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Dankesrede Ronan Farrow beim Reporterpreis 2018

©Daniel Wolcke



Der Sonderpreis für Investigation ging in diesem Jahr an den US-Amerikaner Ronan Farrow für seine Recherchen über sexuelle Gewalt, mit der Hollywood-Mogul Harvey Weinstein jahrzehntelang Frauen terrorisierte. In seiner Dankesrede erzählte Farrow von den Drohungen, den Schwierigkeiten, seinen Zweifeln bei der Recherche. Am Ende, wenn man einen Preis bekomme, scheine alles so klar, aber wie verwickelt, wie aussichtlos, wie bedrohlich Recherchen sein können. Farrow rief alle Anwesenden im Saal auf, sich nicht einschüchtern zu lassen, nicht aufzuhören für die Wahrheit und die Freiheit der Presse zu kämpfen - "Not to stop listening to that gut feeling that this story will make a difference."

Hören Sie hier die komplette Rede:

Teil 1   Teil 2



Reporterpreis 2018 - Jurybegründungen

©Daniel Wolcke



In Berlin ist am 3. Dezember 2018 der 10. Deutsche Reporterpreis vergeben worden, der Preis von Journalistinnen für Journalistinnen. Fünf prominent besetzte Jurys hatten am gleichen Tag über die 142 nominierten Beiträge debattiert, ehe der Preis am Abend vor rund 400 Gästen im Tipi am Kanzleramt verliehen wurde.

Der Sonderpreis für Investigation geht an den US-Amerikaner Ronan Farrow für seine Recherchen über sexuelle Gewalt, mit der Hollywood-Mogul Harvey Weinstein jahrzehntelang Frauen terrorisierte. „Die #MeToo-Bewegung hat die ganze Welt erfasst, und Sie haben das ausgelöst", rief Alice Schwarzer in ihrer Laudatio und erinnerte daran: „Der Kern aller Machtverhältnisse ist die Androhung von Gewalt.“ In seiner Dankesrede erzählte Ronan Farrow von den Drohungen der Anwälte, von den Hürden, den Zweifeln, seinen ständigen Fragen: Interessiert das überhaupt irgendwen? Nimmst du dich zu wichtig? Warum solltest du deine Karriere für so eine Story riskieren? Aber dann habe es immer wieder diese leise Stimme gegeben, die ihm sagte: Ja. Mach es. Riskiere es. Du bist es den Frauen schuldig. Farrow rief alle 400 Reporterinnen und Reporter im Saal auf, sich nicht einschüchtern zu lassen, nicht aufzuhören, für die Wahrheit und die Freiheit der Presse zu kämpfen, „not to stop listening to that gut feeling that tells you that this story will make a difference.“

Beste Reportage

Am 16. Februar 2011 sprüht ein Junge in der syrischen Stadt Daraa auf eine Mauer: „Du bist als Nächster dran, Doktor!“ Sieben Jahre, 500 000 Tote und für 14 Millionen Vertriebene später interviewt Claas Relotius diesen Jungen, inzwischen ein junger Mann, der in den Ruinen von Daraa gegen die näher rückenden Assad-Truppen kämpft – und der sich schuldig fühlt für den Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs. Jahrelang hat Claas Relotius, gemeinsam mit syrischen Mitarbeitern, ihm hinterher gespürt und ihn dann per Handy interviewt. Und dann einen Text geschrieben von beispielloser Leichtigkeit, Dichte und Relevanz, der nie offen lässt, auf welchen Quellen er basiert. Ein Stück für die Lesebücher, urteilte die Jury, wenn man sich eines Tages fragt, wie der Krieg in Syrien begann – und vielleicht endete. Inzwischen ist Daraa erobert, und der junge Mann verstummt. 

Investigation
Die Hartnäckigkeit und der Mut, im deutschen Film-Business einen #MeToo-Fall ans Licht zu bringen – dafür gewinnen Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Nadine Ahr, Anne Kunze, Khue Pham, Amrai Coen und Götz Hamann den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Investigation. In ihren Reportagen, erschienen in „Zeit“ und „Zeit-Magazin“, legen sie nach Gesprächen mit Hunderten Quellen minutiös dar, wie der Regisseur Dieter Wedel Schauspielerinnen über Jahrzehnte hinweg demütigte und in einzelnen Fällen sexuell missbraucht haben soll; wie die verantwortlichen Redakteure genauso lange wegschauten; wie der Erfolg und die patriachalisch geprägten Strukturen in den Sendern den Star gegen jeden Verdacht immunisierten. Auch diese Texte: ein Stück Zeitgeschichte.

Beste Lokalreportage

Die beste Lokalreportage kommt in diesem Jahr von Verena Friederike Hasel. In „Der Aufnahmeleiter“, erschienen im „Tagesspiegel“, beschreibt sie voll Wärme und Ironie einen Sprachlehrer, der auf unnachahmliche Weise Flüchtlinge zugleich ernst nimmt und herausfordert. Ein Stück, das Mut macht und jenen den Spiegel vorhält, die in Flüchtlinge entweder verteufeln oder in Watte hüllen.

Bestes Interview
Die Auszeichnung für das beste Interview teilen sich in diesem Jahr Alexander Gorkow und Sven Michaelsen; beide Gewinner-Texte seien „Achttausender im Himalaya“, so die Jury. Alexander Gorkow traf für „Der Aktivist“, erschienen im "SZ-Magazin", den ehemaligen Pink-Floyd-Sänger Roger Waters, dessen Konzerte neuerdings von Tiraden gegen Israel durchsetzt sind. Gorkow fragt nicht, er streitet – und tritt, perfekt vorbereitet, den Verschwörungstheorien seines Gegenübers entgegen. Ein Interview wie ein Boxkampf.

In „Die haben nur feste sich selber gesehen“ interviewt Sven Michaelsen für das „SZ-Magazin“ die Sekretärin Heide Sommer, die gleich drei bekannten Männern diente: dem selbstherrlichen Helmut Schmidt, dem zudringlichen Carl Zuckmayer, dem ewig unerreichbaren Theo Sommer. Behutsam legt Michaelsen mit seinen Fragen immer neue Tiefenschichten frei – und liefert so ein Sittengemälde der bundesrepublikanischen Gesellschaft.

Beste Sportreportage
Nicht von einem Sieger handelt die beste Sportreportage 2018, sondern von einem, der immer nur verliert. Moritz Herrmann hat in „Alles auf Nichts“, erschienen im neuen Magazin „JWD“, einen Trabrennfahrer porträtiert, der bei 49 Starts gerade mal einen Sieg errang, eine miserable Quote. Einfühlsam, voll Empathie begleitet ihn Moritz Herrmann zu seiner nächsten Niederlage. Ein Text, der sich etwas traut, urteilte die Jury, der „methodisch ins Risiko geht“ – und schmerzhaft amüsant ist.

Beste Wissenschaftsreportage
„Seine Experimente sollten helfen, Parkinson und Demenz zu heilen“, lautet die Überschrift von Moritz Aisslingers Reportage in der „Zeit“. Die Rede ist von Nikos Logothetis, einst gefeierter Hirnforscher, ein Kandidat für den Nobelpreis. Doch dann gerät er in das Visier von Undercover-Reportern von „stern tv“. Ein vermeintlicher Tierpfleger hat über Monate die – ethisch einwandfreien – Versuche mit Affen heimlich gefilmt. Über Nacht steht der Hirnforscher am Pranger und verliert alles, sein Renommee, sein Labor, seine Versuchstiere. Es ist nicht nur die klug nacherzählte  Geschichte eines medialen Rufmordes, es ist auch ein kenntnisreicher Streifzug durch die Labore der neuesten Hirnforschung.

Bester freier Reporter
Im November 2016 kehrt eine Frau in Baden-Württemberg nicht vom Joggen zurück, vier Tage später finden Polizisten ihre Leiche. Eine Sonderkommission macht sich an die Arbeit. Wie sie aus tausenden Hinweisen, aus Hunderttausenden Mautdaten schließlich jenen LKW-Fahrer ermittelt, der zwei Jahre zuvor einen ähnlichen Mord in Österreich verübt hat – das ist fesselnder als jeder „Tatort“, urteilte die Jury. Jenni Roth, freie Journalistin aus Berlin, hat „Eine Stadt sucht einen Mörder“ für das „Zeit-Magazin“ aufgeschrieben. Präzise rekonstruiert sie Ermittlungen – und beschreibt, wie der Mord die Bürger der Gegend verunsichert.

Beste Kulturkritik

Seit langem wird debattiert über das „Gendern“ von Personenbezeichnungen, über das geschlechtsneutrale Schreiben und Sprechen. Das sei doch nicht nötig, lautet ein gängiger Einwand. Dass es doch nötig ist, das beschreibt Marie Schmidt in „Droht uns die Sprachzensur? Nein!“, erschienen in der „Zeit“. Genussvoll führt die Autorin Leserinnen und Leser durch das Labyrinth des generischen Maskulinums und zeigt auf, warum es in die Irre führt. Eine Kulturkritik im Wortsinn, urteilte die Jury, ein Appell, künftig präziser zu schreiben und zu sprechen.

Bester Essay
Daniel Schulz von der „taz“ hat den besten Essay geschrieben, darin war sich die Jury einig wie selten. „Wir waren wie Brüder“ heißt sein öffentliches, intimes Selbstgespräch über seine ostdeutsche Jugend. Was machte viele seiner ehemaligen Freunde zu Rechtsextremen, und warum verlief sein eigenes Leben so anders? In der Drastik, mit der das Ostdeutschland der 90er Jahre geschildert wird, übersteigt dieser Text alles, was bisher zu dem Thema verfasst wurde, urteilte die Jury; es sei einer der stärksten Texte des Jahres.

Hauptstadt-Preis
Für die „Welt am Sonntag“ hat Marc Neller unter den Lobbyisten im politischen Berlin recherchiert, sein Stück heißt „Die Zuckerkrieger“ und beleuchtet, mit welchen Tricks die Gesandten der Süßwarenindustrie arbeiten, um schärfere Gesetze gegen den übermäßigen Verbrauch von Zucker zu verhindern. Eine glänzend geschriebene, analytisch starke Reportage, lobt die Jury, der Autor bringe ans Licht, was normalerweise nur in den Hinterzimmern und Konferenzräumen rund um den Reichstag abläuft. Und verlieh Marc Neller den Hauptstadtpreis.

Multimedia 

Der Preis für die beste Multimedia-Reportage geht an ein Team vom Hessischen Rundfunk für „Opfer ohne Stimme - wie wir unsere Kinder vor Gewalt schützen“. Recherchiert und produziert von Petra Boberg, Sabine Mieder, Christina Sianides, Stefan Ehlert, Heike Borufka, Daniela Klein, Christine Rütten, Dominik Nourney, Frederik von Castell, Klaudija Schnödewind und Bettina Emmerich. Diese Arbeit zeige exemplarisch, wie sich mit wenig Geld große, relevante Stoffe erzählen lassen, lobte die Jury. Und war angetan von der differenzierten Sichtweise der Autorinnen und Autoren. Eltern, die prügeln, sind fast nie Monster, sondern meist selbst komplett überfordert. Auch sie brauchen Hilfe.

Bestes Web-Video 
In die finstersten Ecken des Internet, dorthin, wo Journalisten nur selten gelangen, haben sich Patrick Stegemann und Rayk Anders aufgemacht – und haben von dort „Lösch Dich! So organisiert ist der Hate im Netz“ mitgebracht, in diesem Jahr ausgezeichnet mit dem Preis für das beste Webvideo. Es wurde veröffentlicht auf Youtube und dem öffentlichen-rechtlichen Jugendportal „Funk“, erreichte Hunderttausende und wurde aufgeregt debattiert. Ein Jahr lang recherchierten Stegemann und Anders in der vor Hass schäumenden Welt der Trolle und Nazis. Die Jury befand: Ihr Beitrag sei eine dringende Mahnung, die Gefahren für die Meinungsfreiheit ernst zu nehmen, die aus diesen dunklen Ecken drohen.

Datenjournalismus
In der Kategorie Datenjournalismus gewinnt ein Team vom „Tagesspiegel“, mit Fabian Altenried, Andreas Baum, Michael Gegg, Jakob Kluge, Hendrik Lehmann, David Meidinger, Hannes Soltau und Helena Wittlich. „Radmesser“ heißt ihr Beitrag und rekrutierte unter anderem 100 Freiwillige, deren Fahrräder mit Abstandmessern ausgestattet wurden. Das Ergebnis: Die meisten Autofahrer in Berlin fahren viel zu dicht an Radfahrern vorbei. Das sei vorbildlicher Lokaljournalismus, lobte die Jury, der mit neuesten Mitteln die Lebenswirklichkeit der Leserinnen beschreibt. Ganz zu schweigen davon, dass „Radmesser“ liebevoll, facettenreich und visuell ansprechend produziert wurde.

Nachsatz
Der Deutsche Reporterpreis wird seit 2009 vom Reporter-Forum e.V. vergeben, der Initiative von Hunderten Journalisten aus vielen Print- und Online-Redaktionen. In der 39-köpfigen Jury saßen in diesem Jahr u.a. die TV-Journalist*innen Anja Reschke und Claus Kleber, die Autor*innen Axel Hacke und Tina Hildebrandt und der Schauspieler Ulrich Matthes.

Die diesjährige Preisverleihung wurde gesponsert von der Looping Group.



Reporterpreis an Ronan Farrow



Der diesjährige Sonderpreis für Investigation des Deutschen Reporterpreises geht an den US-Amerikaner Ronan Farrow für seine ausdauernden, hartnäckigen Recherchen über sexuelle Bedrohung und Gewalt. "Ohne ihn könnten der Filmproduzent Harvey Weinstein und andere weiterhin ihre Macht nutzen, um Frauen zu drangsalieren und zu missbrauchen", so heißt es in der Begründung der Auszeichnung. "Ohne Ronan Farrow wäre  die weltweite #MeToo-Bewegung nicht dort, wo sie heute ist."

Der Deutsche Reporterpreis wird seit 2009 vom Reporter-Forum e.V. vergeben, der Initiative von Hunderten Journalisten aus vielen Print- und Online-Redaktionen. In der 39-köpfigen Jury sitzen in diesem Jahr u.a. die TV-Journalist*innen Anja Reschke und Claus Kleber, die Autor*innen Axel Hacke und Tina Hildebrandt und der Schauspieler Ulrich Matthes.

Die Preisverleihung in den insgesamt 13 Kategorien findet am Montag in Berlin statt, Ronan Farrow wird der Preis von Alice Schwarzer überreicht, die die Laudatio hält.

Die diesjährige Preisverleihung wird gesponsort von der Looping Group.


Platz in der Jury zu gewinnen

©Daniel Wolcke



Jedes Jahr verlosen wir unter allen TeilnehmerInnen unserer Workshops einen Platz in der Jury des Deutschen Reporterpreises - Anreise nach Berlin, Hotel und Eintrittskarte für die Preisverleihung inklusive.

Machen Sie mit!

Schicken Sie uns bis zum 19.11.2018 Ihren Favoriten in der Kategorie "Beste Reportage" (Download pdf-Reader) an votum@reporter-forum.de. 

Unter denjenigen, die für den meist genannten Text stimmen, verlosen wir einen Platz in der Jury.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!


Sportreportage - Die Nominierten

Copyright: Feldenkirchen ©Maurice Weiss; Moritz Herrmann ©Isadora Tast / Die Zeit



Viele erfolgreiche Reporter haben als Sportreporter angefangen. Der Zeitdruck und die Konkurrenz durchs Fernsehen haben ihre Fähigkeit zur originellen Themensuche, zur genauen Recherche und zur packenden, anschaulichen Sprache geschärft. Genau durch diese Eigenschaften sollten sich Sportreportagen auszeichnen, die mit dem Reporterpreis geehrt werden.

Nominiert in der Kategorie "Sportreportage":


Sebastian Dalkowski: "Der Torhüter, der sich selbst besiegte"; Ron Ulrich: "Peter, gib einen aus."; Andreas Bock: "This is Java!"; Claas Relotius: "Touchdown"; Thomas Hummel: "Bereit zum Sprung"; Joachim Rienhardt: "Unter Freunden"; Marius Buhl: "Bis zum Letzten"; Markus Feldenkirchen: "Bundestrainerpräsident"; Kilian Trotier: "Liebeskummer"; Moritz Herrmann: "Alles auf Nichts".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


Wissenschaftsreportage - Die Nominierten

Copyright: Fuchs Christian ©Stephan Pramme; Max Rauner ©David Maupilé; Alard von Kittlitz ©Kranzler_Phelps; Katja Thimm ©Ralf Baumgarten; Sohini Chattopadhyay ©Zakaria Zainal; Kathrin Schwarze-Reiter ©Luise Aedtner; Till Krause ©Ralf Zimmermann



Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Nominiert in der Kategorie "Wissenschaftsreportage":

Anne Kunze: "Ich wollte keine Glatze. Die Pille, die der Arzt mir gab, hat mein Leben zerstört"; Moritz Aisslinger: "Seine Experimente sollten helfen, Parkinson und Demenz zu heilen"; Thomas Fischermann, Christian Fuchs, Anne Kunze, Maria Da Luz Miranda und Stefan Willeke: "Der gefährlichste Fisch der Welt"; Max Rauner: "Neuer Mensch oder arme Sau?"; Alard von Kittlitz: "Die wollen uns umbringen"; Tina Kaiser: "Vom Fluch nichts vergessen zu können"; Katja Thimm: "Zähne ins Leben schlagen"; Bernd Eberhart: "Der Biostaat"; Astrid Viciano: "Ein bisschen tot"; Luise Strothmann und Sohini Chattopadhyay: "Da kommt noch was"; Beate Lakotta: "Schattenfrauen"; Kathrin Schwarze-Reiter und Roland Preuss: "Es wird eng"; Christoph Cadenbach: "Das Recht des Stärkeren"; Till Krause: "Zweite Luft".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.



Freier Reporter - Die Nominierten

Copyright: Cathrin Schmiegel ©Maria Feck; Laura Ewert ©Sina Scherer



Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Nominiert in der Kategorie "Freier Reporter":


Fritz Schaap: "Warlord City" und "Zwei Minuten Glück"; Frederic Spohr: "Monopoly Myammar"; Marius Elfering: "Mama lernt Liebe" und "Er klopft. Sie geht zu ihm. Sie verzweifelt. Er lebt weiter."; Svenja Beller: "Mein Roboter und ich"; Theresa Hein: "Was nicht passieren darf"; Jenni Roth: "Eine Stadt sucht einen Mörder"; Cathrin Schmiegel: "Frau Millgramm geht stehlen"; Laura Ewert: "Plötzlich ist da diese Falte im Nacken".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.



Lokalreportage - Die Nominierten

Copyright: Lutz Bernhardt ©Salome Roessler; Anja Reich ©Jonas Opperskalski



Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Wichtig: Bitte in dieser Kategorie nur Reportagen von Lokalzeitungen einreichen.

Nominiert in der Kategorie "Lokalreportage":

Lutz Bernhardt: "Der Mörder war keiner von uns"; Karl Grünberg: "Hart auf Hart"; Sebastian Leber: "Mit voller Wucht"; Verena Friederike Hasel: "Der Aufnahmeleiter"; Uli Kreikebaum: "Nur kurz einkaufen"; Karsten Krogmann: "Was geschah mit Mike Mansholt?"; Marius Buhl: "Die Frau links vorm Prinzenbad"; Anja Reich: "Die verschwundene Klausel"; Alexander Dinger und Martin Nejezchleba: "Ausgesetzt"; Maris Hubschmid: "Bis zum letzten Tropfen".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Freier Reporter", "Wissenschaftsreportage" und "Sportreportage" hier auf unserer Website.



Hauptstadt-Preis - Die Nominierten

Copyright: Marc Neller ©Gisela Gürtler; Christina Schmidt ©Philipp Hannappel; Lorenz Maroldt ©imago; Harald Martenstein ©C.Bertelsmann



Der politische Betrieb der Berliner Republik wird von Reportern, Kommentatoren und Essayisten beschrieben und analysiert, in den Texten von Journalisten wie Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann oder Nina Grunenberg wurde deutsche Politik beispielhaft durchsichtig gemacht. In dieser Tradition sollen Texte ausgezeichnet werden, die neue Einsichten und Ansichten auf die Regierungs-, Parlaments- und Behördenarbeit erlauben.

Nominiert in der Kategorie "Hauptstadt-Preis":

Marc Neller: "Die Zuckerkrieger"; Kate Connolly: "Wie weit kommt man in Berlin-Neukölln, wenn man Englisch und wirklich nur Englisch spricht?; Lorenz Maroldt und Harald Martenstein: "Ins Scheitern verliebt"; Peter Müller: "Ein herrliches Leben"; Peter Dausend: "Mitten im Beben"; Bernd Ulrich: "Zeit zu gehen?"; Christoph Hickmann: "Geil"; Sabine am Orde und Christina Schmidt: "Was machen die hier?"

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


Investigation - Die Nominierten

Copyright: Götz Hamann ©DIE ZEIT_Michael Heck; KarstenPolke-Majewski ©Vera Tammen; Lorenz Wagner ©Julian_Baumann; Till Krause ©Ralf Zimmermann; Nadine Ahr ©Michele Gareus; Christian Fuchs ©Stephan Pramme; Christina Schmidt © Philipp Hannappel; Pascale Müller©David Sahay



Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Nominiert in der Kategorie "Investigation":

Sönke Iwersen und Volker Votsmeier: "Raubritter mit beschränkter Haftung"; Johannes Edelhoff, Götz Hamann, Karsten Polke-Majewski, Felix Rohrbeck und Christian Salewski: "Toll Collect"; Patrick Bauer, Svea Eckert, Peter Hornung, Till Krause, Katharina Kropshofer, Katrin Langhans, Lorenz Wagner, Felix Ebert, Laura Eßlinger, Jan Schwenkenbecher und Vanessa Wormer: "Das Scheingeschäft"; Leila Al-Serori und Oliver Das Gupta: "Die Akte Strache"; Sebastian Erb, Marina Mai und Christina Schmidt: "Liebesgrüße aus Hanoi"; Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Nadine Ahr, Anne Kunze, Khue Pham, Amrai Coen und Götz Hamann: Wedel-Recherche; Pascale Müller und Stefania Prandi: „Vergewaltigt auf Europas Feldern”/„Er kommt am Abend"; Jonas Breng und Barbara Opitz: "Erdogans deutsche Jünger"; Ulrich Kraetzer und Martin Nejezchleba: "Die unsichtbaren Volksvertreter"; Christoph Giesen, Klaus Ott und Nicolas Richter: "Schöner Schein"; Lena Kampf, Mauritius Much, Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Holger Stark und Fritz Zimmermann: Das Daphne-Projekt; Wigbert Löer und Marta Orosz: "Sexueller Missbrauch beim WDR"; Manuel Bewarder, Florian Flade und Franziska Holzschuh: "Fehler im System"; Rafael Buschmann, Jörg Schmitt, Jürgen Dahlkamp und Gunther Latsch: "Der Mann an ihrer Seite"; Rafael Buschmann, Jörg Schmitt, Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch, Dinah Deckstein und Gerald Traufetter: "Meister Proper mit Problem".


Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)


Datenjournalismus - Die Nominierten



Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Die Aufgabe der Datenjournalisten ist es, journalistisch relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams mit Programmierern und Grafikdesignern zusammen, um gesellschaftliche Zusammenhänge aus Daten herauszulesen und diese verständlich zu erzählen - offline oder im Netz. Die Kraft des Datenjournalismus liegt am Ende nicht in einer bestimmten Erzählform, sondern im Wahrheitsgehalt seiner Geschichten.

Nominiert in der Kategorie "Datenjournalismus":

André Pätzold, David Wendler, Marie-Louise Timcke, Moritz Klack, Julius Tröger, Ulli Kulke, Felix Müller, Reto Klar und  Sakander Zirai: "Was Kameras aus Ihrem Gesicht lesen können"; Fabian Altenried, Andreas Baum, Michael Gegg, Jakob Kluge, Hendrik Lehmann, David Meidinger, Hannes Soltau und Helena Wittlich: "Radmesser"; Stefanie Zenke, Jan Georg Plavec, Christian Frommeld und Oliver Biwer: "Feinstaubalarm und Feinstaub in Stuttgart und Region"; Angelo Zehr und Julian Schmidli: "20 Jahre, 20 Titel"; Hannah Beitzer, Sabrina Ebitsch, Christian Endt, Thomas Öchsner, Birgit Kruse, Martina Schories und Moritz Zajonz: "Deutschlands Mietmarkt ist kaputt"; Malene Gürgen, Sabine am Orde, Christian Jakob, Hans Hack, Stefan Wehrmeyer und Alsino Skowronnek: "Netzwerk AfD"; Theresa Krinninger, Carolin Ströbele, Julius Tröger, Andreas Loos und Alsino Skowronnek: "Die Flüchtlinge waren nur eine Phase"; Steffen Hänsch, Frank Jansen, Heike Kleffner, Johannes Radke, Julian Stahnke, Toralf Staud, Julius Tröger und Sascha Venohr: "Rechte Gewalt: Getötet aus Hass und Verachtung"; Timo Grossenbacher, Julian Schmidli, Jennifer Victoria Scurrell und Angelo Zehr: "Influencer: Der grosse Follower-Fake".


Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Investigation", "Hauptstadt-Preis" und "Lokalreportage" hier bei uns auf der Website.


