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16.04.14

Constantin Seibts Buch "Deadline" - Eine Rezension


Wie sieht der Journalismus im 21. Jahrhundert aus? Was brauchen wir, um einen guten, zeitgemäßen Journalismus zu machen? Was wollen wir? Was nicht? Diese und andere Fragen versucht Constantin Seibt in seinem Buch "Deadline: Wie man besser schreibt" zu beantworten. Die freie Journalistin Lena Steeg hat das Buch gelesen und eine Rezension für uns geschrieben. Mehr...


"ReporterLAB" für innovativen Journalismus


Sind wir so schlecht, wie die Zahlen vermuten lassen? Der Print-Journalismus in Deutschland verliert Leser, Vertriebserlöse und Anzeigenerlöse und damit auf Dauer die Mittel, die nötig sind, um unabhängigen Journalismus zu finanzieren. Die ersten Zeitungen sind eingestellt, andere verkauft, wieder andere werden zusammengelegt. In vielen Redaktionen folgt eine Sparrunde auf die andere, journalistische Arbeitsplätze gehen auf Dauer verloren.

Es ist höchste Zeit, dass wir Journalisten die Zukunft unserer Branche nicht Verlagen überlassen, die zu lange an überkommenen Geschäftsmodellen und publizistischen Konzepten festhalten, die bisher keine überzeugenden Lösungen für bezahlten Journalismus im Netz gefunden haben. Wir müssen Einfluss nehmen darauf, was mit unseren Zeitungen, Zeitschriften und Websites passiert.

Indem wir
- neue Ideen für ungewöhnliche journalistische Formen entwickeln,
- stärker crossmedial denken und arbeiten,
- uns an der Entwicklung von neuen digitalen Medien beteiligen,
- journalistische Projekte auch außerhalb der Verlage wagen.


Um diesen Prozess der journalistischen Erneuerung anzuregen und zu begleiten, wird das Reporter-Forum mit dem "ReporterLAB" Beispiele für innovativen Journalismus im In- und Ausland, Analysen über Gegenwart und Zukunft der Branche, besorgniserregende wie ermutigende Nachrichten kontinuierlich zusammentragen. Das "ReporterLAB" soll vor allem eine Plattform werden für all das, was innerhalb und außerhalb von Redaktionen an Neuem und Ungewöhnlichem gewagt wird. Und so zur Nachahmung anregen.

Wir wollen Partner gewinnen für beispielhafte journalistische Projekte: Die "Masterclass Zukunft des Wissenschaftsjournalismus", die wir zusammen mit der Robert Bosch Stiftung einrichten, um 15 Stipendiaten konzeptionelle und finanzielle Unterstützung zu geben, ist ein erstes Beispiel. Nicht nur Stiftungen, auch Firmen sollen gewonnen werden, ebenso private Geldgeber: Dirk Kurbjuweit und Claus Kleber haben es mit ihrem Seminyak-Stipendium schon vorgemacht.


Hansel-Mieth-Preis und Grüner-Stipendium vergeben

(von links: Andreas Sidon, Fan, Armin Smailovic, Takis Würger)



127 Bewerbungen für den Hansel-Mieth-Preis und 49 Bewerbungen für das Gabriel-Grüner-Stipendium wurden in diesem Jahr eingereicht. Anfang März tagte dann die Jury. Und sie hat sich entschieden:

Der Hansel-Mieth-Preis 2014 geht an den Autoren Takis Würger und den Fotografen Armin Smailovic, für ihre Spiegel-Reportage "Angst". Die Reportage erzählt die Geschichte des Boxers Andreas Sidon, der noch einmal in den Ring steigt, obwohl er schon fünfzig Jahre alt ist und er mit dem Kampf seine Gesundheit gefährdet.

Das Gabriel-Grüner-Stipendium 2014 geht an die Autorin Karen Naundorf und den Fotografen Luca Zanetti. Mit dem Stipendium wollen sie eine Reportage über Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien finanzieren.

Die Verleihung des Hansel-Mieth-Preises findet am 7. Mai 2014 in Fellbach bei Stuttgart statt, das Gabriel-Grüner-Stipendiums wird einen Tag später in Südtirol verliehen. Zu weiteren Auszeichnungen des Hansel-Mieth-Preises geht es HIER.


Ausschreibung: Zukunft des Wissenschaftsjournalismus



Das Reporter-Forum e.V. hat in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung die Masterclass „Zukunft des Wissenschaftsjournalismus“ eingerichtet - eine Ausschreibung, die neue Erzählformen im Wissenschaftsjournalismus fördern soll.

Die Masterclass richtet sich an festangestellte und freie Journalisten, die ein größeres Projekt zu einem gesellschaftlich relevanten Thema mit wissenschaftlichem Hintergrund umsetzen möchten. Bis zu 15 Journalisten bekommen die Möglichkeit, im Austausch mit den besten internationalen Vordenkern u.a. der New York Times, das Projekt zu realisieren.

Kern der Masterclass sind vier intensive Seminartage in Kopenhagen und eine individuelle Betreuung bei der Projektentwicklung. Außerdem erhalten die Teilnehmer ein Stipendium in Höhe von 6.500 Euro zur Unterstützung bei der Recherche und möglichst innovativen Umsetzung ihres Projekts.

Bewerbungen sind bis zum 2.5.2014 über das Bewerberportal der Robert Bosch Stiftung möglich.

Zur Masterclass und zur Bewerbung geht es HIER.


Reporter-Workshop 2014

 

Der diesjährige Reporter-Workshop findet am 13. und 14. Juni statt.

Er wird sich dieses Mal sehr handwerklich mit neuen Formen des Storytelling und des Datenjournalismus beschäftigen. Wo gibt es in den USA, in Großbritannien und bei uns neue Ansätze des Erzählens? Dem wollen wir in Autoren-Workshops und Textseminaren nachgehen.

Die Anmeldung ist möglich am 30. April, ab 12 Uhr.

Bis dahin stellen wir auch das genaue Programm auf unsere Website.


Vorauswahl für den Henri Nannen Preis steht fest


912 Beiträge sind in diesem Jahr für den Henri Nannen Preis eingereicht worden, die meisten davon in der Kategorie Reportage. Die Vorjury hatte 88 Texte für die Vorauswahlliste ausgewählt, von denen nun 31 Texte in die nächste Runde gehen. Zudem sind 25 Fotoarbeiten nominiert.

Die Hauptjury nominiert davon Ende März jeweils drei Arbeiten pro Kategorie. Die Preisverleihung findet dann am 16. Mai statt. Mehr zum Henri Nannen Preis 2014 gibt es HIER.


14 Stipendien vergeben


Rudolf Augstein wäre in diesen Tagen 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat die Rudolf Augstein Stiftung 100.000 Euro ausgelobt für "journalistische Vorhaben von besonderer öffentlicher Bedeutung". Jetzt hat die Jury 14 Projekte ausgewählt. Die Bandbreite reicht von einer "grafischen Reportage" mit dem Arbeitstitel "Terror vom rechten Rand" bis hin zu einer Web-App, Arbeitstitel "Die Spuren der Technik", entwickelt von dem Datenjournalismus-Netzwerk Journalism++. Zur Übersicht aller Projekte geht es HIER entlang.


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Reportagen der Woche


Aktualisiert jeden Freitag, 12 Uhr

Christoph Cadenbach: "Spuren der Gewalt" (SZ-Magazin vom 4.4.2014, 20 Minuten Lesezeit) Drei Monate lag Taha auf dem Zellenboden von Abu Ghraib, nackt, blutend, gedemütigt – und unschuldig. Die abstoßenden Bilder aus dem irakischen Foltergefängnis der Amerikaner gingen um die Welt. Und zerstörten das Bild vom “sauberen Krieg”. Eine Begegnung mit Tätern und Opfern…

Annabel Wahba: "Er nannte ihn Papa" (Zeit-Magazin vom 9.4.2014, 20 Minuten Lesezeit) Daniel ist zwei Jahre alt, als er im Krankenhaus stirbt. Umgebracht allerdings wurde er zu Hause. „Manchmal ist die Wahrheit so schlimm, dass man sie nicht als Wahrheit sehen will”, sagt Patricia F. Die Wahrheit: Ihr Freund hat ihren Sohn totgeschlagen. Leider kein seltenes Schicksal in Berlin…

Lucas Vogelsang: "Ihr Block" (Tagesspiegel vom 6.4.2014, 20 Minuten Lesezeit) Sido hat es berühmt gemacht, mit Ghettoprosa, Pitbulls und Schlagring: Das Märkische Viertel. Zehn Jahre ist es her, dass der Berliner Rapper der Plattenbausiedlung mit dem Song “Mein Block” ein Denkmal setzte. Doch wie viel Ghetto-Potenzial hat das “MV” wirklich? Ein Streifzug… 

Hier geht es zum Archiv.

 


Termine 2014


Mittwoch, 30. April, ab 12 Uhr
Anmeldung Reporter-Workshop
13./14. Juni
Reporter-Workshop
Anfang Juli
Ausschreibung Reporterpreis 2013
Mittwoch, 1. Oktober:
Einsendeschluss Reporterpreis
Montag, 3. November:

Bekanntgabe der Nominierten
Montag, 1. Dezember:
Verleihung Deutscher Reporterpreis



Workshop 2013 - die Videos



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg