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Dieser Text wurde von den Vorjuroren für den Egon-Erwin-Kisch-Preis 2009 vorgeschlagen.
Ullrich Fichtner
Lange bevor Jeffrey Jamaleldine in irakischer Nacht bei Ramadi von einer Gewehrkugel ins Gesicht getroffen wurde, durchstreifte er West-Berlin und wollte Fußballprofi werden wie so viele deutsche Kinder. Er spielte erst bei Blau-Weiß Spandau, beim SC Gatow, später A-Jugend bei Schwarz-Weiß, dann Senioren beim SC Staaken. Meist stand er im Tor, oft gewann er seinem Team die Spiele, aber er konnte Tore nicht nur verhindern, er konnte sie auch schießen, konnte Bälle verteilen, er hatte das Auge, und er hatte die gezähmte Kraft. Es hätte, in seinem Leben, bei seinen Talenten, auch alles ganz anders kommen können.
"Was ich mache, will ich richtig machen", sagt Jamaleldine, es ist sein Glaubenssatz, der oft in den Gesprächen fällt, manchmal wortwörtlich, manchmal abgewandelt, und er hat sich, sagt er, immer daran gehalten. Ob er für Hungerlöhne Teppiche verlegte, beim Perser kellnerte oder als Autoverkäufer jobbte, er wollte es richtig machen, korrekt.
Um sich das Studium zu verdienen, in Amerika, hat er als Tagelöhner Heuballen gestapelt, er ist in Löwen-Kostümen als Maskottchen von Basketball-Teams aufgetreten, er hat sich in Spielcasinos anstellen lassen, um Eis zu verschenken, oder steckte Plastikkappen auf Mückenspray-Dosen im Akkord, wie ein Automat. Alles hat er immer ernst genommen, hat saubere Arbeit abgeliefert, wie bestellt.
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