Enthüller

Paul Radu ist einer der bekanntesten osteuropäischen Investigativjournalisten. Der preisgekrönte Journalist recherchierte über Mafiabosse, korrupte Politiker, Schmuggel, Geldwäsche und Terror. Zusammen mit Kollegen entwickelte er das "Investigative Dashboard", ein Onlinewerkzeug, dass Zugriff auf alle relevanten Datenbanken für Journalisten weltweit ermöglicht. Beim Reporter-Workshop zeigt er, wie man zum Enthüller wird. 

5F) David Schraven, Marcus Bensmann (Correct!v): Große Stoffe recherchieren, gemeinnützig arbeiten
Recherchen können an Grenzen stoßen. Grenzen des Verbreitungsgebietes – wenn ein Lokalreporter feststellt, dass seine Geschichte in der Nachbarstadt weitergeht - er selbst dort aber nicht recherchieren darf. Grenzen der Machbarkeit – wenn es unmöglich scheint, der Wahrheit nahe zu kommen. Das erste gemeinnützigen Recherchebüros im deutschsprachigen Raum CORRECT!V will diese Grenzen sprengen. Wenn es um Krankenhauskeime geht, die jeden Menschen in Deutschland bedrohen, oder um die Wahrheit hinter dem Abschuss von Flug MH17. Das besondere dabei: CORRECT!V arbeitet gemeinnützig und ist nur der Geschichte selbst verpflichtet – sonst niemandem. Teilnehmer dieses Workshops lernen, wie sie kooperativ in großen Gruppen arbeiten können, wie sie Grenzen überwinden und wie sie bessere Geschichte machen.

5G) Dirk Gieselmann (11Freunde): Ein Text dauert 90 Minuten - Assoziatives Schreiben unter Live-Bedingungen
Ich erzähle über meine Erfahrungen aus sieben Jahren 11FREUNDE-Ticker: Über die Herausforderung, jedem verdammten Anstoß den Anschein von Exklusivität zu verleihen, über die Not, ein Tor beschreiben zu müssen, das man nicht gesehen hat – und über Humor als Befreiuungschlag. Grundlage sind zwei Liveticker (einer von einem aufregenden, einer von einem langweiligen Spiel) und eine Reportage aus dem Gesellschaftsmagazin DUMMY, die wie ein Ticker entstanden ist. Ist Vorbereitung förderlich oder hemmend für den Live-Schreibprozess? Wie besiegt man die – in der Livesituation umso fatalere – Angst vorm weißen Screen? Wie hält man Schritt mit den Ereignissen? Was unternimmt man, wenn man von ihnen überrolt wird? Wie entsteht unter Zeitdruck ein witziger Text? Kann man beim Verfassen konventioneller Reportagen von der Liveticker-Erfahrung profitieren – und andersherum?


18:00 Uhr // Katastrophenjournalismus - wo endet das öffentliche Interesse, wo beginnt das Recht auf Privatsphäre? Diskussion mit Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel), Stefan Niggemeier, Ines Pohl (taz), Frauke Hunfeld (stern)


19:00 Uhr // Abendessen


20:30 Uhr // Oberhafenkantine  


Samstag // Tag der Teilnehmer



10:30 Uhr // Check-In


11:00 Uhr // WORKSHOPS 6


6A) Martin Kotynek (ZEIT ONLINE) und Christian Hanke (EdenSpiekermann): Neue Erzählformate für Smartphones gestalten
Wie lassen sich die Möglichkeiten des Handys nutzen, um Geschichten zu erzählen? In unserem Workshop nutzen wir die Stanford-Methode des design thinking, um neue, nutzerzentrierte Formate zu entwickeln. Am Ende hat jeder einen Prototypen auf seinem Smartphone. Keine technischen Vorkenntnisse nötig. Zur Vorbereitung bitten wir alle TeilnehmerInnen, ein etwa zehnminütiges Gespräch mit eine/r NutzerIn zu führen, siehe zeit.to/reporterworkshop. (DER WORKSHOP DAUERT BIS 13.30 UHR.)

