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Mit diesem Text gewann Petra Reski den Hansel-Mieth-Preis 2002.
Petra Reski
Schöne Natur hier, sagt die alte Frau, die neben dem Schutthaufen steht. Und wenn man die Häuser ignoriert, die man gebrandschatzt hat, wenn man sich die pockennarbigen Mauerreste, die verkohlten Fundamente und das Get ready Tschetnik! auf den Trümmern wegdenkt, wenn man es schafft, von den zerschossenen Apfelbäumen, den faustgroßen Einschusslöchern in der Kirche und von der unter Granatsplittern zerborstenen Linde auf dem Kirchhof abzusehen, dann muss man ihr zustimmen.
Es ist eine Landschaft, die so sanft gewölbt ist, dass sie das Auge des Betrachters weder langweilt noch strapaziert, eine Landschaft mit Wiesen und Walnussbäumen, Buchenhainen und flaumengärten. Ein Idyll, durchsetzt von hohläugigen Ruinen, die zur Landschaft passen, weil sie sich mit wildem Wein umhüllen und aus ihrem Inneren Bäume in den Himmel wachsen lassen. Pečnik heißt der Ort – und tatsächlich: schöne Natur hier.
Die alte Frau trägt einen schwarzen Faltenrock, ein schwarzes Kopftuch und eine Taucheruhr. Ihr Rock ist nach Art der kroatischen Trachten mit schwarzer Spitze eingefasst, das Kopftuch so geknotet, dass die beiden Zipfel im Nacken wie schwarze Flügel abstehen, und ihre Uhr ist bis 100 Meter Tiefe wasserdicht, mindestens. Zeit zur Sonntagsmesse. Langsam füllt sich der Kirchhof. Niemand aus Pečnik wird fehlen. Zurück |
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