Multimedia - Die Nominierten



Im Web werden Geschichten multimedial erzählt und sind doch ganz anders: Sie kombinieren Text, Foto, Ton und Video, lassen sich dabei interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten verlassen sie dabei die klassischen Genre-Konventionen der Reportage oder sie binden den Rezipienten auf neuartige Weisen in die Geschichte ein.

Nominiert in der Kategorie "Multimedia":

Michelle Blum, Stefan Domke, Thomas Hallet, Dirk Meffert, Stefan Moll und David Ohrndorf: "glückauf"; Antonia Beckermann, Anja Boencke, Sonja Gillert, Martin Heller, Jalal Mando, Viktor Mucha, Kristina Pusch, Theresa Rentsch, Niddal Salah-Eldin, Juri Taffener und Fabian Wilhelm: "Ich bin Jalal aus Syrien - können wir reden?!"; Alexander Epp und Roman Höfner: "Das Hass-Netzwerk"; Saskia Aleythe, Benedikt Witzenberger und Lisa Bucher: "Ein Mann unter Spannung"; Arne Perras, Wolfgang Jaschensky, Maria Sprenger, Anna Fischhaber, Lisa Bucher und Julia Kraus: "Die große Rettung"; Marc Fehr, Marc Brupbacher, Vincenzo Capodici, Viviane Futterknecht und Marina Bräm: "Genug vom Mutterland"; Nicoló Lanfranchi und Marco Kasang: "Rettung zwischen allen Fronten"; André Pätzold, David Wendler, Marie-Louise Timcke, Moritz Klack  und Ulrich Kraetzer: "Wie nah die Behörden dem Attentäter vom Breitscheidplatz waren"; Petra Boberg, Sabine Mieder, Christina Sianides, Stefan Ehlert, Heike Borufka, Daniela Klein, Christine Rütten, Dominik Nourney, Frederik von Castell, Klaudija Schnödewind und Bettina Emmerich: "Opfer ohne Stimme - wie wir unsere Kinder vor Gewalt schützen". 



Web-Video - Die Nominierten



Video wird im digitalen Journalismus immer wichtiger. Dabei hat sich das Medium längst von den klassischen Fernsehkriterien gelöst. In dieser Kategorie sollen Webvideos prämiert werden, die in ungewöhnlichen und neuen Formaten erzählen, die die Stärken des Internets gekonnt ausspielen oder mit neuen Zielgruppen in den Dialog treten.

Nominiert in der Kategorie "Web-Video":

Patrick Stegemann und Rayk Anders: "Lösch Dich! So organisiert ist der Hate im Netz, Dokuüber Hater und Trolle"; Hüdaverdi Güngör, Bastian Schlange, David Schraven (CORRECTIV) und Leo Adass: "Auf eine Shisha mit - Im Dialog mit Deutschtürken"; Jannika und Stefan Schultz, Edward Lee, Birk Reddehase und Michael Meißner: "Das dunkle System".



Kulturkritik - Die Nominierten

Copyright: Emilia Smechowski ©Linda Rosa Saal; Jurek Skrobala ©Evelyn Dragan für Neon; Johanna Adorjan ©Susannah Baker-Smith; Marie Schmidt ©David Maupilé; Volker Weidermann ©Christian O. Bruch / DER SPIEGEL



Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Nominiert in der Kategorie "Kulturkritik":

Emilia Smechowski: "Die Bühnentiere"; Raoul Löbbert: "Schaut auf diese Kugel!"; Antonia Baum: "Was hör ich da eigentlich?"; Jurek Skrobala: "Die Masche"; Julia Encke: "Das Ende des geheimen Deutschlands"; Adrian Lobe: "Die Gesellschaft der Metadaten"; Felix Hutt: "Cut"; Johanna Adorján: "Glatt daneben"; Hanno Rauterberg: "Schluss mit dem falschen Frieden!"; Christina Rietz: "Tristan, ich komme"; Philipp Oehmke: "Krieg der Stars"; Marie Schmidt: "Droht uns die Sprachzensur? Nein!"; Volker Weidermann: "Diese 33 Tage".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Web-Video", "Multimedia" und "Datenjournalismus" hier auf unserer Website.



Essay - Die Nominierten


Copyright: Mareice Kaiser ©Elif Kuecuek; Florentin Schumacher ©Patricia Kühfuss; Marcus Jauer ©Gene Glover



Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Nominiert in der Kategorie "Essay":

Barbara Vorsamer: "Liebe Magdalena"; Dominik Stawski: "Das Leben davor und danach"; Konstantin Richter: "Es ist nicht alles aus"; Mareice Kaiser: "Das Unwohlsein der modernen Mutter"; Florentin Schumacher: "Macht euch breit!"; Bernd Ulrich: "Verschärfte Wahrnehmung"; Kerstin Kohlenberg und Mark Schieritz: "Germany first!"; Bettina Weiguny: "Eine Marke namens Mesut Özil"; Ullrich Fichtner: "Kleiner Brauner"; Daniel Schulz: "Wir waren wie Brüder"; Lara Fritzsche: "Auf Tuchfühlung"; Marcus Jauer: "Hallo Vati"; Ulrike Posche: "Macht und Muffensausen".

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Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


Interview - Die Nominierten

Copyright: Nataly Bleuel ©Henning Ross; Alexander Gorkow ©Alessandra Schellnegger



In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Nominiert in der Kategorie "Interview":

Nataly Bleuel: "Jeder Mensch hat das Recht, eine Niere zu verkaufen"; Christiane Hoffmann und Britta Stuff: "Der Reigen"; Johannes Gernert und Viktoria Morasch: "Wie lebt es sich in Deutschland als Mohamed?"; Lucas Wiegelmann: Das Evangelium nach Ralph"; Holger Fröhlich: "Das Universum – Ein göttlicher Zeitvertreib"; Alexander Gorkow: "Der Aktivist"; Claas Relotius: "Kehrt nicht auch das Böse, wenn man es lässt, eines Tages zurück?"; Marc Brost und Stefan Schirmer: "Ich wäre in der Stunde seines Todes gern bei meinem Vater gewesen"; Britta Stuff und Markus Dettmer: "Wir waren wie Kinder"; Christoph Cadenbach und Lara Fritzsche: "Ich hatte Bilder von meinen Kindern und meiner Frau im Kopf" – "Meine größte Sorge war, dass mir jemand Hilfe aufnötigt, der keine Ahnung hat"; Sven Michaelsen: "Die haben nur feste sich selber gesehen", Max Fellmann und Oliver Meiler: "Der Fluss und der Tod"; Philipp Oehmke: "Ein beschissener Moment".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.


