Reporter Forum Logo
02.09.10

Rubrik: Laborberichte

Gestatten, mein Name ist Alkohol

Soll man einen wissenschaftlichen Artikel mit einem Gedicht beginnen? Und zweitens noch in der Ich-Form, und drittens aus der Perspektive eines Moleküls? Ist das nicht unsachlich, unsachgemäß, unseriös? "Leise schleich' ich durch die Kehlen in die Seelen, ins Gemüt, lasse lachen, grübeln, prügeln, dirigiere Mut und Wut“ – mit selbst geschmiedeten Versen beginnt Jürgen Neffe seinen Artikel, 1992 im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschienen, über die beliebteste aller Drogen. mehr...


Tierischer Egoist, lakonisch beschrieben

Er kann das Maul einfach nicht halten: Erst hat der Nilbarsch alles weggefressen, was außer ihm im Victoria-See herumschwamm. Nun beginnt er damit, sich selbst auszurotten. Marcus Jauer hat in "Dummy" eine lakonische Geschichte über eine ökologische Katastrophe geschrieben: eine "Textsorte irgendwo im Niemandsland zwischen Wissenschaftsjournalismus und Kunst, zwischen Bericht und Gedicht."   mehr...


Flüchtig: Johanna Romberg sieht (vielleicht) einen Vogel

GEO-Autorin Johanna Romberg hatte eine Erscheinung - oder doch nicht? War er es? Oder nicht? Jedenfalls hat sie eine ungewöhnliche Reportage geschrieben über ihre Epiphanie in Arkansas: „Zaubervogel, wo steckst du?? mehr...


Einnehmender Beobachter: Tobias Hürter nimmt EPO

Alle reden übers Doping. Aber wie funktioniert es, und wie fühlt es sich an? Tobias Hürter tut einfach, was ein guter Reporter in einem solchen Fall tun sollte: Er geht so dicht ran wie möglich. Er wird vom Beobachter zum Teilnehmer, indem er sich selber eine Woche lang Epo spritzen lässt. mehr...


Kafkaesk: Sascha Karberg lässt Schimpansen sprechen

Tier-Intelligenz ist ein Dauer- und Pflichtthema in Wissenschafts-
redaktionen. Die Leser lieben es einfach. Es gib Unmengen von Literatur dazu. Aber Sascha Karberg ging ganz anders heran: Aus der Perspektive eines Affen, frei nach Franz Kafkas Geschichte "Bericht an eine Akademie" von 1917. mehr...


ÜBER DIESE RUBRIK

Hier werden in regelmäßigen Abstän-
den interessante Wissenschaftsrepor-
tagen vorgestellt  – und diskutiert.

Protonen und Proteine, Quarks und Quanten scheinen auf den ersten Blick trockener Stoff zu sein, zu trocken, um lebendig darüber zu berichten. Unsinn. Es gibt eine Fülle von packenden, anschaulichen Berichten aus Labors, Bibliotheken und Studierzimmern. Man muss sie nur finden. Dabei soll die Rubrik „Laborberichte” helfen.

Laborberichte – der Name ist Programm. Es geht nicht darum, die besten Schreiber zu küren mit einer Art Science-Kisch-Preis. Sondern es geht darum, einfach so etwas wie Werkstattgespräche anzuregen, Laborberichte aus der Textmanufaktur.

Texte, die hier stehen, müssen nicht zwanghaft experimentell sein. Son-
dern einfach auf irgendeine Weise interessant: ein überraschender Einstieg, eine besonders plastische Personenschilderung, eine griffige Metapher, oder einfach eine runde, stimmige, packende Erzählung. Auch misslungene Texte sind zugelassen, wenn ihr spezifisches Scheitern handwerklich interessant ist.

Hilmar Schmundt


MACHEN SIE MIT!

Diese Rubrik lebt von den Lesern. Wer über einen interessanten Laborbericht stolpert, sollte einfach eine E-Mail schicken, mit einer kurzen Notiz, was an dem Artikel so besonders ist. Der Artikel muss deutschsprachig sein und sich um ein Thema aus Wissenschaft und Technik drehen. Als Quellen kommt vieles in Frage: Zeitungen, Magazine, Buchkapitel, Blogs.

Kontakt: Reporter Forum e.V. | Sierichstr. 171 | 22299 Hamburg