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Dieser Text wurde von der Vorjury für den Henri-Nannen-Preis 2009 in der Kategorie Dokumentation vorgeschlagen.
Heino Hambrecht zieht mit dem Zeigefinger zwei Linien auf die Tischplatte, die das ganze Problem beschreiben sollen. Die eine Linie wandert weit nach links, die andere weit nach rechts. "Unsere Arbeitswege", sagt Hambrecht. "70 Kilometer fahre ich. 37 Kilometer fährt meine Frau." Der Ort dazwischen, dort, wo die Zeigefingerlinien beginnen, ist Hambrechts Haus, in Hüngheim, Baden-Württemberg.
Durch das offene Fenster der Veranda summt die nahe Autobahn, die A 81. Hambrecht schaut auf seinen Zeigefinger wie auf ein Beweismittel. "Für mich gab es die Pendlerpauschale, seit ich schaffe."
An diesem Mittwoch wird Hambrecht in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht stehen und versuchen, die Pendlerpauschale zu retten. Ausgerechnet Hambrecht, der Bäckermeister, der sonst nie vor Gericht zieht.
Erwin Huber hat Heino Hambrecht nie getroffen. Aber in gewisser Weise redet er ständig über ihn. Hambrecht hat Huber ein Thema geschenkt. Eine Geschichte, die ihn vielleicht siegen lässt.
Erwin Huber steht auf einer kleinen Bühne. Neben ihm sitzt eine Blaskapelle, fränkische Männer in roten Westen, der Wahlkampfbus glänzt in der Ferne. Erwin Huber, der CSU-Vorsitzende, redet seit 20 Minuten. Plötzlich geht er in die Knie, federt heraus und verharrt dann hinter dem Rednerpult auf Zehenspitzen, die in kleinen, schwarzen Schuhen stecken. "Liebe Leut', liebe Leut', ganz oben steht für die CSU die Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale. Das ist ein Gebot sozialer Gerechtigkeit. Wir werden uns durch niemanden davon abhalten lassen!"
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