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Über diese Reportage hat Holger Gertz auf dem Reporter-Workshop 2007 gesprochen. Sie finden seinen Vortrag als Download unter der Rubrik "Audios".
Im Sommer 2005 ist Franz Beckenbauer mal wieder im Fußballstadion gewesen, Mexiko gegen Brasilien in Hannover, das spannendste Spiel beim Konföderationen-Pokal, der Generalprobe für die Fußball-WM 2006, Austragungsort: Deutschland. Franz Beckenbauer saß auf einem rot gepolsterten Sessel, er trug grauen Anzug, weißes Hemd und eine Krawatte, die orange war, aber golden schimmerte, wenn die Sonne auf sie schien. Das graue Resthaar rahmte ein tadellos gebräuntes Gesicht. Der Mann rechts von ihm wirkte, wie sagt man: hemdsärmelig. Offenes hellrosa Hemd, kein Schlips, die Gesichtsfarbe eher rot als braun. Man sah, wie er auf Franz Beckenbauer einredete, seine Hände flatterten herum, sein Sitzplatz schien etwas tiefergelegt zu sein, jedenfalls sah es manchmal so aus, als schaue er zu Beckenbauer auf. Er strahlte Franz Beckenbauer an. Franz Beckenbauer lächelte fein zurück. Der Mann neben Beckenbauer hätte fast La Ola mitgemacht, die Welle, während Beckenbauer selbst sich da zurückhielt. Er ist eher ein Mann der sparsamen Gesten, während der Mann neben Beckenbauer wirkte wie ein kleiner, aufgeregter Junge, der ziemlich stolz darauf ist, dass ihn sein großer Bruder zum Fußball mitgenommen hat. Der Mann neben Beckenbauer war der Bundeskanzler. Zurück |
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