Reportage - Die Nominierten // Aufruf zum Publikumsjuror

Copyright: Gesa Gottschalk © Roman Pawlowski; Takis Würger © Anita Back; Elisa Britzelmeier © Daniel Hofer; Timofey Neshitov © Claudia Jeczawitz; Andreas Spinrath © Fusswinkel/WDR; Mohamed Amjahid © DIE ZEIT;



Die Nominierten für den Deutschen Reporterpreis 2018 stehen fest: Aus den 1864 eingereichten Arbeiten haben die 110 Vorjuroren in den 13 Kategorien insgesamt 142 Texte und Projekte nominiert.


Nominiert in der Kategorie "Reportage":


Gesa Gottschalk mit "Glaube, Wale, Hoffnung"; Takis Würger mit "Im Böhmerwald"; Caterina Lobenstein mit "Warum verdient Frau Noe nicht mehr?"; Elisa Britzelmeier mit "Der tote Junge im Baum"; Claas Relotius mit "Die letzte Zeugin" und "Ein Kinderspiel"; Özlem Gezer, Claas Relotius, Felix Hutt und Timofey Neshitov mit "Sorry"; Alexander Kühn und Isabell Hülsen mit "Im Stahlgetwitter"; Jan Christoph Wiechmann mit "Fünf Brüder"; Elisabeth Kimmerle mit "Wem gehört der Schädel?"; Barbara Hardinghaus mit "Help!"; Erwin Koch mit "Wutausbruch"; Peter Burghardt mit "Die Überlebende"; Julia Friedrichs und Andreas Spinrath mit "Wie viel Macht hat dieser Mann?"; Mohamed Amjahid mit "Ein Leben für den Diktator".

Alle nominierten Texte zum Lesen (Reader, pdf)

Die Texte lagen den Vorjuroren anonymisiert vor, Texte aus der eigenen Redaktion wurden den Vorjuroren nicht zugewiesen.

Morgen veröffentlichen wir die Nominierten in den Kategorien "Interview", "Essay" und "Kultur" hier auf unserer Website.


Platz in der Jury - Aufruf zum Publikumsjuror


Jedes Jahr geben wir den TeilnehmerInnen unserer Workshops die Chance, einen Platz in der Jury des Deutschen Reporterpreises zu ergattern. Die Jurysitzung ist dieses Jahr am 3. Dezember, zur Jury gehören:

die Journalist/innen Çiğdem Akyol, Nikolaus Brender, Teresa Bücker, Astrid Csuraji, Kristina Dunz, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Timm Klotzek, Uwe H. Martin, Caren Miosga, Elisabeth Niejahr, Ines Pohl, Marcel Reif, Doreen Reinhard, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Jessy Wellmer, Dominik Wichmann, Armin Wolf und Diana Zinkler; die Autor/innen Micky Beisenherz, Axel Hacke, Ildikó von Kürthy, Sascha Lobo, Jörg Thadeusz und Maja Weber; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; die Schauspielerin Gesine Cukrowski und der Schauspieler Ulrich Matthes; der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling.

Ein weiterer Juror wird von den Besuchern unserer Workshops bestimmt.

Schicken Sie uns bis zum 19.11.2018 Ihren Favoriten in der Kategorie "Beste Reportage" an votum@reporter-forum.de.

Unter denjenigen, die für den meist genannten Text stimmen, verlosen wir einen Platz in der Jury - Anreise nach Berlin, Hotel und Eintrittskarte für die Preisverleihung am 3. Dezember inklusive. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!



Rekordbeteiligung beim Deutschen Reporterpreis

Foto: Daniel Wolcke



1864
Texte, Web-Videos und Multimedia-Projekte bewerben sich in diesem Jahr um den vom Reporter-Forum ausgelobten Deutschen Reporterpreis. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

In der 39-köpfigen Jury urteilen in diesem Jahr zum ersten Mal Teresa Bücker, Chefredakteurin der EDITION F, Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, Kristina Dunz, Reporterin der Rheinischen Post, die freie Reporterin Doreen Reinhard, die Journalistinnen Çiğdem Akyol und Elisabeth Niejahr und der Fotograf Uwe H. Martin.

Die ARD-Moderatorin Jessy Wellmer, die ZDF-Moderatorin Maja Weber, der Journalist Marcel Reif und der Autor Micky Beisenherz bestimmen über die Vergabe des in diesem Jahr neu zu vergebenden Preises für die beste Sportreportage.

110
Vorjuroren aus 49 Redaktionen werden in den nächsten Wochen aus den eingereichten Reportagen, Interviews, Essays und Multimedia-Projekten diejenigen Arbeiten nominieren, die am 3. Dezember von der Jury ausgezeichnet werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für das Engagement unserer Vorjuroren bedanken! Es sind:

Robert Arsenschek (Akademie der Bayerischen Presse), Sonja Banze (frei), Katja Bauer (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Bauer (Die Zeit), Patrick Bauer (SZ-Magazin), Sven Behrisch (Das Magazin), Axel Bojanowski (Spiegel Online), Bernhard Borgeest (Focus), Annika Bunse (Die Welt), Javier Cáceres (Süddeutsche Zeitung), Finn Canonica (Das Magazin), Georg Dahm (frei), Swantje Dake (Stuttgarter Nachrichten), Denis Dilba (frei), Stefan Domke (WDR), Anette Dowideit (Die Welt), Daniel Drepper (Buzzfeed), Michael Ebert (SZ-Magazin), Ingrid Eißele (Zeitenspiegel), Joachim Fahrun (Berliner Morgenpost), Jochen Förster (C3), Julia Friedrichs (frei), Dieter Fuchs (Stuttgarter Zeitung), Nora Gantenbrink (stern), Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung), Astrid Geisler (Zeit Online), Johannes Gernert (Die Zeit), Pit Gottschalk (Funkesport), Volker ter Haseborg (Wirtschaftswoche), Jan Heidtmann (Süddeutsche Zeitung), Stefan Heijnk (FH Hannover), Laura Himmelreich (VICE), Ruth Hofmann (sport1), Nicola von Hollander (NDR), Claus Hornung (frei), Frauke Huber (Bombay Flying Club), Katharina Jakob (frei), Carsten Jasner (frei), Jörn Kabisch (taz), Steffi Kammerer (frei), Alard von Kittlitz (Die Zeit), Egmont Koch (frei), Stefan Kruecken (Ankerherz), Beate Lakotta (Der Spiegel), Katrin Langhans (Süddeutsche Zeitung), Diana Laarz (GEO), Holger Liebs (Hatje Cantz), Judith Liere (stern), Heinrich Löbbers (Sächsische Zeitung), Dirk Lübke (Mannheimer Morgen), Dagny Lüdemann (Die Zeit), Marin Majica (C3), Arno Makowsky (frei), Lorenz Matzat (Lokaler), Philipp Maußhardt (Zeitenspiegel), Georg Meck (FAS), Daniel Müller (Die Zeit), Kai Müller (Der Tagesspiegel), Marc Neller (Welt am Sonntag), Barbara Nolte (Der Tagesspiegel), Bastian Obermayer (Süddeutsche Zeitung), Andreas Öhler (Christ & Welt), David Ohrndorf (WDR), Marta Orosz (Correctiv), Michalis Pantelouris (frei), Jana Petersen (frei), Carolin Pirich (frei), Ismene Poulakos (Kölner Stadt-Anzeiger), Ole Reißmann (Spiegel Online), Jan Rübel (Zeitenspiegel), Anja Rützel (frei), Jörg Sadrozinski (DJS), Julia Saldenholz (NDR), Paula Scheidt (Das Magazin), Stefan Schirmer (Die Zeit), Rainer Schmidt (Frankfurter Allgemeine Quarterly), Dieter Schnaas (Wirtschaftswoche), Inka Schneider (NDR), Jens Schröder (pm), Thomas Schumann (stern), Johannes Schweikle (frei), Jana Simon (Die Zeit), Emilia Smechowski (frei), Julian Stahnke (Zeit Online), Alexandra Stark (frei), Karin Stawski (stern), Simon Sticker (Bombay Flying Club), Maria Stöhr (frei), Carsten Stormer (Zeitenspiegel), Michael Streck (stern), Judka Strittmatter (frei), Britta Stuff (Die Zeit), Kurt Stukenberg (greenpeace Magazin), Barbara Supp (Der Spiegel), Dagmar von Taube (Welt am Sonntag), Christian Thiele (frei), Julius Tröger (Zeit Online), Karin Truscheit (FAZ), Maren Urner (perspective daily), Bernd Volland (stern crime), Lorenz Wagner (SZ Magazin), Simone Wendler (Lausitzer Rundschau), Jennifer Wilton (Die Welt), Martina Wimmer (frei), Eva Wolfangel (frei), Tilman Wörtz (frei), Oliver Wurm (frei), Christine Zerwes (stern), Felix Zimmermann (taz), Florian Zinnecker (Die Zeit).

Wir haben die Vorjuroren in Gruppen unterteilt und einer Kategorie zugewiesen. Jetzt beginnen sie mit der Lektüre und benennen die Nominierten, die wir dann im November an dieser Stelle veröffentlichen werden.


Jury des Deutschen Reporterpreises benannt

Copyright: Teresa Bücker ©Jennifer Fey; Caren Miosga ©NDR/Thorsten Jander; Ines Pohl ©DW/P.Böll; Axel Hacke ©Thomas Dashuber; Ildikó von Kürthy ©Frank Grimm; Jörg Thadeusz ©Jenny Sieboldt; Michael Krüger ©Peter-Andreas Hassiepen; Helge Malchow ©Bettina Flitner; Gesine Cukrowski ©Mirjam Knickriem; Ulrich Matthes ©privat



In diesem Jahr entscheiden 39 Jurorinnen und Juroren über die Preisträger des Deutschen Reporterpreises. Neu hinzugekommen sind Teresa Bücker, Chefredakteurin der EDITION F, Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, Kristina Dunz, Reporterin der Rheinischen Post, die freie Reporterin Doreen Reinhard, die Journalistinnen Çiğdem Akyol und Elisabeth Niejahr und der Fotograf Uwe H. Martin.

Die ARD-Moderatorin Jessy Wellmer, die ZDF-Moderatorin Maja Weber, der Journalist Marcel Reif und der Autor Micky Beisenherz bestimmen über die Vergabe des in diesem Jahr neu zu vergebenden Preises für die beste Sportreportage.

Bis zum 1. Oktober um 12:00 Uhr können noch Arbeiten in den insgesamt 13 Kategorien eingereicht werden unter http://reporter-forum.de/ (Ausschreibung und Bewerbungsformular weiter unten auf dieser Seite).

110 Vorjuroren wählen aus den eingereichten Arbeiten diejenigen aus, unter denen die Jury am 3. Dezember die Preisträgerinnen und Preisträger bestimmt. Am Abend des 3. Dezember werden sie im Tipi am Kanzleramt in Berlin geehrt.

Die Jurorinnen und Juroren sind:

die Journalist/innen Çiğdem Akyol, Nikolaus Brender, Teresa Bücker, Astrid Csuraji, Kristina Dunz, Sylke Gruhnwald, Richard Gutjahr, Rainer Hank, Tina Hildebrandt, Claus Kleber, Timm Klotzek, Uwe H. Martin, Caren Miosga, Elisabeth Niejahr, Ines Pohl, Marcel Reif, Doreen Reinhard, Anja Reschke, Evelyn Roll, Vera Schroeder, Regine Sylvester, Pauline Tillmann, Jessy Wellmer, Dominik Wichmann, Armin Wolf und Diana Zinkler; die Autor/innen Micky Beisenherz, Axel Hacke, Ildikó von Kürthy, Sascha Lobo, Jörg Thadeusz und Maja Weber; die Verleger Michael Krüger und Helge Malchow; die Schauspielerin Gesine Cukrowski und der Schauspieler Ulrich Matthes; der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling.

Der 39. Juror ist der/die große Unbekannte – er/sie wird im Namen der Teilnehmer des Reporter-Forums votieren. Die Forumsteilnehmer stimmen per Mail über die beste Reportage des Jahres ab; unter denen, die sich für die Reportage mit den meisten Stimmen entschieden haben, wird der Juror per Los bestimmt.


Ausschreibung: Deutscher Reporterpreis 2018



Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser und Reputation, Onlinejournalismus wird kritisiert für Oberflächlichkeit und Klickfixiertheit – sind wir Journalisten so schlecht, wie man uns gelegentlich vorwirft? Waren wir den Ereignissen des Jahres gewachsen, haben wir sie beschreiben können, erklären können, einordnen können? Oder haben wir nur abgebildet, was sowieso jeder sah? Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen die herausragenden Reportagen, Interviews, Essays und Innovationen des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Diese Diskussion ist der eigentliche Sinn des Reporterpreises, weil wir daran glauben, dass das gute Beispiel der beste Weg ist zu besserem Journalismus, und zu Zeitungen, Zeitschriften und Websites, die so viele Leser finden, wie sie verdienen. Der Preis ist nicht dotiert, zukünftig wollen wir aus unseren Einnahmen lieber Workshops finanzieren, in denen neue Formen des Journalismus gefördert und präsentiert werden.

Im letzten Jahr haben Journalisten über 1600 Arbeiten eingereicht und den Reporterpreis zum deutschen Print-Medienpreis mit den meisten Einsendungen gemacht. In diesem Jahr wollen wir noch mehr als bisher neue Formen des Print- und des Online-Journalismus auszeichnen.


BEWERBUNG

Für den Deutschen Reporterpreis 2018 können alle deutschsprachigen journalistischen Texte und Web-Projekte eingereicht werden, die zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018 in Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen und (aktualitätsbezogenen) Websites veröffentlicht wurden. Zweitveröffentlichungen, Übersetzungen, Buchveröffentlichungen und Manuskripte sind ausgeschlossen.

Wichtig: Jeder Beitrag darf nur in einer Kategorie eingereicht werden!

Beiträge können von den Autoren selbst, von Redaktionen oder von Lesern eingereicht werden.


BEWERBUNGSFORMULAR

Die Einreichungen werden nur online entgegen genommen unter:
https://reporterpreis2018.reporter-forum.de


EINSENDESCHLUSS

Montag, 1. Oktober 2018, 12 Uhr.


Der Reporterpreis wird in diesem Jahr in 13 Kategorien vergeben. Neu dazugekommen ist die Kategorie Sportreportage.


Reportage: In den Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neue, unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Investigation: Die Recherche ist der Anfang jeder guten Story, nur was neu ist, nur was stimmt, kann begeistern. In jedem Jahr gibt es Enthüllungen, die mehr sind als Stories, sie überragen, weil sie die Wirklichkeit nicht nur beschreiben, sondern verändern.

Sportreportage: Viele erfolgreiche Reporter haben als Sportreporter angefangen. Der Zeitdruck und die Konkurrenz durchs Fernsehen haben ihre Fähigkeit zur originellen Themensuche, zur genauen Recherche und zur packenden, anschaulichen Sprache geschärft. Genau durch diese Eigenschaften sollten sich Sportreportagen auszeichnen, die mit dem Reporterpreis geehrt werden.

Datenjournalismus: Die Datenmenge in der Welt nimmt unaufhörlich zu, immer mehr Lebensbereiche werden vermessen und erfasst. Die Aufgabe der Datenjournalisten ist es, journalistisch relevante Daten zu finden, technisch zu bereinigen und zu analysieren. Oftmals arbeiten sie in gemischten Teams mit Programmierern und Grafikdesignern zusammen, um gesellschaftliche Zusammenhänge aus Daten herauszulesen und diese verständlich zu erzählen - offline oder im Netz. Die Kraft des Datenjournalismus liegt am Ende nicht in einer bestimmten Erzählform, sondern im Wahrheitsgehalt seiner Geschichten.

Wissenschaftsreportage: Die meist hochkomplizierten Erkenntnisse der Natur- und Gesellschaftswissenschaften einem breiten Publikum so zu erzählen, dass es sich gleichermaßen unterhalten wie informiert fühlt, ist eine Kunst, die wir besonders dann auszeichnen wollen, wenn sie sich aller Formen bedient, die heutzutage dem modernen Erzähler zur Verfügung stehen.

Lokalreportage
: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Umso bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln. (Wichtig: Bitte in dieser Kategorie nur Reportagen von Lokalzeitungen einreichen.)

Hauptstadt-Preis
: Der politische Betrieb der Berliner Republik wird von Reportern, Kommentatoren und Essayisten beschrieben und analysiert, in den Texten von Journalisten wie Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann oder Nina Grunenberg wurde deutsche Politik beispielhaft durchsichtig gemacht. In dieser Tradition sollen Texte ausgezeichnet werden, die neue Einsichten und Ansichten auf die Regierungs-, Parlaments- und Behördenarbeit erlauben.

Essay
: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Kulturkritik
: Der Kritiker, vor allem im Feuilleton zuhause, ist eine uralte journalistische Figur, mal Hassfigur, mal König, immer umstritten - wir möchten jene Kritiker auszeichnen, denen es gelingt, mit eigener Sprache und neuen Formen ihren Job zu machen.

Interview
: In den letzten Jahren haben Reporter neue Spielarten des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Freier Reporter
: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Multimedia
: Im Web werden Geschichten multimedial erzählt und sind doch ganz anders: Sie kombinieren Text, Foto, Ton und Video, lassen sich dabei interaktiv steuern oder nonlinear erleben. Nicht selten verlassen sie dabei die klassischen Genre-Konventionen der Reportage oder sie binden den Rezipienten auf neuartige Weisen in die Geschichte ein.

Web-Video
: Video wird im digitalen Journalismus immer wichtiger. Dabei hat sich das Medium längst von den klassischen Fernsehkriterien gelöst. In dieser Kategorie sollen Webvideos prämiert werden, die in ungewöhnlichen und neuen Formaten erzählen, die die Stärken des Internets gekonnt ausspielen oder mit neuen Zielgruppen in den Dialog treten.


108 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten. Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor. Die nominierten Arbeiten werden auf der Website des Reporter-Forums vorgestellt, in der Kategorie "Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 3. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.





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Das Reporter-Forum ist eine Bürgerinitiative für guten Journalismus.

Es wird unterstützt vom Augustinum und der Robert Bosch Stiftung.

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Die Siegertexte 2018


Der Reader zum Reporterpreis 2018 - mit allen Siegern. Viel Spaß beim Lesen!


Preisverleihung 2018

©Daniel Wolcke


Jurysitzung 2018

©Daniel Wolcke


Termine 2018



3. Dezember
Verleihung
Deutscher Reporterpreis 2018



Masterclass Wissenschaftsjournalismus


Vor einem Jahr haben die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum die Masterclass Wissenschaftsjournalismus ins Leben gerufen. Gemeinsam wollten wir ausloten, wie sich komplexe Wissenschaftsthemen auf neue Art erzählen lassen. Zehn Reporter-Teams, ausgewählt von einer Jury,
erhielten Recherche-Stipendien. Referenten mit internationalem Renommee schulten sie in multimedialem Storytelling, dann machten sie sich ans Werk, unterstützt vom Leiter der Masterclass, dem Wissenschaftsautoren Christian Schwägerl.

Jetzt sind die zehn Arbeiten fertig. Wir möchten Sie einladen, sie in Augenschein zu nehmen, auf dieser eigens gebauten Seite: HIER.



 

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg