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Dieser Text wurde von den Vorjuroren für den Egon-Erwin-Kisch-Preis 2009 vorgeschlagen.
Ein Mann sitzt im Edelweiß und redet wenig, Leo ist kein Schwätzer, Leo sei ein Lieber, sagt die Chefin. Und Melanie bringt ihm Bier, Leo schaut nicht auf. Das wär doch einer, flüstert die Chefin.
Melanie G. ist zweiundzwanzig, morgens Briefträgerin in ihrem Dorf, abends Serviertochter in Flüelen, Uri, Gasthof Edelweiß. Melanie flüstert: Wer mich will, muss auch mein Kind wollen.
Leo W., Heizungs- und Sanitärinstallateur, fünfundzwanzig, Oberturner im Turnverein, hat noch nie mit einer Frau geschlafen. Du bist doch die Melanie, sagt er.
Ja.
Bei euch zu Hause baute ich vor Jahren das Bad, sagt er.
Sie könne sich an ihn nicht erinnern, sagt Melanie.
Aber umgekehrt.
Sie lachen.
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