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15.12.17

Das Reporter-Forum zum ersten Mal in der Schweiz


130 Teilnehmer, 30 Referenten, Kaffeetassen drinnen, Zigarettenrauch draußen, rote Backen, angeregte Gesprächen und die Erkenntnis: Das machen wir wieder! Das war das erste Schweizer Reporter-Forum am Freitag, den 9. Oktober 2015, in Zürich.

Schon seit Monaten war das Forum ausgebucht. Die Planung hatte vor einem Jahr begonnen. In Kooperation mit dem deutschen Reporter-Forum haben 16 Schweizer Reporterinnen und Reporter einen Verein gegründet, mit dem Ziel, ein Schweizer Reporter-Forum ins Leben zu rufen. Die Vereinsmitglieder, die auch das Organisationsteam bilden, arbeiten für verschiedene Schweizer Medien, darunter die NZZ, NZZ Folio, Tagesanzeiger, Das Magazin, Blick, Schweiz am Sonntag, Reportagen, Schweizer Radio und Fernsehen. Im Vorstand sind Paula Scheidt (Das Magazin) und Julian Schmidli (Schweizer Radio und Fernsehen).

Einen Tag lang hat das Forum im Züricher Volkshaus gedauert. In Textworkshops haben die Teilnehmer Feedback auf zuvor eingesandte Texte erhalten. Viele jüngere Teilnehmer waren begeistert, mit ihren Helden, darunter Barbara Achermann (Annabelle) und Barbara Klingenbacher (NZZ Folio) an einem Tisch zu sitzen und detaillierte, direkte Rückmeldungen zu bekommen. Ein weiteres Highlight war das Referat von Mathieu von Rohr. Der stellvertretende Auslandchef bei DER SPIEGEL, der selbst Schweizer ist, schilderte, wie zehn Reporter an einem gemeinsamen Text arbeiten. Aus El Salvador war der investigative Reporter und Maras-Kenner Carlos Dada angereist, der berichtete, wie er im Land mit der höchsten Mordrate recherchiert.

NZZ-Reporterin Inga Rogg stellte via Skype-Verbindung ihren langjährigen Stringer aus Bagdad vor – als Vertreter einer Berufsgruppe, von der im Journalismus viel abhängt und über die man trotzdem wenig erfährt. Es wurde über die Bedeutung des Lokaljournalismus diskutiert, über Drohnenports in Afrika und die richtigen Geschäftsmodelle, um Recherchen auch ohne Verlage an die Leser zu bringen.

Zum Abschluss der Veranstaltung sprachen auf dem Podium Schriftsteller Lukas Bärfuss und Reporterin Margrit Sprecher über die Grenzen zwischen Fiktion und Non-Fiktion. Aufregung gab es, als Bärfuss den anwesenden Journalisten vorwarf, die Schweizer Presse sei gekauft. Ein Vorwurf, den er eine Woche später anlässlich der eidgenössischen Wahlen in einem Essay in der FAZ wiederholte, und der eine breite Debatte auslöste.

Das Ziel des Forums, zu Diskussionen anzuregen und Wissen weiterzugeben, damit alle etwas besser werden, wurde erreicht.

Podcasts der Workhops kann man auf der Website anhören und herunterladen. 

Darf man nach der erfolgreichen ersten Durchführung also mit einer Wiederholung im nächsten Jahr rechnen? Unbedingt! 


Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg