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26.09.16

Holger Gertz „Eine Vorliebe für echte Hyänen



Als Filmproduzent hat er erlebt, was Fressen und Gefressenwerden heißt - er ließ das Kino hinter sich, um als Zoodirektor die Tiere in Szene zu setzen

Früher stand in den meisten Zoos, zwischen den Tierkäfigen, ein schönes Haus, die Zoodirektorenvilla. Für einen Zoodirektor konnte es keinen anderen Platz zum Wohnen geben als diesen, mitten im Zoo. Wenn der Wolf heulte, wenn der Elefant brüllte in der Nacht, musste der Zoodirektor da sein, um notfalls anpacken zu können. Wenn Kinder eine Frage hatten - Wann reißt dem Pelikan der Schnabelsack, können Elefanten schnarchen? - , sollten sie wissen, an welcher Tür sie klingeln müssen.

Mittlerweile wohnen nicht mehr alle Zoodirektoren im Zoo, weil sie sich nicht länger als oberster Beschützer der Tiere verstehen, sondern als Manager, Krisenmanager, die dafür sorgen müssen, dass Geld herbeigeschafft wird. Vielen Zoos geht es nicht gut. Ein moderner Zoodirektor kann den Zoo auch von einem sauberen Büro in der Stadt aus leiten, Distanz hilft manchmal, den Überblick zu behalten. Seine Villa im Zoo kann ja auch anderweitig genutzt werden.

Haig Balian steht im Schlafzimmer seiner Villa, mitten im Zoo. Das Fenster geht nach Osten, im Osten geht die Sonne auf, morgens um fünf. Dann schreien die Vögel. Wenn Vollmond ist, heulen die Wölfe. Dann und wann trompetet der Elefant. Der Elefant wohnt ein bisschen weiter weg, die Mähnenwölfe wohnen direkt in der Nachbarschaft. Mähnenwölfe riechen nach Marihuana, sagt Haig Balian und lacht ein bisschen dreckig und sieht aus wie einer, der das Aroma von Marihuana ganz gut kennt. In den ersten Nächten im neuen Haus hat er den Geruch erschnuppert, er dachte, das müssen coole Jungs sein, die nachts im Zoo ihr Kraut rauchen. Er hat nachgesehen, aber da, woher der Geruch kam, waren nur die Mähnenwölfe. Am nächsten Tag hat ihm ein Bekannter erzählt, das ist ganz normal, im Rotterdamer Zoo war sogar mal die Polizei, um Kiffer zu suchen. Aber auch in Rotterdam waren nur Mähnenwölfe.

Als Haig Balian vor drei Jahren Directeur des Artis-Zoos in Amsterdam wurde, des ältesten Tierparks von Holland, gegründet 1837, war ihm klar: Er würde in die alte Zoodirektorenvilla ziehen. Ein Zoodirektor gehört in den Zoo, mitten in den Zoo, hat er sich gesagt. Ein Zoodirektor muss sich auch mal schmutzig machen. Seine Frau davon zu überzeugen war schwieriger, aber dann haben sie die Villa aufgemöbelt, neues Parkett, alles weiß gestrichen. Es gibt auch ein Himmelbett, in dem lagen sie, es war eine der ersten Nächte im Zoo, alles war noch ungewohnt. Sie hörten auf jedes Knacken, Grunzen, Jaulen, Kläffen, Raunzen, Belfern und Gurren. Sie lauschten nach dem Schnarchen des Elefanten und hörten es nicht. Haig Balian sagt: "Ich lag da und hab gedacht: Mann, ist das schön." Er war vorher im ganzen Leben viel rumgereist, hatte viel gearbeitet, viel verdient, aber er sagt, irgendwann will man ankommen. Und wenn man im Zoo ankommt, kommt man eben im Zoo an.

Zwischen Affenbüchern und Löwenbüchern lehnt im Wohnzimmer auf einer Fensterbank ein Clapboard, eine Filmklappe, ein wichtiges Requisit bei der Produktion eines Films. Auf der Klappe steht: Supertex, Roll 404, Szene 82, Take 25, Drehtag: 17.12.02. Supertex hieß der letzte Film, den Haig Balian produziert hat. Außer der Klappe hat er nichts aus diesem alten Leben mit in die Villa gebracht, nichts Sichtbares.

Ein Filmproduzent wird Zoodirektor. Warum?

Haig Balian, Holländer armenischer Abstammung, schließt die Tür seiner Villa und spaziert durch den Zoo, der immer irgendwie sein Zoo war. 700 Tierarten leben hier. "Als kleiner Junge habe ich hier auf einem Elefanten geritten, der hieß Murugan." Zu Hause, wo die Eltern einen großen Garten hatten, hielt er sich Hühner und Schweine. Da war auch ein großes eisernes Tor, ähnlich wie das Tor vom Artis-Zoo mit den goldenen Adlern, rechts und links beim Haupteingang. Er mochte Tiere, sah ihnen gern zu. Später ging er in die Schweiz, um Zoologie zu studieren, aber ein Zoologiestudent hat erst mal viel mit Papieren zu tun, nicht mit Tieren. Papiere interessierten ihn nicht. Er war jung und wollte was anderes machen, sein Vater hatte einen kleinen Filmverleih. So fing alles an.

"Lass uns ausruhn", sagt Haig Balian.

Es ist ein warmer Tag, Kinder wackeln vorbei, und der Zoodirektor sitzt auf der Bank vorm Emukäfig und schaut gegen die Sonne. Ein kleiner Mann, Ende vierzig. Lockiges Haar, helle Hosen, Sommerschuhe. Im Gehege nebenan schleicht eine Hyäne am Gitter entlang, so dicht, dass es aussieht, als ließe sie sich absichtlich von den Sprossen das Fell kämmen.

Haig Balian erzählt. Wie er Filme verleihen wollte, aber keiner wollte am Anfang welche haben, jedenfalls nicht von ihm. Wie er sich mit anderen zusammentat und lernte, "ich bin immer jemand gewesen, der sich viel abgeschaut hat, nicht aus Büchern, lieber von richtigen Menschen." Wie er einen Filmverleih mitgründete und später eine Produktionsfirma. Seine erste Produktion war 1981 "Das Mädchen mit den roten Haaren". Renée Soutendijk spielte eine Widerstandskämpferin gegen die Nazis, der Film bekam viel Lob und lief bei der Berlinale. Er arbeitete mit dem Regisseur Ben Verbong, er hätte einen Termin mit Fassbinder gehabt, am Tag, als Fassbinder starb. Er war sehr jung und schon sehr weit.

1996 verkaufte er die Firma an den Konzern PolyGram, PolyGram wollte damals ein großes europäisches Filmstudio aufziehen, eine Art Gegenentwurf zu Hollywood. PolyGram schien zu wollen, was Haig Balian wollte. "Das war immer mein Traum, alles zu vernetzen. Produktion, Verleih, Video, Merchandising. Bei der Produktion verliert man Geld, beim Handel verdient man Geld, das muss man integrieren, dann behält man alles selbst. So wie die Amerikaner."

Die Hyänen schleichen herum. Wenn sie Futter gefunden haben oder einen Partner, etwas zu fressen und etwas zum Lieben, klingt es, als lachten sie, ein beißendes Hohngelächter. Die Amerikaner nennen sie African Laughing Hyena.

Vielleicht erzählt Haig Balian seine Geschichte absichtlich in der Nähe der Hyänen. Er ist ein Mann vom Film, mit dem Gespür für Dramaturgie. Es geht jetzt um Fressen und Gefressenwerden.

Er wurde Chef von PolyGram Deutschland, mit einem schicken Büro in Hamburg. Chef von PolyGram: Das ist High-Society. Designeranzüge tragen, eine Nase für Käse und Wein haben, seine Geheimnummer nur selten rausgeben. Es lief gut. So gut, dass die Amerikaner - denen er etwas entgegenhalten wollte - PolyGram kauften. Balian hält jetzt, mit Blick auf die Hyänen, eine kleine Rede: "Ich wollte nie in meinem Leben für Amis arbeiten. Amerikaner sind geleitet von Misstrauen, es geht denen nur um Kontrolle, alles muss da zentral entschieden werden, der Rest der Welt ist blöd, sie sagen, wir sind die Kultur, die gilt."

Der Anfang mit Yindee

Er kündigte, ging zu einem anderen Studio, kündigte wieder. Er wollte nicht gefressen werden. Er war wie das Mädchen mit den roten Haaren aus dem Film. Ein Mann des Widerstands. Aber er war erschöpft. Er fuhr mit den Kindern zum Skifahren, da traf er auf dem Flughafen in Genf einen alten Freund.

Aber komm, sagt Haig Balian: "Jetzt gehn wir erst mal zu den Olifanten."

In Holland heißen Elefanten Olifanten, ein schönes rundes Wort für so ein eher rundes Tier. Ein Elefant hat einen Stern und eine Nummer eintätowiert, er war Arbeitselefant in Birma. Ein Elefant, ein sehr kleiner, heißt Yindee, die Kinder draußen vor dem Gehege rufen "Olifantje, Olifantje!" Haig Balian war bei Yindees Geburt dabei, er erzählt von Elefantenvaginen, die einen Meter lang sind, und von der Fruchthülle, in der der kleine Elefant ins Leben stürzt. Yindee, neu geboren, wankte und fiel in sich zusammen. Dann stand Yindee. Das war schön, sagt Balian. Ein kleiner Elefant beweist, dass er lebt, der Zoo.

Damals, in Genf, war also der alte Freund. Und was machst du so?, fragte Balian. Stell dir vor, sagte der Freund, ich bin Direktor vom Artis-Zoo, aber nur vorübergehend. Wirklich?, fragte Balian und sah den borstigen Elefantenrücken, auf dem er als Kind gesessen hatte, das Zoomuseum, wo er zum erstenmal Fledermäuse gesehen hatte. Dann verabschiedete er sich von dem Freund. "Wir telefonieren." Was man so sagt.

Manchmal steht in der Zeitung: Tier aus dem Zoo geflohen! Es war irgendwie Zeit für eine neue Nachricht: Mann in den Zoo geflohen! "Ich wollte raus aus dem Filmgeschäft." Aber er musste erst noch reden, mit der Frau, mit Kollegen. Die Kollegen würden sagen: "Du bist verrückt." Es dauerte ein Jahr, bis ihm egal war, was die Kollegen sagten. Dann rief er den Freund wieder an: "Habt ihr denn schon einen Zoodirektor gefunden?"

Nein, die Headhunter suchen noch.

Er hat sich den Headhuntern vorgestellt. "Es war das erste Mal, dass ich mich für etwas beworben habe." Der Zoo hatte wenig Geld. Was soll der Zoo mit einem Filmproduzenten? Ein Filmproduzent muss Karten fürs Kino verkaufen, ein Zoodirektor muss Karten für den Zoo verkaufen, sagte Haig Balian. Der Zoo ist ganz anders als Kino, sagten die Headhunter. Der Inhalt von beidem ist ähnlich, sagte Balian: zerbrechlich und schützenswert. Er ist ein guter Verkäufer, er schaut einem in die Augen, wenn er mit einem spricht. Und er hatte ein listiges Argument: Wenn der Zoo, geführt von Tierexperten, in die Krise gekommen ist - warum nehmt ihr nicht einen Quereinsteiger? Warum probiert ihr nichts Neues?

Sie haben ihn genommen. Wer will sich nachsagen lassen, nichts Neues zu probieren?

Aber es fing nicht gut an. Er ging durch seinen Zoo und besuchte Murugan, den Elefanten, auf dem er als Kind gesessen hatte. Ein schönes Gefühl, wenn man irgendwo ankommt und es ist schon jemand da, den man kennt.

Haig Balian war einen Tag im Amt, da ist Murugan gestorben.

Vielleicht hatte der alte, müde Elefant nur noch auf ihn gewartet, das klingt kindisch, aber wenn man neu ist und sich irgendworan festhalten will, erkennt man in allem ein Zeichen. Sie schafften bald einen neuen Elefanten an, Nikolai. Nikolai begann seinen Dienst also praktisch gemeinsam mit Balian, und am Anfang hat er, wenn er am Elefantenhaus vorbeikam, zu Nikolai gesagt: "Na, da haben wir zwei uns auf was eingelassen."

Aber das ist lange her. Haig Balian sagt, man soll die Tiere nicht vermenschlichen. Er kennt nicht alle Namen, die die Pfleger den Tieren gegeben haben, auch den Namen des Großen Ameisenbären kennt er nicht, dabei ist der sein Lieblingstier. "Ich kann mir schon bei Menschen die Namen nicht merken, wie soll ich das bei Tieren können?" Balian schaut in die Ameisenbärengrube, wo der Ameisenbär auf dem Boden schnüffelt, ein pelziges, geräuschlos saugendes Tier. Der Ameisenbär braucht nicht mal Ameisen. Wenn eine in sein Gehege kommt, schlabbert er sie weg, aber in Gefangenschaft kann man ihn gut auf Obst umstellen.

Früher kam schon mal ein Regisseur zum Produzenten Balian und sagte: Der Hauptdarsteller hat Liebeskummer. Jetzt kommt der Ameisenbärenpfleger zum Zoodirektor Balian und sagt: Der Ameisenbär hat Blähungen. Das sind Unterschiede zwischen Film und Zoo. Balian geht zurück zur Villa, ein paar Minuten von den Ameisenbären zu seiner Wohnungstür, genug Zeit, zu erklären, was noch anders ist beim Film: Man kämpft nicht gemeinsam, man bekämpft sich. Wie in allen kreativen Berufen, wo sich alle sammeln, die nicht gelernt haben, dem anderen was zu gönnen.

Rembrandt und das Nilpferd

Zoodirektoren dagegen kämpfen gemeinsam den selben Kampf. Gegen Umweltschützer, die sagen, Tiere gehören nicht in Käfige. Ihm wäre es auch lieber, sie blieben draußen, aber draußen werden Elefanten durch Maschinen ersetzt, oder man fackelt den Orang Utans die Bäume unterm Hintern weg, oder man schlachtet Nashörner und reibt ihre Knochen zu Potenzpulver. Wenn es irgendwann bestimmte Tiere nur noch im Zoo gibt: "Spricht das dann gegen den Zoo oder gegen die Menschen da draußen?"

Alle Zoodirektoren in den Städten kämpfen gegen die Stadtverwaltungen. "Wissen Sie, wie viel Euro das Areal wert ist, pro Quadratmeter?", haben ihn die Amsterdamer Stadtchefs oft gefragt. Man könnte Bürohäuser dort bauen. Dann sagt er: "Der Central-Park ist pro Quadratmeter noch mehr wert, und es gibt ihn immer noch." Alle Zoodirektoren brauchen mehr Platz, um den Tieren Raum zu geben. Balian versucht, den vorhandenen Raum zu nutzen, kleine Tiere zu zeigen, Spinnen oder Käfer. Noch kleinere, Mikroorganismen. Gerade bauen sie das Schmetterlingshaus komplett neu, mit einer Tribüne für die Zuschauer, und wenn es seinem Zoo nützt, blättert Haig Balian auch im dicken Telefonbuch seines früheren Lebens. Ein Lichtmeister vom Film soll für die richtige Ausleuchtung der Pflanzen im neuen Schmetterlingshaus sorgen.

Als der Zoo vor 170 Jahren gegründet wurde, gaben die reichen Amsterdamer eine Menge Geld. Natura Artis Magistra ist der vollständige Name: Die Natur ist Lehrmeister der Kunst. Die Leute nannten den Zoo bald nur noch Artis. "Es war die Zeit, als ein Rembrandt 900 Gulden kostete, aber ein Nilpferd 12 000." Danach entdeckten die reichen Amsterdamer ihre Liebe zur Kunst, und das meiste Geld ging an Museen, Galerien, nicht mehr an den Zoo. Ein Rembrandt wurde wertvoller als ein Nilpferd. Wenn Balian, der Filmkünstler, jetzt als Zoodirektor arbeitet, dreht er die Verhältnisse wieder etwas um. Sie haben zwar noch nicht genug Geld bei Artis, aber sie haben wieder mehr Publikum. Das liegt auch an Balian. Dass er jetzt da ist, hat den Zoo ins Gespräch gebracht.

Grunzen zum Frühstück

Er fährt nicht mehr nach Cannes oder Venedig zu den Filmfestspielen, sondern nach Costa Rica oder nach Leipzig zum Weltkongress der Zoodirektoren. Wenn sie sich treffen, reden sie davon, wie man die Zoos gemeinsam besser machen kann. Ihm gefällt, dass die Zoos Tiere austauschen, ohne Geld zu verlangen. Sich helfen, statt sich aufzufressen. Kein US-Superzoo kommt und nimmt den Europäern alle Nashörner weg oder die Bartschweine. Artis ist führend in Pinguinzucht, aber ehe ein Pinguin abgegeben wird, muss der andere Zoo beweisen, dass das Pinguinhaus in Ordnung ist. Nur dann kriegt er Pinguine aus Amsterdam.

Balian gefällt, wie die Zoos sich um einander kümmern.

Wenn er einen guten Film gemacht hat, hat sich nicht jeder Kollege mitgefreut. Als Yindee geboren war, rief sofort der Direktor aus Rotterdam an. Haig, jetzt hast du die erste Elefantengeburt erlebt. Jetzt bist du ein richtiger Zoodirektor.

"Lass uns was essen", sagt Haig Balian, ein spätes Frühstück mit Marmelade, Käse, Wurst auf der Terrasse der Zoodirektorenvilla. Von irgendwoher grunzt etwas. Der Zoodirektor hobelt am Gouda.

Kann sein, sagt er, dass das, was er so erzählt, schwärmerisch klingt, weil man sich so eine Lebensentscheidung ja auch schön reden muss. Aber, er kennt die Abläufe jetzt so gut, dass er den Kopf frei hat, um Details zu sehen. Und die Details bestätigen ihn. Im Kino kann man sich, als Produzent, in den Saal setzen und prüfen, ob das Publikum an den richtigen Stellen lacht. Als Zoodirektor kann man den Leuten ins Gesicht sehen. Er hat erst allmählich gemerkt, dass im Zoo eigentlich alle fröhlich aussehen, er kennt fast keinen Ort, wo alle so aufmerksam sind wie im Zoo. Das muss man nutzen: Im Insektenhaus gibt es Lupen, mit denen man Flügel betrachten kann, und im Nachlass des ersten Direktors haben sie Bücher gefunden, mit Naturstudien. Die werden jetzt ausgestellt.

Dass er den Job so spät übernommen hat, ist ärgerlich, wegen der Kinder, die sind schon aus dem Haus. "Stell Dir vor, die wären noch in der Grundschule und könnten sagen: Wir wohnen im Zoo!" Sie kommen aber zu Besuch. Alle, die ihn sprechen wollen, kommen in den Zoo. So muss Balian den Zoo nur selten verlassen.

Am Nachmittag hat er noch ein Gespräch, im Büro neben dem Haupteingang. Mit einem wichtigen Mann, der sicher schon wartet. Balian, plötzlich in Eile, balanciert das Tablett ins Haus, die Sonne hat die Butter geschmolzen, er stolpert, da läuft die Butter vom Tablett und bekleckert seine helle Hose. Aber Haig Balian wird später in der versauten Hose zu dem wichtigen Mann gehen.

Er ist Zoodirektor. Er ist angekommen. Die Blattschneideameise ist so wichtig wie die Netzgiraffe. Er lebt bei den Tieren, und bei den Tieren leben heißt: Alles neu ordnen. Was bedeutet schon eine schmutzige Hose?

Für einen Zoodirektor.


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Holger Gertz


Holger Gertz, Jahrgang 1968, arbeitet nach dem Studium der Psychologie und einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule bei der Süddeutschen Zeitung, vor allem als Reporter auf der Seite Drei und als Streiflichtautor.
erschienen in:
Süddeutsche Zeitung (SZ),
am 02.09.2006

 

Kommentare

Kerryn, 25.04.2016, 06:12 Uhr:

Vladimír napsal:I ty Bralet?Zktamula jste mě, Lucienne. Myslel jsem, že jste feminacismus při své inteligenci prokoukla. Opravdu máte zapotřebí používat svůj jinak velmi hezký blog k šíření této genderové propagandy?

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