6B) Robb Montgomery (IREX Multimedia Education Center): Erzählen mit dem iPhone – Ein Praxisworkshop
Wie man mit dem Smartphone Geschichten erzählen kann, lernt man am besten, indem man es selbst ausprobiert. Deshalb nimmt Robb Montgomery einige Teilnehmer des Reporter-Forums mit raus auf die Straße, um zu zeigen, wie man sein Smartphone in eine Videokamera verwandelt.

6C) Pauline Tillmann (Deine Korrespondentin), Jessica Schober (Wortwalz): Die weiblichen Krauts
Im März 2015 konnten die sieben Frauen hinter "Deine Korrespondentin" ihr Crowdfunding auf startnext erfolgreich abschließen. Mit den 6.555 Euro wurde die Webseite www.deine-korrespondentin.de und der erste Content finanziert. Ab Juni wird es eine Bezahlschranke geben. Projektinitiatorin und Chefredakteurin Pauline Tillmann gibt handfeste Tipps, damit auch euer Crowdfunding-Projekt ein Erfolg wird.

6D) Christina Elmer (Spiegel Online): Es lebe der Datensatz!

Opulente Grafiken, interaktive Tools - das verbinden viele mit dem Datenjournalismus. Dabei geht noch so viel mehr! Wer in Datensätzen recherchiert, kann Ansätze für spannende Analysen und sogar Reportagen finden. In diesem Workshop werden grundlegende Methoden dafür vorgestellt und anhand von Beispielen diskutiert. Anschließend entwerfen die Teilnehmer eigene Ideen für die Umsetzung datenjournalistischer Ergebnisse.

6E) Ralf Heimann (frei):  Perlen des Lokaljournalismus - wie man richtig Fehler macht
Korrekturmeldungen zu schreiben ist die am wenigsten beliebte Tätigkeit in Redaktionen. Deswegen wird sie gern vergessen. Ralf Heimann und Jörg Homering-Elsner sammeln Fehler und Stilblüten aus Lokalzeitungen. Korrekturen sehen sie eher selten. Eine Kultur im Umgang mit Fehlern fehlt in vielen Redaktionen. Es herrscht die Überzeugung: Man muss ja nicht auch noch drauf hinweisen. Dabei können Redaktionen vom offenen Umgang mit Fehlern profitieren. Und viele Patzer lassen sich von vornherein vermeiden.

6F) Christian Schwägerl (Masterclass Wissenschaftsjournalismus): Digitaler Wissenschaftsjournalismus 
Präsentation der multimedialen Arbeiten der Masterclass Wissenschaftsjournalismus


12:00 Uhr // Kaffeepause


12:15 Uhr // WORKSHOPS 7


7A) Uwe H. Martin (Bombay Flying Club), Oliver Wurm (54749014): Wenn der Journalist sein eigener Chef und Verleger wird

7B) Daniel Bröckerhoff (heute+): Wie man ein neues News-Format im Fernsehen entwickelt und wie man die Zuschauer einbezieht


PLUS:

Angemeldete Teilnehmer entwickeln in Vorbereitung auf das Reporter-Forum  Vorschläge für eigene Workshops


13:15 Uhr // Ende


Reporter-Workshop 2015 in Hamburg


Der diesjährige Reporter-Workshop findet statt am 5. und 6. Juni.

Er wird sich dieses Mal handwerklich mit aktuellen Entwicklungen und Ereignissen beschäftigen und dabei auch den Blick auf unsere Leser lenken. Wo stößt Journalismus an seine Grenzen? Wie berichtet man aus Krisengebieten? Wie gewinnen wir heute noch Leser? Und was sind eigentlich die Nachrichten des 21. Jahrhunderts? Dem wollen wir in Autoren-Workshops, Diskussionen und Textseminaren nachgehen.

Unser Motto in diesem Jahr lautet:
Die Kritik am Journalismus, die neue Macht der Leser.

Die Anmeldung ist möglich ab Montag, 4. Mai, 12 Uhr.

Bis dahin stellen wir auch das Programm auf unsere Website.

Weitere Infos erfahren Sie hier oder über unseren Newsletter, für den Sie sich unter kontakt[at]reporter-forum[Punkt]de anmelden können.


