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Reportage als Rock’n’roll - der amerikanische Reporter Charles Graeber hat in „Wired� ein wildes Stück über eine wilde Fahrt veröffentlicht, das Cannonball-Race, bei dem Verrückte seit Jahrzehnten versuchen, noch ein bisschen schneller einmal quer durch die USA zu rasen. Es ist ein Rennen gegen die Uhr, gegen Radarfallen, gegen die Highway-Polizei, gegen den drohenden Knastaufenthalt. Alex Roy, der Protagonist dieser Geschichte, hat es am Ende geschafft, den bisherigen Rekord um eine Stunde zu unterbieten - mit einem hochgerüsteten BMW M 5 und begleitet von einem Flugzeug, das ihn vor Radarfallen warnte. Ein Jahr lang lag das Stück, ehe es veröffentlich werden konnte - ehe die unzähligen Gesetzesüberstöße verjährt waren.
Ein epischer Stoff also: ein durchgedrehter Held, der eine unmögliche Reise unternehmen will, gefährlich, exzentrisch. Doch der Text hat Brüche. Er beginnt temporeich - Dialoge! - mit der Schilderung des ersten, aber schon nach wenigen Meilen aufgegeben Rennens - und mündet in eine lange, langsame, vielleicht sogar überflüssige Rückblende. Das Tempo ist dahin. Im letzten Drittel gewinnt der Text nochmal an Fahrt - und endet mit der siegreichen Ankunft. Schade - die Durcherzählung einer Fahrt wäre sicher interessanter gewesen.
Dennoch, ein brillanter Text voll bizarrer Details: „There's something very Captain Jean-Luc Picard about Roy. Maybe it's the top-gun lingo and ramrod driving posture. Maybe it's his bald, ovoid skull or his habit of wearing faux-military uniforms during races. Or maybe it's because Roy is actually in command of his very own road-bound USS Enterprise. Captain Roy is determined to boldly go faster than any man has gone before.�
Ariel Hauptmeyer
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