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Dieser Text gehörte zu den vornominierten Texten für den Henri-Nannen-Preis 2008, Kategorie "Beste Reportage".
Viele Ausländer leben illegal in Deutschland, arbeiten als Putzfrau
oder Kellner. 180 000 sind namentlich bekannt und befristet geduldet.
Die Russin Maria Sorokina ist eine von denen, die hoffen, der
Abschiebung zu entgehen.
Der Mann klappt den Aktendeckel auf, er fingert das oberste Blatt aus
dem Ordner und hält es dicht vor die Lesebrille. Auf dem Blatt stehen
Nummern, hinter jeder Nummer steht ein Name, hinter jedem Namen ein
Land, Nigeria, Iran, Afghanistan. Die neuen Fälle, diese Woche sind es
sieben.
Wolfgang Kramer legt den Zettel beiseite und beugt sich über den
Ordner. Er will finden, wonach er zwischen den Namen und Nummern immer
sucht: nach Ausländern, denen der Aufenthalt laut Gesetz gewährt werden
kann, aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen. Weil sie
begabt sind, intelligent - und dem Land nutzen könnten.
(...)
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