"ReporterLAB" für innovativen Journalismus


Sind wir so schlecht, wie die Zahlen vermuten lassen? Der Print-Journalismus in Deutschland verliert Leser, Vertriebserlöse und Anzeigenerlöse und damit auf Dauer die Mittel, die nötig sind, um unabhängigen Journalismus zu finanzieren. Die ersten Zeitungen sind eingestellt, andere verkauft, wieder andere werden zusammengelegt. In vielen Redaktionen folgt eine Sparrunde auf die andere, journalistische Arbeitsplätze gehen auf Dauer verloren.

Es ist höchste Zeit, dass wir Journalisten die Zukunft unserer Branche nicht Verlagen überlassen, die zu lange an überkommenen Geschäftsmodellen und publizistischen Konzepten festhalten, die bisher keine überzeugenden Lösungen für bezahlten Journalismus im Netz gefunden haben. Wir müssen Einfluss nehmen darauf, was mit unseren Zeitungen, Zeitschriften und Websites passiert.

Indem wir
- neue Ideen für ungewöhnliche journalistische Formen entwickeln,
- stärker crossmedial denken und arbeiten,
- uns an der Entwicklung von neuen digitalen Medien beteiligen,
- journalistische Projekte auch außerhalb der Verlage wagen.


Um diesen Prozess der journalistischen Erneuerung anzuregen und zu begleiten, wird das Reporter-Forum mit dem "ReporterLAB" Beispiele für innovativen Journalismus im In- und Ausland, Analysen über Gegenwart und Zukunft der Branche, besorgniserregende wie ermutigende Nachrichten kontinuierlich zusammentragen. Das "ReporterLAB" soll vor allem eine Plattform werden für all das, was innerhalb und außerhalb von Redaktionen an Neuem und Ungewöhnlichem gewagt wird. Und so zur Nachahmung anregen.

Wir wollen Partner gewinnen für beispielhafte journalistische Projekte: Die "Masterclass Zukunft des Wissenschaftsjournalismus", die wir zusammen mit der Robert Bosch Stiftung einrichten, um 15 Stipendiaten konzeptionelle und finanzielle Unterstützung zu geben, ist ein erstes Beispiel. Nicht nur Stiftungen, auch Firmen sollen gewonnen werden, ebenso private Geldgeber: Dirk Kurbjuweit und Claus Kleber haben es mit ihrem Seminyak-Stipendium schon vorgemacht.


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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus. mehr




Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.


Reportagen der Woche


Aktualisiert jeden Freitag, 12 Uhr

Daniel Schulz: "Mein Nikolajewka" (taz · 16.5.2015 · 10 Minuten Lesezeit) Die Schule Nummer 3 hatte 330 Schüler vor dem Krieg und 260 danach. Die Druckwelle einer Bombe traf das Gebäude an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine. Übrig bleib eine Ruine. Jetzt macht ein Deutscher aus ihr eine Bühne. Seine Schauspieler? Kinder, die keine mehr sind…

Sonja Hartwig: "Das Wunschkind" (Stern · 17.5.2015 · 15 Minuten Lesezeit) Manchmal dachte Sabine, dass es ihrer Familie ohne sie besser ginge. Was war sie für eine Mutter, die ständig weinte, sich verkroch, vor der Welt versteckte. Der Alptraum wollte kein Ende nehmen, Sabine dachte an Selbstmord. Aber ihre Familie ließ sie nicht gehen. Die Geschichte einer Rettung…

Julia Prosinger: "Der Beamte, der im Wald lebt" (Der Tagesspiegel · 20.5.2015 · 10 Minuten Lesezeit) Greger ist reich, das stimmt schon. Zumindest für einen Obdachlosen, der unter einer Tanne lebt. 1130 Euro bekommt 49-Jährige monatlich. Das ist seine Pension. Bevor der ganze Schlamassel begann, war Greger nämlich Beamter. Und eigentlich ist er das immer noch. Selbst im Wald…

Hier geht es zum Archiv.

 


Termine 2015


4. Mai
Anmeldung Reporter-Workshop
5./6.Juni
Reporter-Workshop in Hamburg
Anfang September
Ausschreibung des Reporterpreises
Ende Oktober
Bekanntgabe der Nominierten des Reporterpreises
Montag, 7. Dezember:
Verleihung Deutscher Reporterpreis




Workshop 2013 - die Videos



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg